Die rund vier Kilometer lange erste Etappe «soll als Verlängerung der Tramlinie 2 betrieben werden», hält auch der Regierungsrat in seiner am Dienstag präsentierten Kreditvorlage fest. Die eigentliche Limmattalbahn wird erst später, voraussichtlich ab 2022 auf der Neubaustrecke fahren, wenn auch die zweite und vorerst letzte Etappe bis nach Killwangen-Spreitenbach realisiert ist. Das mehrheitlich nicht überdachte Depot, in dem die bis zu 14 LTB-Zweirichtungsfahrzeuge von 45 Metern Länge abgestellt werden können, wird auch erst im Zuge dieses zweiten Ausbauschrittes auf Dietiker Gemeindegebiet erstellt.

Vorgesehen ist, dass die Limmattalbahn an den Bahnhof Zürich Altstetten angeschlossen wird. Daran wird grundsätzlich festgehalten, wie Regierungsrat Ernst Stocker (SVP) sagt. Der direkte Anschluss an den S-Bahnhof sei wichtig, damit die neue Stadtbahn ihre Rolle als «schneller Feinverteiler» wahrnehmen könne.

Erste Etappe ohne Bahnhof?

Allerdings ist derzeit offen, ob der Bahnhof Altstetten bereits in der ersten Etappe ins Projekt eingebunden werden kann.

Es war vorgesehen, dass das Zweier-Tram, das ja in den ersten drei Betriebsjahren als «Limmattalbahn» fungieren soll, nicht mehr direkt zwischen Lindenhof und Farbhof (heutige Endstation) verkehrt. Auf diesem Abschnitt der Badenerstrasse sollen die Gleise herausgerissen werden. Der Zweier soll einen kleinen Umweg an den Bahnhof Altstetten einlegen, um von dort über den Farbhof nach Schlieren zu fahren. Damit verlöre die Quartierbevölkerung zwischen Lindenhof und Farbhof eine Tramstation, was heftigen Widerstand auslöste. Der Stadtrat von Zürich hat deshalb inzwischen einen Marschhalt eingelegt und will in einem Dialogverfahren mit der Bevölkerung eine mehrheitsfähige Lösung suchen.

Auf den Zeitplan der Limmattalbahn hat dies keine Auswirkungen, wie Ernst Stocker betont. Und Daniel Issler, Geschäftsführer der Limmattalbahn AG, sagt, dass die erste Bauetappe grundsätzlich auch ohne eine Tramverlegung möglich wäre. Denkbar wäre in diesem Fall etwa, dass das Tram 2 einfach ab Farbhof nach Schlieren verlängert würde – ohne die Anbindung des Bahnhofs.

Spätestens mit der Realisierung der zweiten Etappe soll gemäss den Verantwortlichen aber der Bahnhof Altstetten ins Projekt einbezogen werden. Einerseits aus fahrtechnischen Gründen, die Fahrzeuge der Limmattalbahn brauchen eine Endhaltestelle, ein Stumpengleis. Andererseits aus betrieblichen Gründen, um die Passagiere wie beabsichtigt auch in Altstetten auf das S-Bahn-Netz zu bringen.

Auch im Endausbau der Limmattalbahn wird die Tramlinie 2 das Angebot ergänzen und den Takt auf dem Abschnitt von Altstetten bis Schlieren verdichten. Ob ab Farbhof oder ab Bahnhof Altstetten, wird sich in den kommenden Monaten weisen. Der Zürcher Stadtrat will seinen eingeleiteten Dialogprozess noch in diesem Jahr abschliessen.