Referendum

Limmattalbahn: Frühester Abstimmungs-Termin ist der 22. November

Die Limmattalbahn verliert an Fahrt. Im Kanton Zürich muss voraussichtlich das Volk über ihr Schicksal bestimmen. Die IG «Limmattalbahn - Nein!» hat das Referendum ergriffen und am Dienstagnachmittag 6660 Unterschriften eingereicht.

Die gelben Leuchtwesten sind zu ihrem Markenzeichen geworden. Unübersehbar waren die Mitglieder des Referendumskomitees «Eine halbe Milliarde für die Limmattalbahn?» dank ihnen, als sie Ende März vor dem Zürcher Kantonsrat gegen das geplante Bahnprojekt kämpften. Und auch, als sie dem Kanton am Walcheplatz in Zürich 6660 Unterschriften für das Referendum gegen die Limmattalbahn übergaben, lenkten die Leuchtwesten die Aufmerksamkeit der Passanten auf die Aktivisten. Zur Unterschriftensammlung hat sich das Komitee entschlossen, als sich der Kantonsrat vom Aufmarsch der Limmattalbahn-Gegner im März nicht beirren liess einen Kredit in der Höhe von maximal 646 Millionen Franken genehmigte.

«Die Limmattalbahn schafft nur noch mehr Probleme»: Interview mit Christian Meier, Präsident des Referendumskomitees.

«Die Limmattalbahn schafft nur noch mehr Probleme»: Interview mit Christian Meier, Präsident des Referendumskomitees.

Bei der Übergabe gestern sagte Christian Meier, Präsident des Referendumskomitees, dass er «positiv überrascht» sei von der grossen Anzahl der Unterschriften. Im Minimum hätte es für das Referendum deren 3000 gebraucht. Dennoch ist er vorsichtig, was seine Prognose für den Ausgang der Volksabstimmung vom Herbst angeht: «Wenn man beachtet, wie viel grösser das Budget der Befürworter ist, müssen wir uns zur Decke strecken, um eine reelle Chance an der Urne zu haben», so Meier. Das Nein-Komitee für den Abstimmungskampf werde erst noch gegründet, sagt er. Im Gegensatz zum Referendumskomitee, das aus zwei regionalen Gegnervereinigungen entstanden ist, solle es kantonal ausgerichtet sein.

Ja-Komitee will Antworten liefern

Das Ja-Komitee gab schon gestern seine Gründung bekannt. SP-Nationalrat Thomas Hardegger, der das Pro Komitee zusammen mit SVP-Nationalrat Hans Egloff präsidiert, sagte auf Anfrage, dass es ihn nicht überrasche, dass derart viele Unterschriften für das Referendum zustande kamen: «Schon bei der Glattalbahn gab es Gegner, die fanden, das Geld sei falsch eingesetzt. Am Ende stimmten aber zwei Drittel der Kantonsbevölkerung für das Projekt.» Ziel des Pro-Komitees müsse es sein, «Antworten auf die Pauschalvorwürfe der Kritiker» zusammenzutragen und die Argumente zu den Stimmberechtigen zu bringen, sagt Hardegger.

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