Limmattal
Limmattalbahn: Ein Zeichen war verlangt, ein Zeichen ist gesetzt

Die Anliegen der Bevölkerung von Dietikon und Schlieren sollen bei derPlanung berücksichtigt werden. Das fordert der Kantonsrat. Doch nicht alle finden einsolches Vorgehen richtig.

Jürg Krebs
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Visualisierung der Limmattalbahn in der Dietiker Badenerstrasse. (Archiv)

Visualisierung der Limmattalbahn in der Dietiker Badenerstrasse. (Archiv)

zvg und Architron GmbH Zürich

Das erhoffte Zeichen ist gesetzt: Der Zürcher Kantonsrat hat im Richtplan festgeschrieben, dass bei der Linienführung der Limmattalbahn die Positionen der betroffenen Gemeinden zu berücksichtigen sind. Das hatten die Kantonsräte Josef Wiederkehr (CVP, Dietikon) und Andreas Geistlich (FDP, Schlieren) anlässlich der laufenden Debatte zur Richtplanrevision gefordert, der Kantonsrat war ihnen gestern mit 119 Ja- zu 42 Nein-Stimmen gefolgt. Wiederkehr und Geistlich hatten mit ihrem Antrag die Kritik in Dietikon (Bahnhof) und Schlieren (Spitalquartier) über geplante Streckenabschnitte der Bahn aufgegriffen. Wie viel dieser Eintrag wert ist, wird sich zeigen, denn das Eisenbahngesetz, worauf sich das Bahnprojekt berufen kann, erlaubt diesem grossen Handlungsspielraum.

Eigentum wird nicht respektiert

Wiederkehr betonte nochmals, dass die Limmattalbahn für die Region wichtig ist, dass es aber auch für die Bevölkerung stimmen muss. Geistlich erinnerte daran, dass die Limmattalbahn in Schlieren mitten durch das gewachsene Spitalquartier führen soll und das Eisenbahngesetz die Interessen der dortigen Wohneigentümer nicht berücksichtige.

Auch die SP stimmte für den Eintrag in den Richtplan – aber ohne Euphorie, wie Rolf Steiner (SP, Dietikon) erklärte.

Irritiert vom Antrag zeigte sich Andreas Wolf (Grüne, Dietikon). Die Limmattalbahn müsse dort fahren, wo die Leute sind. Die Anknüpfung an den Bahnhof Dietikon (wie im Projekt vorgesehen) sei deshalb richtig. Die Planung der Limmattalbahn sei auf dem richtigen Weg, der Eintrag unnötig.

Von einem nichtssagenden Eintrag, der auch noch zu Verzögerungen bei der Realisierung führen könnte, sprach René Gutknecht (GLP, Urdorf). Die Planungshoheit bei der Limmattalbahn müsse beim Kanton liegen.

Auch Gerhard Fischer (EVP, Bäretswil) sprach von einer Gefährdung des Projekts, wenn jeder mitreden könne. Wenn die Limmattaler die Bahn nicht wollten, dann würden andere Regionen das Geld aus dem Agglomerationsprogramm des Bundes gerne für ihre eigenen Projekte nehmen.

Die gut 13 Kilometer lange Limmattalbahn soll dereinst von Altstetten über Schlieren, Urdorf und Dietikon nach Killwangen-Spreitenbach führen. Kritisiert werden zwei kurze Streckenabschnitte. Im Schlieremer Spitalquartier fordern Anrainer eine Untertunnelung. Im Zentrum Dietikon soll auf eine Streckenführung zum Bahnhof verzichtet werden, die Raumverhältnisse seien zu eng. Das fordert unter anderem die Katholische Kirche, deren Zentrum unmittelbar an der Bahn liegen würde. Um eine Lösung für beide Streckenabschnitte wird heftig gestritten. Aus diesem Grunde forderten Wiederkehr und Geistlich eine «breit abgestützte Lösung».