Schlieren
Limmattalbahn: Bundesrätin Doris Leuthard gibt den Startschuss für den Jahrhundertbau

Verkehrsministerin Doris Leuthard und die Regierungsräte Carmen Walker-Späh (ZH) und Stephan Attiger (AG) geben den Startschuss für die erste Etappe der Limmattalbahn von Altstetten (Farbhof) bis Schlieren (Geissweid). Ein grosses Dominospiel stand im Mittelpunkt.

Sandro Zimmerli
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 Spatenstich für das 800-Millionen-Franken-Projekt Limmattalbahn auf dem Stadtplatz in Schlieren.
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 Die Limmattalbahn verbindet ab Ende 2022 die Gemeinden Zürich-Altstetten, Schlieren, Urdorf, Dietikon, Spreitenbach und Killwangen.
 Am Montag fand der Spatenstich für die 1. Etappe von Altstetten nach Schlieren mit Bundesrätin und Verkehrsministerin Doris Leuthard statt.
 Die Zürcher Regierungsrätin Carmen Walker-Späh beim Spatenstich.
 Der Aargauer Regierungsrat Stephan Attiger beim Spatenstich.
 Gesamtprojektleiter Daniel Issler beim Spatenstich.
 Bundesrätin Doris Leuthard beim Spatenstich, flankiert von der Zürcher Regierungsrätin Carmen Walker-Späh und dem Aargauer Regierungsrat Stephan Attiger
Die letzte Schaufel: Doris Leuthard beim Spatenstich, kurz bevor das Haltestellendomino fällt.
Der Startschuss für den Jahrhundertbau ist erfolgt.
Willy Haderer, sozusagen der Vater der Limmattalbahn, schaut Bundesrätin Doris Leuthard über die Schulter.
 Der Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegger, der Aargauer Regierungsrat Stephan Attiger, Bundesrätin Doris Leuthard, der Limmattalbahn-Verwaltungsratspräsident Hans Egloff, die Zürcher Regierungsrätin Carmen Walker-Späh, der Limmattalbahn-Gesamtprojektleiter Daniel Issler, der Dietiker Stadtpräsident Otto Müller, die Urdorfer Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner, der Schlieremer Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin und der Killwanger Gemeindeammann Werner Scherrer.
 Regierungsrätin Carmen Walker-Späh, Bundesrätin Doris Leuthard, der "Vater der Limmattalbahn" Willy Haderer und der Verwaltungsratspräsident der Limmattalbahn AG, Nationalrat Hans Egloff am Baustart der Limmattalbahn in Schlieren.
 Der Spreitenbacher Gesamtgemeinderat liess es sich nicht nehmen, ein Erinnerungsbild mit Bundesrätin Doris Leuthard zu machen. Links von ihr Gemeindepräsident Valentin Schmid.
 Bundesrätin Doris Leuthard im Interview.
 Willy Haderer aus Unterengstringen, der "Vater der Limmattalbahn", liess sich das Spektakel nicht entgehen.
Statt eines roten Teppichs gab es einen schwarzen Teppich, darauf eingezeichnet die Bahnlinie mit den Haltestellen.
 Im Bild: Dietiker Stadtpräsident Otto Müller, Urdorfer Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner, Nationalrat und Limmattalbahn-Verwaltungsratspräsident Hans Egloff aus Aesch, und der Limmattalbahn-Vater Willy Haderer.
 Im Bild: Urdorfer Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner, Nationalrat und Limmattalbahn-Verwaltungsratspräsident Hans Egloff aus Aesch, der Schlieremer Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin und der Dietiker Stadtpräsident Otto Müller.
Das Haltestellen-Domino, bevor es gefallen ist.
Der Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegger.
Auch der Aargauer Regierungsrat und Baudirektor Stephan Attiger und sein Vorgänger Peter Beyeler liessen sich den Spatenstich nicht entgehen.
Der Gemeindeammann von Wettingen: Roland Kuster.
 Der Alt-Regierungsrat und Baudirektor des Aargaus, Peter C. Beyeler, filmt den Spatenstich. Links Jasmina Ritz, Geschäftsführerin Limmatstadt AG, ganz rechts im Bild Danilo Follador, im Urdorfer Gemeinderat zuständig für Bau und Planung.
Endhaltestelle Killwangen: Der Dominostein hat das Ziel erreicht.
 Die Limmattaler Politikerin Yvonne Apiyo Brändle-Amolo.
 Der Schlieremer Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin.
 Der Aargauer Alt-Regierungsrat und Alt-Baudirektor Peter Beyeler im Gespräch mit seinem Nachfolger Stephan Attiger (rechts).
Moment der Spannung: Die Dominosteine fallen.
Baustart der Limmattalbahn
 Regierungsrätin Carmen Walker Späh, der Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegger und Bundespräsidentin Doris Leuthard beim offiziellen Spatenstich der Limmattalbahn in Schlieren.
Regierungsrätin Carmen Walker Späh, der Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegger und Bundespräsidentin Doris Leuthard beim offiziellen Spatenstich der Limmattalbahn in Schlieren.
Bundespräsidentin Doris Leuthard.
 Regierungsrätin Carmen Walker Späh.

Spatenstich für das 800-Millionen-Franken-Projekt Limmattalbahn auf dem Stadtplatz in Schlieren.

Sandra Ardizzone

Das Ja des Zürcher Stimmvolks im November 2015 und die Baubewilligung des Bundes für die erste Etappe diesen Juli – das waren aus Sicht von Daniel Issler, dem Gesamtprojektleiter der Limmattalbahn, die beiden bisherigen Meilensteine auf dem Weg zur Realisierung des 755-Millionen-Projektes. Am Montag nun kam ein dritter hinzu.

Nach sechs Jahren Planung erfolgte mit dem Spatenstich auf dem Stadtplatz in Schlieren im Beisein von rund 150 Gästen der offizielle Baustart. Ausgeführt wurde er von Bundespräsidentin Doris Leuthard (CVP), der Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP), dem Aargauer Regierungsrat Stephan Attiger (FDP), dem Aescher Nationalrat und Verwaltungsratspräsidenten der Limmattalbahn AG Hans Egloff (SVP) und Daniel Issler.

Gemeinsam brachten sie die 27 Dominosteine, welche die 27 Haltestellen auf der 13,4 Kilometer langen Strecke von Zürich Altstetten bis Killwangen symbolisierten, zum Umfallen und damit die am 2. August begonnenen Vorbereitungsarbeiten so richtig ins Rollen. In einer ersten Etappe wird nun der Streckenabschnitt vom Farbhof in Altstetten bis zur Geissweid in Schlieren realisiert.

Läuft alles nach Plan, fährt die Tramlinie 2 ab August 2019 neu bis ins Limmattal. Die Einhaltung der Termine ist denn auch eines der vier Ziele, die Egloff für die Bauarbeiten formulierte. Zudem hofft er auf einen unfallfreien Bau, die Einhaltung der Kosten, und «dass das Projekt für die Betroffenen möglichst verträglich realisiert werden kann».

Bedenken ernst nehmen

Mit dem Bau der zweiten Etappe, die von Schlieren über Urdorf, Dietikon und Spreitenbach nach Killwangen führt, soll im Herbst 2019 begonnen werden. Allerdings ist gegen dieses Vorhaben von Gegnern der Limmattalbahn Ende Juli beim Zürcher Regierungsrat eine Initiative mit dem Titel «Stoppt die Limmattalbahn – ab Schlieren» eingereicht worden. Dies nachdem das Projekt an der Urne von 64 Prozent der Zürcher Stimmbevölkerung gutgeheissen, im Bezirk Dietikon selber aber von 54 Prozent abgelehnt wurde.

Auch Verkehrsministerin Leuthard, die von Egloff als gute Gotte für das Limmattal bezeichnet wurde, weil sie immer ein offenes Ohr für die Region habe, erinnerte in ihrer Rede daran, dass nicht alle Einwohner mit der Bahn zufrieden sind. Gerade aus Schlieren habe sie viele Mails von Leuten erhalten, die mit der Linienführung nicht einverstanden seien. Man müsse das ernst nehmen.

Nichtsdestotrotz zeigte sie sich sicher, dass sich die Limmattalbahn auszahlen werde. «Ich bin überzeugt, dass das Projekt einem Bedürfnis entspricht», sagte sie. Gerade im boomenden Limmattal, mit seinem Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum sei die Zusammenarbeit über die Kantonsgrenze hinaus extrem wichtig. Die Limmattalbahn sei denn auch ein Vorzeigeprojekt.

Ein «geschichtsträchtiger Tag»

Ähnlich argumentierte Regierungsrätin Walker Späh. Sie erinnerte an die Zeiten, als die Spanischbrötlibahn gebaut wurde und eine Aufbruchstimmung in unserem Land herrschte. «Das Limmattal war damals Avantgarde», so Walker Späh. Ganz so revolutionär sei die Situation heute nicht mehr, da die Limmattalbahn mit der Glattalbahn bereits eine grosse Schwester habe. «Das schmälert die Bedeutung der Limmattalbahn aber in keiner Weise.

Hier gehts zum Kommentar:

Es ist ein Generationenprojekt», hielt sie fest. Die Weitsicht äussere sich darin, dass man von Anfang nicht bloss eine Strassenbahn bauen, sondern die gesamte Verkehrssituation im Limmattal verbessern wollte. Sie sprach damit die Massnahmen beim Langsam- und beim Strassenverkehr an, die im Rahmen des Baus der Limmattalbahn umgesetzt werden.

Von einem «geschichtsträchtigen Tag» sprach Urdorfs Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner (EVP) und wies auf die Bedeutung der Bahn für die Erschliessung der Kantonsschule Limmattal hin, die ausgebaut werden soll. Aber auch für den Wirtschaftsstandort Urdorf. Schlierens Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP) empfand es als eine Ehre, dass der Spatenstich in Schlieren erfolgte.

Durch die Limmattalbahn werde die Stadt neu gestaltet. Von einer Genugtuung wiederum sprach Willy Haderer, der «Vater der Limmattalbahn», der als ehemaliger Unterengstringer Gemeindepräsident, Kantonsrat (SVP) und Präsident der Zürcher Planungsgruppe Limmattal das Projekt über Jahrzehnte hinweg so eng begleitete wie sonst kaum jemand. Er brachte unter anderem den sogenannten Letter of intent auf den Weg, mit dem sich alle Gemeinden von Zürich bis Baden 2007 zur Notwendigkeit der Limmattalbahn bekannten, und der der damaligen Zürcher Regierungsrätin Rita Fuhrer (SVP) überreicht wurde.

Ohne die zweite Etappe der Limmattalbahn würde in Dietikon (im Bild der Bahnhof) kein Tram verkehren.
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Die zweite Etappe erstreckt sich von Schlieren bis zum Bahnhof Killwangen-Spreitenbach.
Weitere Visualisierungen der Limmattalbahn: Bahnhof Altstetten
Zürich Micafil.
Kesslerplatz in Schlieren.
Spitalstrasse Schlieren.
Bahnhofplatz Dietikon.
Bahnhof Dietikon.
Die Haltestelle Badenerstrasse in Dietikon.
Die Haltestelle Furttalstrasse in Spreitenbach.
Der Endbahnhof Killwangen-Spreitenbach.
So sieht der Plan der Linienführung aus.
Dieser Plan zeigt die Linienführung in Schlieren.
Dieser Plan zeigt die Linienführung in Dietikon.
Plan der gesamten Linienführung.

Ohne die zweite Etappe der Limmattalbahn würde in Dietikon (im Bild der Bahnhof) kein Tram verkehren.

Architron Gmbh, Zürich

Landammann Attiger hofft denn auch, dass die Limmattalbahn dereinst bis nach Baden verkehren wird. «Wir befinden uns in einem Raum, der überproportional wächst. Das heisst, wir sind attraktiv», so Attiger. Neben der Steuerbelastung werde die Erreichbarkeit bei der Standortwahl zunehmend ein wichtiges Kriterium. Sie müsse deshalb auch in Zukunft sichergestellt werden. «Nicht nur für den Wirtschaftsraum, sondern für die Leute, die hier wohnen und ihre Freizeit verbringen.»

Bis 2022 verbindet die Limmattalbahn die Bahnhöfe Zürich Altstetten und Killwangen Spreitenbach miteinander. Das Zürcher Stimmvolk sprach im November 2015 mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 64 Prozent einen Kredit in der Höhe von 510 Millionen Franken.