Limmattal
Limmattalbahn AG erhält Konzession vom Bundesrat

Die Initianten der Limmattalbahn haben eine wichtige Hürde übersprungen. Der Bundesrat hat gestern die Infrastrukturkonzession für die Neubaustrecke zwischen Zürich-Altstetten und Killwangen erteilt.

Sandro Zimmerli
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Visualisierung: Die Limmattalbahn rollt durch Spreitenbach. ZVG

Visualisierung: Die Limmattalbahn rollt durch Spreitenbach. ZVG

Aussteckung: Bald ist das gesamte Projekt sichtbar

Mitte November sollen die Planunterlagen für die Limmattalbahn in allen Standortgemeinden während 30 Tagen öffentlich aufgelegt werden. In dieser Zeit muss das Projekt im Gelände ausgesteckt sein. Mit der Aussteckung wurde bereits begonnen. Bis Ende Oktober soll das gesamte Projekt sichtbar sein. Die Aussteckung zeigt in erster Linie die geplanten Bauobjekte und die zu erwerbenden Landflächen auf. Laut Mitteilung der Limmattalbahn AG werden die Veränderungen im Gelände mit Farbmarkierungen auf dem Asphalt oder farbig gekennzeichneten Holzpflöcken in der Erde dargestellt. Für die Hochbauten, wie die Portale des Färberhüslitunnels in Schlieren, werden Profile aufgestellt. Weil die Limmattalbahn zu einem Grossteil im bestehenden Strassenraum verkehrt, ist eine detaillierte Aussteckung nicht möglich. Deshalb stellt die Limmattalbahn AG zusätzlich Informationstafeln auf. Gut ersichtlich ist die Aussteckung bereits an verschiedenen Orten, wie beispielsweise der Gasometerbrücke in Schlieren (im Bild). Insgesamt ist die geplante Strecke zwischen Zürich-Altstetten in Zürich und Killwangen 13,4 Kilometer lang. Sie führt vom Bahnhof Altstetten über Schlieren, Urdorf, Dietikon und Spreitenbach bis nach Killwangen. Geplant sind insgesamt 27 Haltestellen. Die Bahn soll zu
92 Prozent auf einem eigenen Trassee verkehren und das
öffentliche Verkehrsnetz ergänzen.

Durch den Konzessionsentscheid erhält die Limmattalbahn AG die Genehmigung des Bundes, im vorgegebenen Korridor eine neue Bahninfrastruktur zu bauen.

Nach Auffassung des Bundesrats besteht ein erhebliches öffentliches Interesse am Bau und Betrieb der Limmattalbahn, heisst es in einer Mitteilung der Limmattalbahn AG. Er stelle fest, dass es sich bei der Limmattalbahn um ein von den Regierungen der Kantone Zürich und Aargau gewünschtes und unterstütztes Projekt handle. Im Rahmen der Vernehmlassung seien von den Bundesstellen und von den Kantonen keine Stellungnahmen eingegangen, die gegen die Erteilung der Konzession sprechen würden.

Projekt schreitet voran

Die Infrastrukturkonzession istnicht mit der Baubewilligung für das Grossprojekt gleichzusetzen. Die Konzession bildet die Grundlage für die Realisierung der Bahninfrastruktur im Limmattal. Wo und wie die Limmattalbahn gebaut wird, ist Gegenstand des Plangenehmigungsverfahrens. Ende September hat die Limmattalbahn AG das Plangenehmigungsgesuch beim Bund eingereicht. Das Verfahren dauert rund zwei Jahre. Es endet mit der Baubewilligung der Limmattalbahn.

Öffentlich aufgelegt werden die Planunterlagen voraussichtlich am 11. November während 30 Tagen in allen sechs Standortgemeinden - Zürich, Schlieren, Urdorf, Dietikon, Spreitenbach und Killwangen. In dieser Zeit können alle Direktbetroffenen Einsprache gegen das Vorhaben erheben.

Mit Einsprachen ist zu rechnen. So beharrt die Stadt Dietikon darauf, dass die Limmattalbahn den Bahnhof Dietikon nicht direkt anfährt, sondern an einer neu zu schaffenden Haltestelle im Bereich Sommerau hält. In Schlieren fordern die Anwohner des Spitalquartiers eine unterirdische Linienführung.
Vorgängig zur öffentlichen Planauflage wird das gesamte Projekt ausgesteckt (siehe Kontext). Gestartet ist auch das Auswahlverfahren für den künftigen Betreiber der Bahn. Im Vordergrund stehen die bereits in der Region tätigen Verkehrsunternehmen BDWM Transport AG und die Verkehrsbetriebe Zürich.

Bei optimalem Verlauf erfolgt der Baustart 2017 und die Inbetriebnahme 2019. Dafür müssen aber sowohl der Zürcher Kantonsrat und der Grosse Rat des Kantons Aargau dem Projekt zustimmen. Im Falle eines Referendums käme es zu einer Volksabstimmung.

Die Kosten werden auf rund 715 Millionen Franken geschätzt. Sie werden hauptsächlich durch die beiden Kantone getragen. Eine Beteiligung des Bundes ist über den Infrastrukturfonds beantragt. Der Bund hat angekündigt, dass er für das Agglomerationsprogramm Limmattal mit dem Kernstück Limmattalbahn 82,9 Millionen Franken sprechen will. Allerdings will er die Teilstrecken der Bahn unterschiedlich priorisieren. Dagegen wehren sich die Kantone Zürich und Aargau.