An manchen Tagen funktionieren selbst die einfachsten Dinge nicht mehr. Diese Erfahrung mussten die Limmattaler gegen die Vipers InnerSchwyz am Samstag machen, gegen die sie in der Urdorfer Zentrumshalle ihre letzte Heimpartie in der 1. Liga vor den Playoffs bestritten. Die Hälfte des Schlussdrittels war gerade vorbei, als Lorenz Kern beim Stand von 5:7 aus Limmattaler Sicht in der eigenen Hälfte einen Querpass spielen wollte, den Ball aber nicht richtig traf und via Maske seines eigenen Torhüters auf 5:8 für die Gäste erhöhte.

Dass die Konzentration der Limmattaler gerade im Schlussdrittel nachliess, zeigte sich auch bei den Gegentoren. Beispielsweise beim 7:5 für die Vipers, als der überragende Marco Bachmann aus der eigenen Hälfte startete, von den Limmattaler Verteidigern nicht konsequent genug angegriffen wurde und seinen Freiraum eiskalt zu einem seiner insgesamt vier Treffer an diesem Abend nutzte. Oder beim 9:6 durch den Schwyzer Thomas Brand, als dieser mit einem Konter erfolgreich war, obwohl seine Mannschaft in Unterzahl agierte. Waren die Limmattaler mit den Gedanken schon bei den Playoffs? Oder lag es doch am Gegner? «Die Vipers kämpfen bis zum Schluss, sie geben nie auf», sagte Limmattal-Stürmer Nicolas Gitonga.

«Andererseits muss man auch sehen, dass einige unserer Spieler die letzten Spiele krankheitshalber verpasst hatten und erst diese Woche richtig trainieren konnten.» Deswegen hatte Limmattal-Trainer Michael Hunziker die Linien kräftig durcheinandergewirbelt und Spieler eingesetzt, die zuvor nicht so oft zum Zug gekommen waren. «Ich wollte den Ersatzspielern Spielpraxis geben», sagte er. «Diese hatten regelmässig trainiert, daher gab ich ihnen den Vorzug.» In den letzten zehn Minuten der Partie habe er auf die Stammlinien zurückgreifen wollen, so Hunziker, «aber dann kamen die vielen Strafen.»

«Es ging um nichts mehr»

Dass der Limmattal-Trainer eine Woche vor Play-off-Start auf Linien setzt, die in den Playoffs vermutlich nicht spielen werden, erstaunt nur auf den ersten Blick. Denn die Limmattaler hatten schon vor der Partie gegen die Vipers ihr Ziel erreicht und sich einen Platz unter den ersten vier Teams gesichert – jenen Platz also, der in der ersten Runde der Playoffs, im Viertelfinal, Heimvorteil bedeutet. Mit Rang 2 hätten die Limmattaler auch bei einem allfälligen Halbfinal Heimrecht genossen, doch der zweite Platz lag ebenfalls schon vor dem vergangenen Wochenende ausser Reichweite. «Es ging in diesem Spiel wirklich um nichts mehr», sagte Hunziker. «So gesehen können wir diese Niederlage verschmerzen.»

Kein Gradmesser für die Playoffs

Trotzdem hätte man gegen die Vipers natürlich gerne gewonnen. «Wir wollten zeigen, dass wir in Play-off-Form sind», so Hunziker. Ein Ziel, das die Limmattaler verfehlten, teilweise auch aus eigenem Verschulden. «Beim Powerplay, vor allem als wir in doppelter Überzahl agierten, haben wir uns nicht besonders clever angestellt», sagte Hunziker. «Und dass wir einmal eine Strafe wegen Reklamierens kassiert haben, ist blöd.»

So oder so sei die Partie für die Playoffs kein Gradmesser. «Es soll nicht arrogant klingen, aber wir wissen, dass wir es besser können», so Hunziker. «Denn wir haben ja nicht mit unseren Stammlinien gespielt. Hätten wir das getan, wäre die Niederlage bitterer.»

Heimspiel in Bonstetten

Diese Stammlinien dürften dann am Wochenende beim ersten Spiel im Playoffviertelfinal zum Einsatz kommen. Von einem echten Heimvorteil werden die Limmattaler in der ersten Partie allerdings nicht profitieren können. Da in der Urdorfer Zentrumshalle Fasnacht gefeiert wird, müssen Hunziker und seine Mannschaft in der Sporthalle Schachen in Bonstetten antreten.

«Wir haben auch schon in dieser Halle gespielt», sagte der Urdorf-Trainer, «aber klar: Die Zentrumshalle ist unsere Heimhalle, die wir kennen und in der wir klare Vorteile haben, weil der Boden anders ist als in den meisten anderen Hallen.» Erst die dritte Partie werden die Limmattaler dann wieder in der Zentrumshalle bestreiten können. Und wie sieht die Prognose für die Playoffs aus? «Wir sind ein launisches Team», so Hunziker. «Wenn wir gut drauf sind, könnten wir weit kommen. Der Final wäre natürlich geil.»