Limmattal
Schlechte Saison: Pilze waren dieses Jahr eine rare Ware

Die Pilzkontrolleure von Schlieren und Urdorf hatten eine ruhige Saison. Dafür konnten sie sich viel Zeit nehmen für ihre Kundschaft.

Celia Büchi
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Die Pilzsaison verlief für Sammler dieses Jahr nicht gut. Nur wenige Speisepilze landeten bei den Kontrolleuren. (Symbolbild)

Die Pilzsaison verlief für Sammler dieses Jahr nicht gut. Nur wenige Speisepilze landeten bei den Kontrolleuren. (Symbolbild)

Keystone

Die Schlieremer Pilzkontrolleurin Eveline Autenrieth und der Urdorfer Pilzkontrolleur Norbert Walker sind sich einig: Es war ein schlechtes Pilz-Jahr. Obwohl manche Sammler wegen des vielen Regens auf besonders viele Pilze gehofft hatten, wurden nur wenige Speisepilze gefunden, heisst es von Autenrieht und Walker. Nach Walkers Erfahrungen waren die ungeniessbaren Pilzarten in einer grösseren Vielfalt vorhanden. Auf einer einzigen Exkursion fand er 40 verschiedene Arten. «Manchmal habe ich mehr Freude an einem Fliegenpilz als an einem Speisepilz», meint der pilzbegeisterte Urdorfer.

Da diese Saison ruhig verlief, hatten die Pilzkontrolleure viel Zeit für ihre Kundschaft und konnten die Funde ausführlich besprechen. Während in Urdorf diese Saison grösstenteils Stammkundschaft zur Kontrolle kam, kamen in Schlieren viele interessierte Anfänger. Einsteiger kämen immer öfter mit einer App zur Pilzbestimmung in die Kontrolle, berichten sowohl Eveline Autenrieth als auch Norbert Walker. Die App soll die gefundenen Pilze über ein Foto erkennen. Walker ist aber der Meinung, dass ein Foto nicht reiche, um einen Pilz zu bestimmen. Um einen Pilz zu bestimmen, genüge das Aussehen nicht – auch der Geruch sei wichtig. Zudem könnten Pilze an die Lippe gehalten werden, um zu erkennen, ob die Oberfläche schmierig sei.

Verschiedene Giftpilze mussten aussortiert werden

Giftpilze wurden auch diese Saison zur Kontrolle gebracht. Es waren aber nur wenige und sie wurden dank der beiden Pilzkontrolleure erkannt und blieben den Speisetellern fern. In Schlieren bestimmte Autenrieth zum Beispiel giftige Schirmlinge und tödlich giftige Knollenblätterpilze. In Urdorf waren giftige Rötlinge und Risspilze unter den Pilzen.

Pilzkontrolleur Norbert Walker vor der Pilzkontrolle Urdorf.

Pilzkontrolleur Norbert Walker vor der Pilzkontrolle Urdorf.

Bild: Celia Büchi / Limmattaler Zeitung

Norbert Walkers Faszination für Pilze begann schon in jungen Jahren. Er sei oft mit seinem Vater auf Pilzsuche gegangen. «Er kannte aber nur vier Sorten und das waren mir einfach zu wenig», sagt Walker heute. Seit 1976 ist er geprüfter Pilzkontrolleur. Er ist bei der Gemeinde Urdorf angestellt und für die Pilzkontrolle von Urdorf, Birmensdorf, Aesch und Uitikon zuständig.

Am liebsten isst er seine eigenen Funde als Mischpilze in Pilzpfeffer oder in einer Pilzmousse, die als Brotaufstrich verwendet werden kann. Wenn er einen Vortrag halte, bringe er kleine Brötchen mit seiner Pilzmousse mit, das komme stets gut an. Wenn er zum Beispiel bei Bekannten auf Besuch ist, bringt er jeweils gerne ein Glas getrocknete Pilze als persönliches Geschenk mit.

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