Keine drei Minuten waren im Schlussabschnitt gespielt, da leistete sich der Frauenfelder erst ein rüdes Foul an Lorenz Kern und legte sich dann auch noch mit einer Reihe von Limmattalern Spielern an. Besonders Etienne Benz bekam Mahlers Zorn zu spüren. Der Limmattaler Stürmer, der herbeigeeilt war, um Mahler zur Rede zu stellen, wurde vom Frauenfelder energisch mit dem Stock beiseite gestossen.

Dann verliess Mahler das Spielfeld, um seine Strafe abzusitzen – oder besser gesagt: Strafen. Fünf Minuten wegen groben Körpereinsatzes plus zwei Minuten wegen Stossens wurden ihm aufgebrummt. Wobei die erste Strafe für Mahlers Team besonders fatal war, denn die Gäste mussten die fünf Minuten auf jeden Fall in Unterzahl bestreiten, auch wenn den Limmattalern ein Treffer gelingen sollte.

Strafe als Schlüsselszene

Grund für Mahlers Ausraster war, dass er zuvor am Boden liegend von einem Limmattaler am Kopf getroffen wurde – unabsichtlich. Mahler selbst interpretierte den Schlag jedoch als Absicht und hatte danach seine Nerven nicht mehr im Griff. Wie dem auch sei: Als Mahler sich an den Spielfeldrand setzte, vergrub er sogleich das Gesicht in den Händen. Er wusste, dass er seiner Mannschaft einen Bärendienst erwiesen hatte.

Die Gäste hatten eine halbe Minute vor Mahlers Aktion den Anschlusstreffer zum 4:5 erzielt und waren plötzlich wieder auf Augenhöhe mit den Limmattalern. Diese waren im ersten Drittel spielbestimmend gewesen, hatten zu Beginn des Mittelabschnitts aber nachgelassen. Nun kamen sie dank Mahler zu mindestens fünf Minuten Überzahl. Eine Chance, die sie sich nicht entgehen liessen.

Zwar hatten die Limmattaler in den ersten Minuten Mühe, als sie trotz unzähliger Schüsse aufs Tor, von denen einen Nicolas Gitonga an die Latte setzte, zu keinem Treffer kamen. Doch dann brach Behar Spahija das Eis, als er zum 6:4 traf. Nur zwölf Sekunden später legte Lukas Wittwer zum 7:4 nach. Und dann, als Mahlers zweite Strafe angelaufen war, traf Etienne Benz noch zum 8:4. «Mahlers Aktion war definitiv eine Schlüsselszene in diesem Spiel», sagte Limmattal-Trainer Michael Hunziker nach der Partie.

Allerdings hatten die Limmattaler zuvor mit einigen Schiedsrichterentscheiden auch Pech gehabt. So pfiffen die Unparteiischen zum Beispiel einen Freistoss aus nächster Nähe zu Limmattal-Goalie Jonas Wittwers Tor. Wittwers Vergehen: Er hatte einen Gegenspieler, der ihn bei der Ballabgabe behindert hatte, leicht weggestossen.

Den Freistoss nutzten die Gäste zum 3:5-Anschlusstreffer. Und auch eine Strafe gegen Pascal Nater wegen überharten Körpereinsatzes war zumindest fragwürdig. «Aber ich habe der Mannschaft in der Drittelspause gesagt, dass sie sich nicht über die Schiedsrichter aufregen soll», so Hunziker.

Fünf Tore in fünf Minuten

Das gelang den Limmattalern auch – im Gegensatz zu den Frauenfeldern, bei denen sich der angestaute Frust über die drei Tore in Unterzahl zunehmend in den Zweikämpfen entlud. Die Partie war ohnehin schon entschieden. Trotzdem machten die Limmattaler munter weiter mit dem Toreschiessen: 9:4 durch Benz, 10:4 durch Lukas Wittwer – zusammen mit den Powerplaytreffern zuvor gelangen den Limmattalern damit fünf Tore in fünf Minuten.

Damit konnten es die Limmattaler auch verkraften, dass sie in der Schlussphase der Partie noch zwei Gegentreffer kassierten – einen davon nur eine Sekunde, nachdem eine Strafe gegen den Limmattaler Pietro Luraschi angelaufen war. «Es war sehr wichtig, diese Partie zu gewinnen», sagte Hunziker, «vor allem, weil wir seit drei Spielen keinen Sieg mehr hatten feiern können.»

Am nächsten Wochenende geht es für die Limmattaler mit einer Doppelrunde weiter. Erst spielen sie gegen die Zuger Highlands, dann gegen Sarganserland II. Gegner, welche die Limmattaler eigentlich schlagen müssten. «Wir hoffen auch, dass wir sechs Punkte holen», so Hunziker. Doch er warnte: «In dieser Gruppe kann jeder jeden schlagen. Das haben wir in dieser Saison schon mehrmals gesehen.»