Limmattal
Die Gummibootsaison steht vor der Tür: Wird die Allmend Glanzenberg dieses Jahr zur Dietiker Hauptanlegestelle?

Mit steigenden Temperaturen nimmt auch die Zahl der Gummiböötler, die in Dietikon landen, wieder stark zu. Die Stadt will den Bootsverkehr von der Nötzliwiese stärker auf die Allmend Glanzenberg verlagern. Dort freut sich Kurt Münger von der Open-Air-Bar «The Beach» auf die bevorstehende Saisoneröffnung.

Hans-Caspar Kellenberger und Florian Schmitz
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Die Allmend Glanzenberg bietet viel Platz. Aber weil die letzte Limmatkurve vor dem Kraftwerk beliebt ist, lassen viele Gummiböötler die Allmend Glanzenberg links liegen und fahren weiter zur Nötzliwiese.

Die Allmend Glanzenberg bietet viel Platz. Aber weil die letzte Limmatkurve vor dem Kraftwerk beliebt ist, lassen viele Gummiböötler die Allmend Glanzenberg links liegen und fahren weiter zur Nötzliwiese.

Florian Schmitz

Wegen des verregneten und eher kalten Frühlings ist die Gummibootsaison bisher noch nicht richtig in Fahrt gekommen. Aber schon bald werden sich wieder viele Böötlerinnen und Böötler von Zürich nach Dietikon die Limmat runtertreiben lassen. Für Freizeitkapitäne bedeutet das vor allem viel Spass und Entspannung mitten im urbanen Raum. Für die Anwohner in Dietikon und für die städtische Politik werden die vielen Gummiböötler, die in den vergangenen Jahren immer zahlreicher geworden sind, nicht zuletzt wegen Lärm und Littering zu einer immer grösseren Herausforderung.

Seit Jahren klagen Anwohner des Altbergquartiers in Dietikon über die sommerliche Gummibootinvasion auf der Nötzliwiese beim Bahnhof Dietikon. Seit ein Grossteil der Wiese als Installationsplatz für die Limmattalbahn dient, sind die Platzverhältnisse viel enger geworden. Das hat den Ansturm aber kaum beeinflusst. Auch die 2019 eröffnete Allmend Glanzenberg als neue Ausstiegsstelle mit grosser Liegewiese hat das Problem nur bedingt entschärft. Obwohl die Stadt versucht, Gummiböötler mit positiven Anreizen zu einem früheren Ausstieg zu bewegen, wollen viele lieber weiterfahren und ihren Ausflug in der Limmatkurve ausklingen lassen.

Grosser Stau auf der Limmat: Solche Bilder will die Stadt Dietikon bei der Nötzliwiese dieses Jahr verhindern.

Grosser Stau auf der Limmat: Solche Bilder will die Stadt Dietikon bei der Nötzliwiese dieses Jahr verhindern.

Archiv: Florian Schmitz

Stadt will Gummiböötler von der Nötzliwiese fern halten

Deshalb setzt die Stadt nun auch vermehrt auf Abschreckung: Vergangenen Sommer deutete Sicherheitsvorstand Heinz Illi (EVP) im Interview mit der «Limmattaler Zeitung» Pläne an, die Nötzliwiese für Gummiböötler bewusst unattraktiver zu gestalten. Auch ein mögliches Badeverbot bei der Nötzliwiese stellte Illi diesen Februar in Aussicht. Zudem führt die Stadt zusätzlich die Sicherheit wegen des nahen EKZ-Kraftwerks und den Naturschutz wegen vieler brütender Vögel als Argumente gegen die vielen Gummiboote ins Feld. Die genauen städtischen Pläne für diesen Sommer sind aber noch nicht spruchreif, wie eine Nachfrage der «Limmattaler Zeitung» ergeben hat.

Kurt Münger, der Betreiber von «The Beach» auf der Allmend Glanzenberg, freut sich auf die Gummiböötli-Saison und zahlreiche Gäste.

Kurt Münger, der Betreiber von «The Beach» auf der Allmend Glanzenberg, freut sich auf die Gummiböötli-Saison und zahlreiche Gäste.

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Bald bereit für ankommende Gummiböötler ist Kurt Münger. Zum zweiten Mal betreibt er diese Saison auf der Allmend Glanzenberg den Sommerkiosk «The Beach» mit Musik, Getränken und Verpflegung. «Wir haben wegen des 1. Mai sowie Auffahrt und Pfingsten einige Arbeitstage für den Aufbau verloren», sagt er.

Die Infrastruktur hat Münger dieses Jahr deutlich vergrössert und ein neues Zirkuszelt ermöglicht ihm, flexibler zu wirten. Noch fehlt ein neuer Anstrich, wie ein Besuch vor Ort zeigt. Auch muss der Boden noch fertig gebaut werden. «Es brauchte alleine 144 Paletten für den Boden. Das nimmt insgesamt mehr Zeit in Anspruch als der Zeltaufbau», sagt er.

Das Zelt von «The Beach» auf der Allmend Glanzenberg. Aktuell laufen die Aufbauarbeiten auf Hochtouren.

Das Zelt von «The Beach» auf der Allmend Glanzenberg. Aktuell laufen die Aufbauarbeiten auf Hochtouren.

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«The Beach» eröffnet voraussichtlich am 1. Juni

Die Aufbauarbeiten stehen kurz vor Abschluss, denn am 1. Juni will Münger eröffnen. Das sei aber wetterabhängig, spätestens zum Wochenende vom 4. Juni soll die Open-Air-Bar – die Seitenwände des Zelts werden offen bleiben – ihren Betrieb aufnehmen. Münger freut sich auf den baldigen Start: «Wir sind froh, dass wir das Gelände von der Stadt bekommen haben», sagt er. Los gehts jeweils täglich um 11 Uhr, ab 16 Uhr heizt er zusätzlich den Grill ein – an Wochenenden schon ab 13 Uhr. Wer sich lieber selbst verpflegt, dem stehen auf der Allmend auch diverse Grillstellen und Sitzbänke zur Verfügung.

Direkt am Fluss: Eine der Grillstellen beim Gummiböötli-Ausstieg auf der Allmend Glanzenberg.

Direkt am Fluss: Eine der Grillstellen beim Gummiböötli-Ausstieg auf der Allmend Glanzenberg.

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Nicht nur beim Kraftwerk in Dietikon kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen. Für alle Gummiböötler, die bereits beim Wipkingerpark in Zürich oder noch weiter flussaufwärts einwassern, ist beim Höngger Wehr grosse Vorsicht geboten. Mit einer neuen Sperrzone mit Bojen will die Stadtpolizei Zürich diese Saison Gummiboote bereits vor der Europabrücke nach links in Richtung Ausstieg lenken, wie der «Tages-Anzeiger» im Februar berichtete. Dafür bietet die angrenzende Werdinsel seit dem Ausbau der Badefläche im vergangenen Sommer über deutlich mehr Platz für eine Pause während der Bootsfahrt.