Limmattal
Füsse weg von der Limmat: Das Hochwasser hat den Fluss für kurze Zeit in einen Strom verwandelt

Der starke Regen der vergangen Tage und Wochen hat die Ufer der Limmat überflutet. Der Kanton warnt Gummiböötler wie Spaziergänger vor gefährlichen Strömungen.

Lukas Elser
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Die Limmat in Dietikon führt derzeit viel Wasser. Teile des Limmatuferwegs sind abgesperrt. Unter der Limmatbrücke ...
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... zwischen Dietikon und der Fahrweid ist zurzeit kein Durchkommen.
Die Wassermassen haben Teile des Ufers überschwemmt.
Sumpflandschaft an der Limmat.
Der Wasserstand ist auch beim Kraftwerk Dietikon höher als normal.
Zu nahe am Ufer sollte man sich deshalb auf keinen Fall aufhalten. Verbotsschild der Zürcher Stadtpolizei an der Limmat vom Samstag, 10. Juli.

Die Limmat in Dietikon führt derzeit viel Wasser. Teile des Limmatuferwegs sind abgesperrt. Unter der Limmatbrücke ...

David Egger / Limmattaler Zeitung

Die starken Regenfälle der vergangenen Tage haben sich auch auf den Wasserstand der Limmat ausgewirkt. Das Messgerät des Kantons Zürich bei der Wipkingerbrücke in Zürich zeigt derzeit eine Durchflussmenge von 274 Kubikmeter Wasser pro Sekunde an. Zum Vergleich: Bereits ab 100 Kubikmeter rät die Stadt Zürich dringend davon ab, die Limmat mit Gummibooten zu befahren.

Das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich (Awel) spricht von einem Hochwasser der Gefahrenstufe 2 von 5. Es warnt: «Insbesondere die Sihl und die Limmat können auch in den nächsten Tagen plötzlich ansteigen. Es kann zu lokalen Überflutungen an exponierten Stellen kommen.»

Überflutet werden könnten exponierte Stellen wie Unterführungen, sagt Awel-Sprecher Wolfgang Bollack. Die grossen Wassermengen seien nicht alleine das Problem, sondern die unberechenbaren Strömungen, die auftreten können. Deshalb mahnt Bollack: «Man sollte sich jetzt auf keinen Fall im, auf dem Wasser oder in unmittelbarer Ufernähe aufhalten.» Eine anderweitige Gefahr bestehe derzeit aber nicht. Auch die Feuerwehr Engstringen warnt mit Schildern vor Ort und auf Facebook vor dem Aufenthalt direkt an der Limmat.

Alle zwei Jahre ein solches Szenario

Gemäss Bollack handelt es sich bei der derzeitigen Hochwassersituation nicht um ein ausserordentliches Ereignis:

«Statistisch gesehen tritt dieses Szenario an der Limmat durchschnittlich alle zwei Jahre auf.»

In den nächsten Tagen erwarten die Meteorologen nochmals Regen. Bollack rechnet deshalb damit, dass der Fluss auch in den nächsten Tagen sehr viel Wasser mit sich bringen wird und der Pegel nochmals weiter ansteigen könnte.

Langfristige Prognosen seien zwar unsicher, hält Bollack fest. Er rechnet aber damit, dass die Lage noch einige Zeit angespannt bleiben wird.