Limmattal
Brigitta Johner wurde mit Lobgesängen als Präsidentin der Regionale 2025 verabschiedet

Nach knapp sechs Jahren als Präsidentin der Regionale 2025 wurde die Urdorferin Brigitta Johner am Donnerstagabend beim Festakt in Neuenhof feierlich gewürdigt.

Florian Schmitz
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In ihrer Abschiedsrede bedankte die abgetretene Präsidentin Brigitta Johner sich bei allen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern.
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Rahel von Planta (FDP), die Gemeindepräsidentin von Oetwil, sprach als frisch gewählte Vizepräsidentin der Regionale 2025 zu den anwesenden Gästen.
Martin Ueberhart (Die Mitte), Gemeindeammann von Neuenhof, begrüsste die Gäste als Gastgeber.
Er freue sich darauf, zusammen mit Johner die Regionale 2025 in vier Jahren zu besuchen, sagte Roland Kuster (Die Mitte), Gemeindeammann von Wettingen und abgetretener Vizepräsident der Regionale 2025.
Der Zürcher Regierungsrat Martin Neukom (Grüne) und sein Aargauer Amtskollege Markus Dieth (Die Mitte) lobten Brigitta Johners Engagement in Videobotschaften.
Das Team der Regionale 2025 überraschte Brigitta Johner mit einem Konzert auf der Limmat.
Dietiker Pontoniere brachten die Jodlerin mit Akkordeon zur Anlegestelle bei der Limmat.
Beim Apéro herrschte ein reger Austausch.
Der Halbzeit-Festakt bot auch musikalische Unterhaltung.
Beim Spiis Wägeli aus Urdorf wurden hausgemachte Desserthäppchen gereicht.

In ihrer Abschiedsrede bedankte die abgetretene Präsidentin Brigitta Johner sich bei allen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern.

Alex Spichale / LZB

«Ich bin dann mal weg.» Mit schlichten Worten verabschiedete sich Brigitta Johner am Donnerstagabend in Neuenhof als Präsidentin des Vereins Regionale Projektschau Limmattal (kurz: Regionale 2025). Davor bedankte sich die ­Urdorferin bei allen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern, die sich zusammen mit ihr dafür engagierten, das Limmattal kantonsübergreifend zusammenzubringen und weiterzuentwickeln (siehe Zweittext unten). «Wir haben in den vergangenen sechs Jahren eine richtige Tour de Limmattal gemacht», sagte Johner.

«Jetzt ist die Aufbauphase abgeschlossen und viele kennen uns.»

Auch die zwischenzeitlichen finanziellen Sorgen gehörten inzwischen der Vergangenheit an. Deshalb sei sie optimistisch für die Zukunft des Ende 2015 gegründeten Vereins, die in vier Jahren in der grossen Projektschau Regionale 2025 gipfeln soll.

Johner erinnerte am Festakt an der Limmat daran, wie der damalige Dietiker Stadtpräsident Otto Müller (FDP) ihr auf den Tag genau vor sechs Jahren erstmals von der Regionale 2025 und der Suche nach dem Präsidium erzählt hatte. Das Timing sei kurz nach ihrer Pensionierung und 27 Jahren politischer Tätigkeit für die FDP, darunter 15 Jahre als Kantonsrätin, perfekt gewesen. In den sechs Jahren als Präsidentin habe sie nicht nur ihre Brille wieder viel mehr benötigt, sondern auch graue Haare bekommen, scherzte sie.

Viel Anerkennung aus dem Kanton Zürich und dem Aargau

«Ich bin stolz darauf, was wir zusammen erreicht haben und wünsche euch viel Glück und Erfolg für die zweite Halbzeit», sagte Johner, deren Präsidiumsabgang zur Halbzeit von Anfang an feststand. Die Regionale sei wie die Euro 2020 und die Olympischen Spiele, erklärte Regionale-2025-Geschäftsführer Peter Wolff die pandemiebedingt verspätete Halbzeitfeier mit reichhaltigem Apéro.

Rahel von Planta als neue Vizepräsidentin gewählt

Noch steht die Nachfolge für Brigitta Johner beim Verein Regionale Projektschau Limmattal nicht fest. Bis das Präsidium neu besetzt ist, wird die frisch gewählte Vizepräsidentin Rahel von Planta (FDP) den Verein zusammen mit dem Lenkungsausschuss führen. Dies verkündete die Gemeindepräsidentin von Oetwil bei ihrer kurzen Begrüssungsansprache am Halbzeit-Festakt in Neuenhof. Von Planta hat das Vizepräsidium vom Wettinger Gemeindeammann Roland Kuster (Die Mitte) übernommen. Bereits vor ihrer Wahl zur Vizepräsidentin war von Planta sowohl Teil des neunköpfigen Lenkungsausschusses wie auch im Vereinsvorstand vertreten. (flo)

Zuvor wurde Johner für ihr Engagement mit Lob überhäuft. Lange sei die Kantonsgrenze in vielen Köpfen geschlossen gewesen, sagte der Wettinger Gemeindeammann Roland Kuster (Die Mitte), der als Regionale-2025-Vizepräsident mit Johner zusammenarbeitete.

«Um das zu ändern, braucht es Hartnäckigkeit und ein Herz für die Region und ihre Bewohner.»

Er freue sich sehr darauf, 2025 zusammen mit Johner durch die Ausstellung zu spazieren und zu sehen, was aus all den spannenden Projekten geworden ist.

Auch zwei Regierungsräte bedankten sich in Videobotschaften bei Johner. Sie vereine viele wertvolle Eigenschaften für ein solches Amt und sei genau die richtige Frau am Steuer gewesen, sagte der Aargauer Regierungsrat Markus Dieth (Die Mitte), der 2015 die Gründungsurkunde als Wettinger Gemeindeammann mitunterschrieben hatte. «Du bist in der Lage, zu vernetzen, das Wichtige zu erkennen und es mit sympathischer Hartnäckigkeit durchzusetzen.»

Mit schwimmendem Konzert auf Weidling überrascht

«Du hast die Regionale extrem geprägt und viel Leidenschaft und Energie reingebracht», sagte der Zürcher Regierungsrat Martin Neukom (Grüne). Die Regionale 2025 sei so einzigartig wie das Limmattal selbst. Die unvergleichbare Wachstumsdynamik in der Region habe viele Vorteile, aber bringe auch Schwierigkeiten mit sich. Deshalb sei es wertvoll, die Gelegenheit zu nutzen, um den Wandel aktiv mitzugestalten und dabei Identität zu stiften.

Der Neuenhofer Gemeindeammann Martin Uebelhart (Die Mitte) begrüsste die Anwesenden als Gastgeber. Er erinnerte an die vor ein paar Jahren gemeinsam mit der Regionale 2025 umgesetzte Aufwertung des Limmatzugangs im Ortsteil Webermühle. Auch die extremen Unwetter hätten der Flussbadi nichts anhaben können.

«Wir haben zusammen mit der Regionale etwas Unverwüstliches für die Menschen geschaffen.»

Nach dem offiziellen Teil wartete an der Limmat eine massgeschneiderte Überraschung auf Johner. Als sie das Projekt Klangteppich vorschlug, habe sie auch von möglichen Musikprojekten auf der Limmat erzählt, erklärte Peter Wolf zuvor. Entsprechend begeistert reagierte Johner auf das schwimmende Jodelkonzert mit Akkordeon. Auf einem Weidling brachten zwei Dietiker Pontoniere die spielende Musikerin zur Anlegestelle.

16 Gemeinden, 29 Projekte und ein grosses Ziel für 2025

Der Verein Regionale Projektschau Limmattal wurde Ende 2015 gemeinsam von den Kantonen Zürich und Aargau sowie 13 Limmattaler Gemeinden und Städten gegründet. Sein Ziel ist es, das Limmattal als Lebens- und Wirtschaftsraum weiterzuentwickeln. Er unterstützt Ideen und Projekte von Menschen und Institutionen und bietet ihnen eine Plattform. Insgesamt sind bislang über 50 Projektideen eingereicht worden. 29 davon wurden aufgenommen. Um die Bevölkerung über den Stand der Projekte zu orientieren und mit Anlässen auf das Potenzial des Limmattaler Lebensraums aufmerksam zu machen, werden bis zum Abschluss 2025 zwei Zwischenschauen durchgeführt.

Die erste fand 2019 statt. Den Auftakt machte eine prominent besetzte Velotour von Wettingen nach Schlieren, die an Projektstandorten vorbeiführte. Im Rahmen des Projekts Klangteppich, das Musikschaffende aus dem Limmattal zusammenbringen soll, wurden im selben Jahr erste «Klangblitze» veranstaltet. Zudem ging 2019 die Landschaftsausstellung Wachgeküsst, die elf Installationen im Limmattaler Grenzraum der Kantone Aargau und Zürich zeigte, über die Bühne. Die nächste Zwischenschau ist 2022 geplant, bevor es mit der Regionalen 2025 zum grossen Abschluss kommt.

Aus den 13 Gemeinden und Städten der Gründungszeit sind inzwischen deren 16 geworden. Es sind dies Baden, Dietikon, Ennetbaden, Geroldswil, Killwangen, Neuenhof, Oberengstringen, Oetwil, Schlieren, Spreitenbach, Unterengstringen, Urdorf, Weiningen, Wettingen, Würenlos und Zürich. (zim)

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