Die kommenden Jahre sind entscheidend für die Limmatstadt AG. Erste Gemeinden haben signalisiert, dass sie eine Leistungsvereinbarung mit der privaten Standortförderungsorganisation eingehen wollen (die Limmattaler Zeitung berichtete). In diesem Kontext soll per Ende Jahr auch der Verein Standortförderung Limmattal aufgelöst werden, bei dem ein Grossteil der Limmattaler Gemeinden Mitglied ist. Definitiv entscheiden werden die Mitglieder der Standortförderung Limmattal an einer ausserordentlichen Generalversammlung im Oktober. Letztlich handelt es sich um einen Zusammenschluss der Limmatstadt AG mit dem Verein Standortförderung Limmattal. Neu sollen die Gemeinden also nicht mehr Mitgliederbeiträge an einen Verein zahlen, sondern konkrete Leistungen der Limmatstadt AG abgelten.

Für 2020 ist bereits ein nächster grosser Schritt geplant. So ist angedacht, dass die Limmatstadt AG künftig nicht mehr mit jeder Gemeinde eine einzelne Leistungsvereinbarung eingehen soll. Stattdessen soll es einen koordinierten Auftrag der Zürcher Planungsgruppe Limmattal (ZPL) geben. «Der Vorteil ist, dass dann alle Gemeinden dabei wären und einen Sockelbeitrag an unsere Aktivitäten leisten würden und entsprechend auch Einfluss nehmen könnten», sagte Geschäftsleiterin Jasmina Ritz gestern im Rahmen der Generalversammlung der Limmatstadt AG.

«Wirkung und Legitimation»

Die Leistungsaufträge seien ein wichtige Voraussetzung zur weiteren Etablierung der Limmatstadt AG. «Nicht nur aus finanzieller Sicht, sondern auch wegen der Wirkung und der Legitimation, die sie dadurch erreicht und wegen der Kraft, die sie dadurch entwickeln kann», führte Ritz aus. Sie hielt zudem fest, dass die Limmatstadt AG nicht nur aus öffentlichen Geldern finanziert werden soll. So biete man auch zahlreiche Dienstleistungen an, die für die Privatwirtschaft interessant seien.

Schwarze Null für 2020/2021 geplant

Die 2014 auf Initiative der Halter AG gegründete Limmatstadt AG befindet sich also im Wandel. Auch in Sachen Buchhaltung wird in den nächsten Jahren einiges passieren. Bisher hatte die AG vor allem Kosten. Je mehr Leistungsvereinbarungen sie eingehen können wird, desto mehr Einnahmen wird sie generieren. 2020 oder 2021 soll dann erstmals der Break-even-Point erreicht, also erstmals eine schwarze Null erzielt werden, wie Verwaltungsratspräsident Balz Halter an der Generalversammlung sagte. Nach Gewinn wird man auch in Zukunft nicht streben. Ziel ist es, selbsttragend zu sein. «Ein realistisches Ziel», sagte Ritz.

Jetzt, wo noch Verluste resultieren, braucht es jeweils Kapitalerhöhungen, damit die Limmatstadt AG weiterbestehen kann. So sind der Gesellschaft im März 2018 mittels einer von der Generalversammlung 2017 genehmigten Kapitalerhöhung 200 000 Franken zugeflossen. Die nächste Erhöhung ist für 2019 geplant. Einstimmig genehmigte die Versammlung gestern den Revisionsbericht.

Es handelte sich um die 4. GV überhaupt und um die zweite öffentliche. 58 der etwas mehr als 90 Aktionäre waren gestern vertreten. Die Generalversammlung fand im grossen Saal der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) auf der Dietiker Grien-Insel statt – im Beisein von zahlreichen Vertretern aus der Politik und der Wirtschaft. Viele davon hatten sich bereits am Montagabend auf dem Schlieremer Stadtplatz getroffen, um ein Manifest für die Limmattalbahn respektive gegen die Stopp-Initiative zu unterzeichnen. Über diese Initiative, die den Abschnitt der Limmattalbahn von Schlieren nach Killwangen-Spreitenbach verhindern will, stimmt das Volk des Kantons Zürich am 23. September ab.

Duo Lapsus und die Limmattalbahn

Die Limmattalbahn wurde auch gestern an der Generalversammlung zum Thema. Der Aescher Nationalrat und Verwaltungsratspräsident der Limmattalbahn AG, Hans Egloff (SVP), referierte zu diesem Thema. Es wurde auch dazu aufgerufen, weiterhin die Kampagne gegen die Stopp-Initiative zu unterstützen. Um das budgetierte Ziel finanzieller Mittel für den Abstimmungskampf zu erreichen, fehlen noch rund 50 000 Franken, wie an der Versammlung zu erfahren war. Zudem wurde ein Video des Duo Lapsus gezeigt, das ab diesem Wochenende auf den Sozialen Medien gegen die Stopp-Initiative werben soll.

Vom Zürcher Regierungsrat war Ernst Stocker (SVP) vor Ort. Als Finanzdirektor komme er gerne in prosperierende Regionen. «Bei Euch geht auf gut Deutsch gesagt die Post ab», sagte Stocker in seiner Grussbotschaft. Das Limmattal entwickle sich positiv. Der bekannte Politgeograf Michael Hermann hielt zudem ein Referat, in dem vom Limmattal als Region der Chancen die Rede war. «Greifen Sie zu», meinte er in Bezug auf die vielen Chancen.