Dietikon

Limmatfeld: Geschäftsflächen am Gleis bleiben Ladenhüter

Silvia Galasso vor ihrem Coiffeursalon, dahinter ist an der Webereistrasse noch kein Lokal vermietet. aru

Silvia Galasso vor ihrem Coiffeursalon, dahinter ist an der Webereistrasse noch kein Lokal vermietet. aru

Trotz Mietzinsreduktion stehen einige Ladenlokale im Limmatfeld noch leer. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Die Verwaltung hofft nun auf kreative Zwischennutzungen.

Die Ladenlokale im neuen Dietiker Stadtteil Limmatfeld füllen sich allmählich. Im frisch eröffneten Weissdornhof eröffnet bald ein Lidl, eine Filiale von Domino's Pizza soll folgen. Geschäftsflächen, die nicht an den Rapidplatz grenzen, finden jedoch nur schwerlich Mieter. An der Grünaustrasse, direkt an den Gleisen und an den Querstrassen Webereistrasse stehen noch 13 der insgesamt 18 Ladenlokale leer. Für Christian Toso, bei der Wincasa für die Vermietung der Geschäftsflächen verantwortlich, ist dies kein Grund zur Besorgnis. «Es war uns bewusst, dass die Gewerbeflächen, die an den Rapidplatz angrenzen aufgrund ihrer Lage auf grösseres Interesse stossen und schneller vermietet werden können, als die restlichen Gewerberäume», sagt er.

Offenbar tauchen zwei Probleme bei der Vermietung auf. Einerseits befindet sich der Mietzins für das lokale Kleingewerbe eher im oberen Preissegment. Dem hat man aber versucht, entgegenzuwirken, indem die jährlichen Quadratmeterpreise massiv reduziert wurden. Wie auf der Homepage des Limmatfelds ersichtlich ist, verrechnet Wincasa heute 240 Franken Jahresmiete pro Quadratmeter, vor einem Jahr waren es noch rund 340 Franken. Eine solche Preisanpassung gab es bei den Lokalen am Rapidplatz und der Heimstrasse nicht. Die für die Vermarktung des Zypressen- und Zedernhofs verantwortliche Halter AG gibt auf der Homepage noch immer den Preis von 340 Franken pro Quadratmeter und Jahr an.

Ein weiteres Problem liegt darin, die «richtige» Mieterschaft zu finden. Toso hat viele Anfragen von Vereinen erhalten, die sich eine solche Fläche als Vereinslokal vorstellen können. «Das Problem dabei ist, dass sich diese meist abends treffen. Manchmal wird es bei solchen Veranstaltungen auch lauter zu und her gehen», so Toso. Ab dem ersten Obergeschoss befänden sich jedoch Wohnungen in den Bauten, eventuellen Lärmklagen wolle man daher vorbeugen. Welche Mieterschaft sich die Wincasa wünscht, schreibt sie gleich auf die leeren Schaufenster. Grosse, auf die Scheibe geklebte Buchstaben preisen die Vorteile der diversen lokale für Versicherungen, Tanzstudios und Detailhändler an.

Architekten und Künstler kommen

Die Gewerbeflächen an der Grünaustrasse sollen aber nicht leer stehen, bis man einen Mieter findet: «Wir sind sehr daran interessiert, den Bekanntheitsgrad der Gewerbeflächen und die Attraktivität durch kreative Zwischenlösungen und Zusatzangebote zu fördern», so Toso.Dieses Angebot stösst auf Anklang. Laut Toso habe ein Fotograf Räumlichkeiten für ein Shooting gemietet, ein Architekturbüro habe in einem leerstehenden Ladenlokal bereits einige Modelle ausgestellt und werde dies in Bälde wieder tun. Zudem stellt ein Zürcher Künstler zurzeit eine Leuchtröhren-Installation im Ladenlokal an der Ecke Weberei-/Grünaustrasse aus. Gegenüber Interessenten einer stunden- oder tageweisen Nutzung gibt sich die Wincasa grosszügig. Zu den genauen Konditionen will sich Wincasa nicht äussern.

Silvia Galasso betreibt ihren gleichnamigen Coiffeursalon an der Webereistrasse bereits seit zwei Jahren – noch immer ist es der einzige Betrieb an dieser Strasse. Die Öffnungszeiten hat sie reduziert, macht mit den Kunden gezielt Termine ab. «Was hier fehlt, ist die Laufkundschaft», sagt sie. Grosse Hoffnungen setzt Galasso aber in den Einzug des Pizza-Restaurants und des Lidls, direkt vis à vis. «Dadurch könnte eine Sogwirkung entsteht, sodass sich auch andere kleine Geschäfte hier einmieten», sag sie.

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