Dietikon

Limmat-Auen – Naturoasen aus Menschenhand

Grosser Andrang beim Besuch der Limmat-Auen.  Marco Mordasini

Grosser Andrang beim Besuch der Limmat-Auen. Marco Mordasini

An der Limmat zwischen Dietikon und Geroldswil wurden neue Oasen für Pflanzen und Tiere geschaffen. Damit werden selten gewordene Lebewesen gezielt gefördert und finden neue Lebensräume.

Gegen einhundert Natur-Interessierte waren an der kantonalen Exkursion der Limmat-Auen unter fachkundiger Führung beteiligt. Sie liessen sich die neuen Lebensräume seltener Pflanzen und Lebewesen näher bringen. «Ich bin positiv überrascht, dass so viele Besucher sich für die Limmat-Auen interessieren», sagt Tobias Liechti, Gebietsbetreuer im Auftrag der Fachstelle Naturschutz der Baudirektion des Kantons Zürich.

Das neun Hektaren umfassende Gebiet wurde für insgesamt 2,7Millionen Franken renaturiert. Somit erhielt die auf vielen Strecken eingezwängte Limmat einen Auenbereich zurück, wo unter anderem der Eisvogel wieder geeignete Brutwände findet und andere Wasservögel das Stillwasser als Überwinterungsgebiet schätzen. Nebst den baulichen Massnahmen wurde mit einer geschickten Besucherlenkung dafür gesorgt, dass die Natur möglichst wenig gestört wird.

Natur möglichst wenig stören

«Die klaren Regeln und Abschrankungen entlang dieses Gebietes haben sich bewährt. Auch das Angebot für die Hunde, die gerne in der Limmat baden, konnte ideal integriert werden», so Liechti weiter. Diese Naturschutzfläche, die in einem so dichten Agglomerationsgürtel geschaffen werden konnte, ist allseits akzeptiert und stellt zudem ein ruhiges und beschauliches Nacherholungsgebiet dar.

Mit diesen Auen sollen seltene Tiere und Pflanzen gezielt gefördert werden. Seit 2005 konnte zudem festgestellt werden, dass die Vegetationsentwicklung von Jahr zu Jahr neue Aspekte hervorbringt. Zudem konnte eine rasche Besiedelung erreicht werden, deren Entwicklung aber längst noch nicht abgeschlossen ist. Tobias Liechti erklärte den Besuchern zudem ausführlich, dass der Bau des Limmat-Kanals zwischen 1880 und 1912 unter anderem zum Ziel hatte, die wiederkehrenden Hochwasser in den Griff zu bekommen und zusätzlich Land zu gewinnen.

Aktualisierte Informationen

Im Bereich der Limmat-Auen weisen sechs grosse Tafeln die Besucher auf die Pflanzen- und Tierarten hin, die man in diesem Gebiet beobachten kann.

«Diese Informationen werden regelmässig aktualisiert und bilden so ein spannendes Fenster zur Natur», erklärt Liechti. Insgesamt konnten bislang 99Vogelarten, davon 27Brutvögel beobachtet werden. «Die Entwicklung ist nach wie vor im Gang, genauso bei den Reptilien wie auch bei den Amphibien», führt Gebietsbetreuer Liechti weiter aus. Eine sehr wertvolle Ergänzung zu den bestehenden Gebieten konnte auch dank der dynamischen Entwicklung in der Fauna erzielt werden, wo seltene und gefährdete Arten wieder neue Lebensräume gefunden haben.

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