Schlieren 

Limeco darf Leitung bauen – aber vorerst noch nicht nutzen

Die Limeco hat bei der Stadt Schlieren ersucht, im Zusammenhang mit dem Bau der Limmattalbahn auch gleich Fernwärme-Rohre unter den Strassen verlegen zu können.

Die Limeco hat bei der Stadt Schlieren ersucht, im Zusammenhang mit dem Bau der Limmattalbahn auch gleich Fernwärme-Rohre unter den Strassen verlegen zu können.

Das Gebiet beim Spital Limmattal soll durch Fernwärme erschlossen werden. Die Limeco hat deshalb bei der Stadt Schlieren darum ersucht, im Zusammenhang mit dem Bau der Limmattalbahn auch gleich Fernwärme-Rohre unter den Strassen verlegen zu können.

Damit der Kehrichtverbrennungsanlage Limeco erlaubt werden könnte, dass sie den öffentlichen Grund in Anspruch nehmen darf, bräuchte sie eine Konzession, hält der Schlieremer Stadtrat in seiner Antwort nun fest. «Ein Antrag auf Erteilung einer Konzession wurde bisher durch die Limeco nicht vorgelegt.»

Trotz fehlender Konzession hat der Stadtrat über das Gesuch entschieden – und den Bau der Leitungen bewilligt. Denn ihm ist bewusst, dass die Bauarbeiten für die zweite Etappe der Limmattalbahn derzeit voll in Gang sind. «Ein nachträglicher Einbau der Fernwärmeleitungen ist auf diesen Strassenabschnitten später nur noch unter stark erschwerten Bedingungen mit entsprechenden Kostenfolgen möglich.» Wegen dieser Kostenüberlegungen wird der Limeco, die als interkommunale Anstalt zum Teil auch der Stadt Schlieren gehört, die Inanspruchnahme des öffentlichen Grunds genehmigt.

Die Frage der Konzession bleibt offen

Der Schlieremer Stadtrat verweist im Weiteren darauf, dass die entsprechenden Strassen im Gebiet Langacker-Spital liegen. Diese Gegend gilt gemäss dem vom Gemeindeparlament genehmigten Energieplan als «Optionsgebiet für eine Fernwärme aus Abwärme der Kehrichtverbrennungsanlage». Deshalb sei die von der Limeco geplante Erschliessung grundsätzlich sinnvoll, heisst es im Protokollauszug der Stadtratssitzung. Eine Verweigerung der Bewilligung würde eine spätere Fernwärme-Erschliessung «massiv erschweren und wesentlich verteuern, wenn nicht gar verunmöglichen».

Allerdings erstreckt sich die vom Stadtrat erteilte Bewilligung einzig auf den Bau der Leitungsrohre. Verwendet werden können diese noch nicht: «Die Anlagen dürfen erst später, nach erfolgter Konzessionserteilung, in Betrieb genommen werden.» Dass die Limeco die Fernwärme-Leitungen nun im Zuge der Limmattalbahn-Arbeiten einbauen darf, sei auch nicht als Präjudiz zu verstehen, betont der Stadtrat. «Der Verlauf des Konzessionsverfahrens muss offen bleiben.» Die Limeco erstelle deshalb die Anlagen auf eigenes Risiko. Sollte das Netz nicht realisiert werden können, «kann sie keinerlei Schadenersatzforderungen an die Stadt richten». Die Limeco müsste, falls sie keine Konzession erhalten sollte, die Leitungen vielmehr auf eigene Kosten wieder entfernen. Dieser Rückbau müsste auf erstes Verlangen der Stadt oder spätestens bis 30. November 2029 erfolgen, heisst es im Beschluss.

Der Limeco werden für die Behandlung ihres Gesuchs 3200 Franken in Rechnung gestellt. (liz)

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