Anlass für die Überarbeitung der Planung von Kapazitäten und Standorten war die Zunahme der Abfallmengen durch die Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung, teilt die Baudirektion des Kantons Zürich mit. Die Investitionen in die Standorte möchte man aufeinander abstimmen.

Ökologie stand im Vordergrund

«Die Ökologie hat den grössten Ausschlag gegeben, den Standort Dietikon weiter zu betreiben», sagt Jean-Pierre Balbiani, Präsident des Verwaltungsrats der Limeco, der Betreiberin der Dietiker Kehrichtverwertungsanlage.

Im Laufe der Kapazitätsplanung seien Varianten mit einem bis vier Standorten im Kanton untersucht worden. Wichtigstes Element war laut Balbiani die Energieeffizienz – die gewonnene Energie soll in unmittelbarer Nähe der Anlagen verwertet werden. Wirtschaftlich gesehen wäre die Konzentration auf eine einzige kantonale Anlage sinnvoller. «Aber dann müsste der ganze Abfall dahin transportiert werden.»

700000 Tonnen

Ein weiterer Grund spricht gegen eine einzige zentrale Anlage: «Für die Wärme einer so grossen Anlage hätte es nicht genügend lokale Abnehmer gegeben – nicht einmal der Flughafen Zürich benötigt so viel Energie.» In Dietikon sei alles vorhanden: die Anlagen zur Verarbeitung des Abfalls und Abnehmer für Strom und Fernwärme. Fernwärme bietet den Vorteil, dass sie bis zu fünfmal energieeffizienter als Strom ist.

Im gesamten Kanton wurden im letzten Jahr 700000 Tonnen Abfall verbrannt und in Wärme und Strom umgewandelt. Etwa vier Prozent des kantonalen Stromverbrauchs konnten so gedeckt werden. (kob)