Fussball
Ligaerhalt ist so gut wie geschafft

Dietikon schlägt Biberist mit 5:2 – nun wollen die Limmattaler in den verbleibenden drei Spielen der Saison noch so viele Punkte wie möglich holen.

Michel Sutter (Text und Foto)
Merken
Drucken
Teilen
Der Dietiker Aleandro Norelli (rechts) mit vollem Einsatz gegen Biberists Dominik Marti.

Der Dietiker Aleandro Norelli (rechts) mit vollem Einsatz gegen Biberists Dominik Marti.

michel sutter (msu)

Die Jubelschreie einiger Dietiker Spieler in der Garderobe waren bis zum Spielfeldrand zu hören, und die anderen, die noch draussen waren, strahlten über beide Backen. Lange hatte man auf der Dietiker Dornau nicht mehr so viele fröhliche Gesichter gesehen wie am vergangenen Samstagabend. Die Erleichterung war den Dietikern nach dem 5:2-Erfolg gegen den Tabellenletzten Biberist deutlich anzumerken. «Wir brauchten diesen Sieg», sagte Verteidiger Aleandro Norelli. «Er war sehr wichtig.»

Wie wichtig, sollte sich erst später zeigen. Vor dieser Runde hatte das Team auf dem ersten Abstiegsplatz, Olten, sechs Punkte Rückstand auf die Dietiker. Hätten die Dietiker verloren, hätte Olten den Abstand bei einem Sieg auf drei Punkte verkürzen können – bei drei ausstehenden Partien. Die Limmattaler hätten im Meisterschaftsendspurt also nochmals zittern müssen um ihren Platz in der 2. Liga interregional.

Da aber Dietikon gegen Biberist drei Punkte holte und Olten seinerseits gegen die Blue Stars mit 2:4 verlor, hat sich der Abstand vor den letzten drei Runden auf neun Punkte vergrössert. Und angesichts des deutlich besseren Torverhältnisses der Limmattaler (plus 20 Tore gegenüber Olten) dürfte Dietikon selbst bei drei Niederlagen in den verbleibenden Partien nicht mehr unter den Strich fallen.

Allerdings mussten die Dietiker im Spiel gegen Biberist um ihren Erfolg bangen. Denn in Führung ging zuerst das Schlusslicht: Marco Imbach erzielte nach einem abgefälschten Ball nach 20 Minuten das 1:0 für die Gäste. Ein Tor, das Dietikons Trainer Goran Ivelj ärgerte. «Wir haben uns zuvor nicht gut verhalten», sagte er. «Für mich ist die Entstehung des Treffers entscheidend.»

Zwei Tore in einer Minute

Immerhin konnten die Limmattaler nach dem Schock reagieren und drehten die Partie nach 40 Minuten mit einer Doublette. Erst sorgte Roberto Stoykov mit einem Kopfball für den 1:1-Ausgleich, und nicht mal eine Minute später zirkelte Marjan Jelec den Ball herrlich in den rechten Torwinkel. 2:1 für Dietikon. Allerdings konnten die Limmattaler den Vorsprung nicht in die Pause retten: In der letzten Minute der ersten Halbzeit versuchte Dietikons Captain Naim Haziri, seinen Gegenspieler Petrit Krasniqi im Strafraum zu stoppen. Dieser fiel hin – Penalty für die Gäste.

Ein umstrittener Entscheid, die Dietiker und insbesondere Haziri protestierten lautstark. «Für mich war das kein Strafstoss», sagte Norelli. Doch der Schiedsrichter liess sich von den Protesten nicht umstimmen. Imbach trat an und sorgte für das 2:2.

Die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag. Die Dietiker starteten einen Angriff, eine Flanke in den Strafraum landete bei João Paiva, der per Kopf zum 3:2 für die Hausherren traf. Gerade mal 20 Sekunden waren seit dem Wiederanpfiff gespielt. Eine Viertelstunde später sorgte Stoykov dann für die Vorentscheidung in dieser unterhaltsamen Partie. Der Dietiker Stürmer war steil angespielt worden und konnte alleine auf Biberists Torwart Samuel David zulaufen – 4:2 für Dietikon. Danach kontrollierten die Limmattaler das Spiel, das 5:2 durch Ivan Moreno wenige Minuten vor Schluss war die Entscheidung. «Wir hätten eigentlich schon früher in Führung gehen sollen», sagte Norelli. «Aber wir konnten die Partie drehen.»

Cupspiel wichtig

Dank des Sieges stehen die Dietiker in den verbleibenden Partien deutlich weniger unter Druck. «Wir können jetzt befreit aufspielen», sagt Ivelj, der glaubt, dass die Mannschaft jetzt zusammengefunden hat. «Wir haben die Jungen einbinden können, das war auch das Ziel», sagt der Dietiker Trainer. «Aber auch die erfahrenen Spieler wie Naim Haziri oder João Paiva sind sehr wichtig für dieses Team.»

Natürlich möchte Ivelj, der in der neuen Saison die U18-Mannschaft der Grasshoppers Zürich trainieren wird, in den verbleibenden drei Spielen der Meisterschaft noch möglichst viele Punkte holen. Doch speziell wichtig ist ihm das Cupspiel Mitte Juni, in dem die Dietiker AS Timau Basel, ebenfalls aus der 2. Liga interregional, empfangen. «Dann wäre der Verein in der neuen Saison in der Hauptrunde dabei», sagt Ivelj. «Und das will ich unbedingt erreichen.»