Die Vernetzung sei ein wichtiger Faktor für einen Life-Science-Standort, erklärte der Zürcher Regierungspräsident Thomas Heiniger im Rahmen der Podiumsdiskussion, die er und Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker mit Vertretern von Wirtschaft und ETH führten.

Der entscheidende Schritt dabei sei die translationale Forschung – also die Übertragung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in die medizinische Praxis und schliesslich in marktfähige Produkte. «Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist es daher wichtig, dass der Übergang von der Forschung zum Produkt funktioniert», so Heiniger. Damit war ein Gespräch lanciert, in dem sich unternehmerische, akademische und politische Perspektiven gegenüberstanden.

So erklärte etwa Daniel Bühler, CEO und Präsident der «Vascular Intervention» Biotronik AG, dass sich die Bedingungen für den Übergang aus der universitären Umwelt in ein privatwirtschaftliches Unternehmen in der Schweiz in den vergangenen Jahren verbessert hätten.

Es sei aber durchaus noch vieles optimierbar. Bühler verglich die hiesigen Verhältnisse mit jenen in den USA und kam zum Schluss, dass etwa das Verständnis davon, welches Forschungsprojekt marktwirtschaftlich interessant sein könnte, an den akademischen Ausbildungsstätten noch zu wenig vorhanden ist. «In den USA besteht viel schneller Klarheit darüber, ob aus einem Forschungsprojekt ein erfolgreiches Produkt entstehen könnte oder nicht.»

Christian Zahnd, CEO bei der Molecular Partners AG, pflichtete ihm bei und verwies darauf, dass in den Vereinigten Staaten die Universitäten die Entwicklung von Produkten mehr unterstützen würden: «Hier wird die wirtschaftliche Umsetzung der Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung mehr durch die grossen Unternehmen gefördert.»

Wirtschaft soll nicht regulieren

ETH-Professor und Präsident des Bio-Technoparks Ernst Hafen erklärte, dass es nicht erstrebenswert ist, dass die ETH die Gründung von Spin-offs zusätzlich fördert. «Die Wissenschaft solle nicht zu stark durch marktwirtschaftliche Zielsetzungen reguliert werden», sagte er. Wichtiger sei es, Austauschplattformen wie den Bio-Technopark oder solche für die Verknüpfung von IT- und Life Science-Bereich zu schaffen. Heiniger sagte hierzu, medizinische Innovation dürfe kein Selbstzweck sein, sondern müsse dem Wohl der Menschen dienen.

Stocker äusserte sich schliesslich zur Frage, ob Möglichkeiten bestehen würden, um die Finanzierung von Spin-offs nach deren Gründung von staatlicher Seite her zu erleichtern. Der Zürcher Volkswirtschaftsdirektor gab zu bedenken, dass es besser sei, wenn der Staat sich nicht allzu stark finanziell beteilige. «Bisher hat die Privatwirtschaft in Form von Initiativen wie der Gründung des Bio-Technoparks gut funktionierende Lösungen gefunden», so Stocker.