Dietikon

Liederabend «Casa Macho» bringt Schwung in die Theateria

Mit «Casa Macho» wurde die Theateria zum Schauplatz sehnsüchtiger Gitarrenklänge. Bei diesem ironischen Schauspiel bekam Till Eulenspiegel ebenso sein Fett weg wie der russische Präsident.

Wenn das «DuOhhh!», bestehend aus Stefan Baier und Thomas Lutz, in der Dietiker Theateria zu einem Liederabend einlädt, findet dieser vor vollen Rängen statt. Die Gastgeber verstehen es, den Raum so zu gestalten, dass Gemütlichkeit aufkommt.

Am Freitag wurde das Programm «Casa Macho» aufgeführt. Dieses ist zwar nicht neu; seine Premiere feierte es bereits im vergangenen Mai, aber immer wieder ein wenig anders. Improvisation wird beim Duo grossgeschrieben.

Das verspricht auch Daniel Schöb, Vorstandsmitglied des Theateria-Clubs. Strahlend nimmt er die Gäste in Empfang und stimmt sie auf den Abend ein. Sein Club unterstützt die Theateria tatkräftig, sei es finanziell oder rein organisatorisch.

«Die Mitgliederzahl ist eher bescheiden», weiss Schöb. Aber die Freude am Lokal, das von Stefan Baier und Heidi Christen seit fast 20 Jahren geführt wird, hält an. Dabei gab es in letzter Zeit eher weniger Darbietungen in der Theateria.

Das soll sich nun ändern. «Wir machten eine Babypause. Ich war eher als Papi denn als Künstler im Einsatz», sagt Stefan Baier im Hinblick auf seine zwei Söhne, von denen der erste 2003 das Licht der Welt erblickte.

Mit «Casa Macho» will er wieder Schwung in seine Karriere als Künstler bringen. Trotz einer der Schwerpunkte der Theateria – viele Projekte sind für Kinder und Jugendliche – gibt der Theaterpädagoge für das jüngste Programm explizit die Parole «Für Erwachsene» durch.

Ein geläuterter Macho

Der Liederabend widmet sich «Helvetiern, Eidgenossen, Schweizern und anderen Helden des Alltags». Was sich als patriotischer Vorschlaghammer ausgibt, entpuppt sich als musikalisches Kammerspiel mit sanfter Ironie zwischen Stefan Baier und Thomas Lutz.

Ersterer gibt den liebeskranken und verlassenen Barden, der sich in seinem Wohnzimmer die Kante gibt. Als ihn sein Freund (Lutz) besucht, nehmen beide die Gitarren in die Hand und singen sich durch die triste Lage.

Beginnend mit einem Lied, das auch als Ode an den Alkohol durchgehen könnte, werden daraufhin die kopflastigen Landesgrenzen anhand populärer Schweizer-Ikonen und sehnsüchtigen Gitarrenklängen überschritten.

Auch Till Eulenspiegel und dem russischen Präsidenten Putin werden Noten zugespielt, die deren «Heldentum» im Rausch demontieren. Als Höhepunkt dient das Lied «Michel, warum weinst du?», das 1848 geschrieben wurde – dem Geburtsjahr der heutigen Schweiz.

Und zum Schluss: Mani Matter

Der Liederabend schliesst mit einem geläuterten Macho, dessen einstige grosse Liebe bereits ein neues Leben begonnen hat. Als Zugabe darf Mani Matter nicht fehlen sowie eine Hymne an die Reppisch, das neuste Werk im Repertoire.

An dieser Stelle betritt Heidi Christen die Bühne. Trotz Humor, Seitenhieben und versöhnlichen Klängen war eine gewisse Melancholie spürbar, die über dem «Casa Macho» schwebte.

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