Heute bekommt Bundesrätin Doris Leuthard dicke Post aus dem Limmattal. Der Absender: der Hauseigentümerverband (HEV) Limmattal. Das Thema: die geforderte Portalüberdeckung der dritten Gubriströhre bei Weiningen. Der Ton: angriffslustig.

Anliegen wurde abgewiesen

In seinem Brief, welcher der az Limmattaler Zeitung vorliegt, nimmt der HEV Limmattal Bezug auf die Anfang Februar dieses Jahres erteilte Plangenehmigung des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) für den Ausbau der Nordumfahrung Zürich. Gleichzeitig teilte das Uvek damals mit, dass das Weininger Anliegen einer Portalüberdeckung abgewiesen werde, da diese rechtlich nicht verlangt werden könne.

«Rechthaberisches» Vorgehen

Dies stösst dem HEV Limmattal sauer auf. In seinem Brief drückt die rund 4000 Mitglieder umfassende Organisation der Bundesrätin ihr «Erstaunen» über den Entscheid aus und nennt das Vorgehen der Bundesbehörde «rechtsherrlich und rechthaberisch».

Es scheine, heisst es weiter, «dass die weitab von den Problemen sich befindlichen Behörden falsche Prioritäten setzen und ihre Meinung auf Biegen und Brechen» gegen den Willen der bereits stark belasteten Bevölkerung «durchboxen» wolle.

Die deutlichen Worte habe man nicht zufällig gewählt, sagt Furio Molteni, Vorstandsmitglied des HEV Limmattal, auf Anfrage: «Wir sind verärgert. So kann man mit der Bevölkerung nicht umgehen.» Den Brief habe man daher in erster Linie als Solidaritätsbekundung gegenüber der Weininger Bevölkerung geschrieben. «Wir wollen den Weiningern zeigen, dass sie nicht allein sind.»

Portalüberdeckung nur auf einer Seite

Im Brief verweist der Hauseigentümerverband unter anderem auf einen Eintrag der Portalüberdeckung im Verkehrsrichtplan, der vom Bundesrat genehmigt worden ist. Dieser sei korrekterweise auf der Katzensee-Seite des Gubristtunnels angewendet worden, wo die Natur durch eine Portalüberdeckung geschützt werde - mit einer «erheblichen finanziellen Beteiligung durch den Bund».

Wieso dies auf der Limmattalseite nicht gelten solle, wo viele Menschen und nicht Tiere davon profitieren könnten, sei «nicht verständlich», heisst es im Brief. «Sind Tiere besser zu schützen als Menschen?»

Daneben missfällt dem Hauseigentümerverband auch der «immer wieder in die Waagschale geworfene Einwand», eine Überdeckung würde eine Zeitverzögerung beim Bau der dritten Gubriströhre mit sich bringen, wie es im Brief heisst. Dieses Argument sei nicht relevant, da die Gemeinde Weiningen bereits aufgezeigt habe, «dass eine Überdeckung nicht oder zu keiner relevanten Verzögerung» führen müsse.

«Wir geben nicht auf»

Nun erwartet der HEV Limmattal eine Antwort, «oder zumindest eine nachvollziehbare Stellungnahme» von Bundesrätin Leuthard, wie Molteni sagt. Auf eine solche habe man nämlich bis anhin vergeblich gewartet. Die Hoffnung auf eine erfreuliche Lösung bleibe jedoch: «Wir geben nicht auf.»