«Wenn Reisen bildet, ist Auswandern ein Crashkurs in Selbstfindung», sagt Milena Moser. 2013 machte die damals 50-jährige Autorin diese Erfahrung. In Santa Fe, der Hauptstadt von New Mexico, kaufte sie sich ein Haus und erfüllte sich ihren Mädchentraum vom Wilden Westen. Was sie dort seither erlebte, hat sie in ihrem jüngsten Buch «Hinter den blauen Bergen» niedergeschrieben, das sie am Mittwochabend in der Gemeindebibliothek Birmensdorf präsentiert.

Nach einer gescheiterten Ehe machte sie sich auf die Suche nach Freiheit und Glück – und begegnete dabei einer neuen Liebe. Victor Mario Zaballa, ein mexikanischer Indianer, ist Künstler und lebt in San Francisco. Ihn kannte die Erfolgsautorin jedoch schon lange. «Victor war ein guter Freund und mein Verehrer. Ich habe aber erst nicht erkannt, dass da mehr ist», so Moser. Einen Tag, nachdem sie das Manuskript ihres vorherigen Buches «Das Glück sieht immer anders aus» abgegeben hatte, machte sie einen Zwischenstopp in San Francisco – «und es machte peng, als ich ihn sah», sagt Moser.

Doppelt verliebt

Auch in Santa Fe fand Moser Liebe. Ein Pferd namens Mark Twain hat es ihr angetan. «Na, wenn das mal nicht zu mir passt», sagt sie und lacht. Als Teenager sei sie beim Reiten gestürzt und habe eine schwere Kopfverletzung erlitten. Die Sehnsucht nach den Pferden sei trotzdem geblieben, aber auch die Angst. Erst dank Mark Twain, der früher im Polizeieinsatz stand, habe sie die Freude am Reiten wiederentdeckt. «Ich nenne ihn meinen Boyfriend. Als ich Fotos von uns zwei auf Facebook veröffentlichte, waren meine Freundinnen aber ein wenig enttäuscht, dass Mark Twain ein Pferd und kein Mann ist», so Moser.

Dann hält sie kurz inne und wechselt zu ihrem nächsten Kapitel, in dem sie die Schwierigkeiten des Auswanderns schildert. So erzählt sie von den Hürden, um einen Führerschein in New Mexico zu besorgen, von ihrer Konfrontation mit Rassismus und wie sie sich selbst neu kennenlernte.