Unterengstringen

Lesen statt telefonieren: Bald kann man sich in der ehemaligen Telefonkabine in Bücherwelten vertiefen

Der Standort sei hervorragend, weil auch der Bus direkt vor Ort halte. Bei Wartezeiten könne man so in den Büchern schmökern. (Symbolbild)

Der Standort sei hervorragend, weil auch der Bus direkt vor Ort halte. Bei Wartezeiten könne man so in den Büchern schmökern. (Symbolbild)

Die Telefonkabine bei der Poststelle an der Busstation Sennenbüel wird bald mit alten Büchern bestückt. Rund 180 Bücher finden einen Platz.

Anstatt sich über die Geschichten, die das Leben schreibt, am Telefon auszutauschen, kann man sich in Unterengstringen bald in einer ehemaligen Telefonkabine in Bücherwelten vertiefen. Im Januar werden in der eingebauten Telefonkabine bei der Poststelle an der Bushaltestelle Sennenbüel zwei Regale montiert. Diese können mit 150 bis 180 Büchern befüllt werden. Die Gemeindebibliothek Unterengstringen ermöglicht mit diesem Projekt einen nachhaltigen Umgang mit nicht mehr gebrauchten und gewünschten Büchern. Anstatt diese zu vernichten, stehen sie der Bevölkerung zum freien Gebrauch zur Verfügung.
Passantinnen und Passanten können sich bedienen. Das Ziel ist es dabei, dass der Bestand im Sinne von Nehmen und Geben fortlaufend aufgefüllt und ausgetauscht wird. Die ersten Exemplare stellt die Gemeindebibliothek Unterengstringen zur Verfügung: «Wir werden darauf achten, dass ebenfalls viele Bücher in einer Fremdsprache zu finden sind, weil wir innerhalb der Bibliothek keinen eigenen Sektor mit Büchern in einer anderen Sprache anbieten können», sagt Leiterin Karin Baeriswyl. Der Standort sei hervorragend, weil auch der Bus direkt vor Ort hält. Bei Wartezeiten könne man so in den Büchern schmökern. Die Idee einer umfunktionierten Telefonkabine sei aber nicht neu: «Es gibt viele Beispiele im In- und Ausland, die ebenfalls eine Telefonkabine zu einer Austauschstation für Bücher umfunktioniert haben», führt Baeriswyl aus.

Ähnliche Projekte gibt es auch in anderen Städten

Wohin mit gelesenen Büchern, die man nicht mehr behalten möchte? Und wohin mit den Büchern, die gerade in Bibliotheken immer wieder einem neuen Bestand weichen müssen? Erfolgreiche und laufende Projekte, von denen auch die Bevölkerung profitiert, gibt es bereits in anderen Limmattaler Städten.
In Dietikon wurden 2015 diverse Sitzplätze mit Kisten ausgestattet, die mit Büchern befüllt wurden. Jeden Bibliothekar schmerze das Herz, wenn Drucksachen entsorgt werden müssen, sagte damals Agnes Matt, Leiterin der Stadtbibliothek Dietikon. In Schlieren gibt es ähnliche Bestrebungen. So reichte der Gemeinderat Manuel Kampus (Grüne) im Sommer ein Postulat ein, damit die Stadt die Möglichkeit von öffentlichen Bücherschränke prüfe. Er forderte dafür eine Zusammenarbeit mit der Bibliothek Schlieren. Der Vorstoss wurde im Herbst an den Stadtrat überwiesen, die Antwort steht noch aus.

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In Baden AG wurde am Donnerstagvormittag die letzte öffentliche Telefonkabine der Swisscom demontiert. Damit haben die sogenannten Publifone ausgedient. Die letzte Kabine kommt ins Museum, als Relikt der Festnetztelefonie.

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Autor

Cynthia Mira

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