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Leiterkurs wegen Corona ausgefallen – nun hat die Pfadi Limmattal ein Nachwuchsproblem

Die Pfadi im Limmattal hat im Bereich der Leiterinnen und Leiter ein Nachwuchsproblem. (Symbolbild)

Die Pfadi im Limmattal hat im Bereich der Leiterinnen und Leiter ein Nachwuchsproblem. (Symbolbild)

Die in Schlieren, Dietikon und Bergdietikon aktive Pfadi Limmattal kämpft gegen einen Leitermangel an. Verschärft hat die Situation die vorherrschende Coronakrise, wegen der die Leiterkurse im Frühjahr ausfallen mussten.

Die Pfadi Limmattal ist auf der Suche nach Nachwuchs. Zwar fehlt es nicht an pfadibegeisterten Kindern, aber an Leiterinnen und Leitern. Gesucht wird Verstärkung für das Leitungsteam der Wölfe in Bergdietikon, also für die Kinder zwischen sechs und elf Jahren. Dies teilte die Pfadi Limmattal, die in Schlieren, Dietikon und Bergdietikon aktiv ist, kürzlich auf der Website der Gemeinde Bergdietikon mit.

Gesucht sind motivierte Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren. Die Interessenten müssen nicht zwingend schon einmal in der Pfadi gewesen sein. Besonders für Berufe in der Kinderbetreuung oder als Lehrer biete die Pfadierfahrung eine gute Grundlage, hebt die Pfadi hervor.

Da aufgrund des Coronavirus die Leiterkurse der Pfadi im Frühling dieses Jahres ausgefallen waren, wurde der Mangel an Pfadileitern in Bergdietikon verschärft. Das Förderungsprogramm Jugend und Sport unterstützt Lager nur, wenn auch ausgebildete Leiter dabei mit- wirken. Moritz Laim, Abteilungsleiter der Pfadi Limmattal, sieht den Grund für den Leitermangel darin, dass viele Jugendliche nicht bereit sind, so viel Zeit in die Pfadi zu investieren. Deshalb werden nun die älteren Pfadis schrittweise an das Leiten herangeführt, damit sich nicht auf einen Schlag zu viel Aufwand ergibt.

Nicht genug Leiter besuchen die Leiterkurse

Das Problem des Leitermangels scheint ein grundlegendes zu sein. Bei der Pfadi St.Ulrich, der zweiten Abteilung Dietikons, und der Pfadi Laupen aus Ober- und Unterengstringen zeigt sich das Problem aber nicht so akut wie bei der Pfadi Limmattal. Yannick Rhyn, Abteilungsleiter der Pfadi Laupen, sagt: «Wir haben zwar momentan genug Leiter, aber wenn in einem Jahr mal nur wenige Leiter hinzukommen, ergibt sich schnell eine Lücke im Leitungsteam.» Oft hapere es nicht an der Anzahl Leiter, sondern daran, dass zu wenige Leiter die erwähnten Leiterkurse besuchen. «Zum Glück konnten die ausgefallenen Kurse bei uns auf den Sommer und den Herbst verschoben werden», erklärt Rhyn.

James Kiwic, Abteilungsleiter der Pfadi St.Ulrich, sieht einen Grund für den Leitermangel darin, dass es so viele alternative Freizeitangebote gibt. «Bei uns werden viele Kinder später nicht Leiter, weil sie zum Beispiel auch im Fussballverein sind», sagt er. Wichtig findet er, die Kinder früh für die Pfadi begeistern zu können. Deshalb hat die Pfadi St.Ulrich seit 2010 eine Biberstufe, wo Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren die Pfadi kennen lernen können. «So entstehen Vollblutpfadis, die sich später auch auf das Leiten freuen», meint Kiwic.

Roman Lieberherr, Abteilungsleiter der Pfadi Altberg aus Oetwil, Geroldswil, Fahrweid und Weiningen, weist zudem darauf hin, dass die Jugendlichen andere Interessen oder Verpflichtungen haben, wenn sie langsam erwachsen werden.

Gesamtschweizerisch verzeichnete die Pfadi in den letzten Jahren mehr Mitglieder. Auch Moritz Laim von der Pfadi Limmattal und Yannick Rhyn von der Pfadi Laupen sind froh, dass es den Abteilungen nicht an begeisterten Kindern fehlt. «Wir können mittlerweile an Teilnehmern zulegen», freut sich Laim.

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