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Lehrer und ehemaliger Schlieremer Gemeindepräsident — ohne Musik könnte er nicht leben

Walter Sommerhalder ist im Stadtorchester aktiv.

Walter Sommerhalder ist im Stadtorchester aktiv.

Walter Sommerhalder wurde 1932 in Rümlang geboren. Er war in Schlieren 23 Jahre lang Sekundarlehrer. Neben Sport und Politik ist Musik ein weiteres wichtiges Thema im Leben von Walter Sommerhalder.

Walter Sommerhalder wurde 1932 in Rümlang geboren und verlebte seine Jugend auf dem Zollikerberg. Während 13 Jahren war er in der Pfadi-Abteilung Flamberg und kletterte die Stufen vom Jungpfadi bis zum Feldmeister hoch. «Die Kameradschaft, die durch die vielen gemeinsamen Tätigkeiten wie Zelten, Abseilen und Morsetechnik entstanden ist, hat mich nie mehr losgelassen», sagt er. Und heute könne er immer noch fast so schnell morsen und stenografieren wie damals.

Sommerhalder stammt aus einer Lehrerfamilie und schloss das Realgymnasium in Zürich mit der Maturität B ab. Nach zwei Jahren im Vorkurs und am Oberseminar erhielt er vier Wochen vor seinem zwanzigsten Geburtstag das Primarlehrerpatent. Nach zwei Jahren Primarlehrtätigkeit begann er an der Uni Zürich das Sekundarlehrer-Studium phil II, das von einem fünfmonatigen Fremdsprachenaufenthalt in Paris unterbrochen wurde.

Bei einem öffentlichen Tanzanlass, den er zusammen mit seiner Reisegruppe am Inarisee besuchte, lernte er ein hübsches Mädchen kennen, das zwei Jahre später seine Frau werden sollte. «Die Nordlandreise von 1957 war das bedeutendste Ereignis in meinem Leben. Nachdem ich Helen zum Tanzen aufgefordert hatte, dauerte es nur 15 Minuten bis wir uns «Du» sagten. Ob wir heiraten würden, war nie ein Thema, aber irgendwie selbstverständlich. 1961 beziehungsweise 1963 wurde unsere Liebe von einer Tochter und einem Sohn gekrönt», erzählt Sommerhalder.

Unzählige Schulreisen und Klassenlager

1958 war Sommerhalder in Schlieren zum Sekundarlehrer gewählt worden und hatte diese Tätigkeit 23 Jahre lang inne. Seine letzten 16 Berufsjahre verbrachte er am Freien Gymnasium Zürich, wo der Schlieremer Pfarrer Kurt Scheitlin Rektor war. «Im Laufe meiner Karriere habe ich den vielfältigsten Unterricht erteilt. Neben den obligaten Fächern auch Knabenturnen, Schachkurs sowie Stenografie und Schreibmaschinenschreiben. Zudem habe ich unzählige Schulreisen, Klassenlager, Skilager und eine Ferienkolonie durchgeführt», erinnert sich Sommerhalder, welcher 1982, ohne einer Partei anzugehören, aber auf der Liste der FDP in den Gemeinderat gewählt wurde. 1985 bestimmte ihn der Grosse Rat zum Gemeinderatspräsidenten, womit er für ein Jahr höchster Schlieremer war. Anschliessend, bis zum Ende seiner Politkarriere 1994, fungierte er als Mitglied der Geschäftsprüfungskommission.

Neben Sport und Politik ist Musik ein weiteres wichtiges Thema im Leben von Walter Sommerhalder. Bereits im Alter von elf Jahren nahm er am Konservatorium Zürich Violinen-Unterricht, der acht Jahre dauerte. Er spielte in den Orchestern am Gymnasium, Oberseminar und Freien Gymnasium. Während seines Paris- Aufenthalts wirkte er im dortigen Studenten-Orchester mit. «Als 18-Jähriger durfte ich sogar an einem Pfadfinder-Familienabend im Kongresshaus Zürich vor mehr als tausend Zuschauern ein kleines Ad-hoc-Orchester dirigieren.»

Seit 25 Jahren ist er nun Mitglied des Stadtorchesters Schlieren; über 50 Konzerte hat er mit ihm bestritten. Im Alter von 66 Jahren übernahm er für fünf Jahre das Präsidium. Dass er immer noch mitspielen könne und dürfe, sei für ihn ein Geschenk des Himmels, denn ohne Musik könne er nicht leben, sagt Sommerhalder. Er erstaunt nicht, dass er auch während zehn Jahren nebenamtlicher Leiter der Musikschule Schlieren mit 300 Schülern und 22 Lehrern war. «So habe ich unter anderem 50 Vortragsübungen organisiert und diese auch persönlich besucht», erinnert sich der inzwischen verwitwete 87-Jährige.

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