Nach Angaben der Veranstalter nahmen 1000 Demonstrantinnen und Demonstranten daran teil. Laut und fröhlich seien sie durch die Stadt gezogen, heisst es in einer Medienmitteilung. Zum Umzug aufgerufen hatte das Aktionsbündnis «Wo Unrecht zu Recht wird» aus 32 zivilgesellschaftlichen und ausserparlamentarischen Organisationen sowie politischen Parteien. Die Demonstranten kritisierten insbesondere den Entscheid des Zürcher Kantonsparlaments, Geflüchteten mit F-Ausweis die Sozialhilfe zu entziehen, sowie das Melde- und Eingrenzungsregime gegen abgewiesene Asylsuchende des Zürcher Sicherheitsdirektors Mario Fehr. Weiter machten sie auf das besondere Schutzbedürfnis geflüchteter Frauen und traumatisierter Menschen aufmerksam. Für die rund 28 000 Sans-Papiers, welche im Kanton Zürich leben, forderte das Bündnis eine kollektive Regularisierung.

Der Umzug begann mit einigen Reden um 14 Uhr auf dem Helvetiaplatz. Danach zogen die Demonstranten via Sihlstrasse zur Bahnhofstrasse und über die Militär-/Langstrasse wieder zurück zum Helvetiaplatz. «Wir sind sehr zufrieden, dass wir heute ein kräftiges Zeichen gegen die Entrechtung von Migrantinnen und Migranten setzen konnten», zog der Medienverantwortliche Michael Schmitz Bilanz. «Die Zivilgesellschaft lebt!»

Anfrage blieb unbeantwortet

Vor der Demonstration hatte das Aktionsbündnis für rund 40 abgewiesene Asylsuchende, die von einer Eingrenzung betroffen sind, beim Migrationsamt Ausnahmebewilligungen beantragt, damit sie am Umzug teilnehmen konnten. Die Anfrage blieb unbeantwortet. «Dies ist nicht nur ein Affront gegenüber den Betroffenen und dem Bündnis ‹Wo Unrecht zu Recht wird›», sagte Rechtsanwalt Peter Nideröst, der die Ausnahmebewilligungen eingereicht hatte. «Sie ist auch eine nicht akzeptable Beschneidung der Demonstrationsfreiheit, ein Akt der Entrechtung – und für uns ein weiterer Grund, dass unser Kampf weitergehen muss.» (AZ)