Nicht am 1. August, sondern bereits am Vorabend kamen die Oberengstringerinnen und Oberengstringer beim Parkplatz Zwischen den Hölzern zusammen, um die von den Ortsparteien organisierte Bundesfeier zu begehen. Ziel dieser Vorverlegung war es, mehr Besucher an den Anlass zu locken. Es hat geklappt. «Die Resonanz zeigt, dass wir Erfolg haben», sagte Gemeindepräsident André Bender. Gegen 100 Besucherinnen und Besucher wohnten der Feier bei.

Diese Neuerung sorgte aber auch für ein Schmunzeln, wie Festrednerin Rahel von Planta (FDP), Gemeindepräsidentin von Oetwil, gestand. «Ich gehe also davon aus, dass man in Oberengstringen auch am 23. Dezember Weihnachten feiert», sagte sie.

Ein Blick zu den Nachbarn

In ihrer Rede ging es dann allerdings nicht mehr um Daten, sondern Nationalhymnen. Nicht nur unsere, sondern auch jene unserer Nachbarn nahm sie unter die Lupe. Dabei stellte sie fest, dass sie etwa der Schweizerpsalm eher an Ferien in den Bergen erinnere als an einen Kampf, wenn vom Abendglühn und dem Sternenheer die Rede sei. «Blühen darf es», sagte von Planta dann mit Blick auf die Deutsche Hymne. «Sie sind uns ja willkommen, die redegewandten Deutschen, solange sie uns nicht ihre Sprache überstülpen wollen», so von Planta. Bei den Österreichern ortete sie einen Fortschritt, seit nicht mehr nur von «Heimat grosser Söhne», sondern von «Heimat grosser Töchter und Söhne» gesungen wird.
Den Italienern attestierte sie Zusammenhalt, denn dort sei von «Brüder Italiens» die Rede. Als «brutal und mutig» bezeichnete sie schliesslich die Marseillaise. Gemeinsam sei aber allen, dass sie in Kriegszeiten entstanden seien, um das eigene Volk zu stärken, um ihm Mut zu machen, und um dem Gegner mutig ins Gesicht zu schauen. «Auch wenn wir heute immer wieder hoffen, in einer Welt möglichst ohne Krieg leben zu können, sollen die Stärkung, das Bewusstsein und der Zusammenhalt auch für heute gelten. Lassen Sie uns den Zusammenhalt feiern und leben», forderte von Planta.