Weiningen
Langohre Bimbo und Charly freuen sich auf den Chlaus

Die Esel Bimbo und Charly begleiten die Samichläuse seit Jahren zu den Hausbesuchen im Dorf. Und es macht ihnen immerwieder Spass.

Tabea Wullschleger (Text)und Annika Bütschi (Fotos)
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Zügeltermin für Charly und Bimbo: Zusammen mit ihrem Nachbarn führt Maria Meier die Esel ins Winterquartier bei ihrem Haus.

Zügeltermin für Charly und Bimbo: Zusammen mit ihrem Nachbarn führt Maria Meier die Esel ins Winterquartier bei ihrem Haus.

Für Charly und Bimbo beginnen die drei spannendsten Tage des Jahres: Heute Abend werden die beiden Esel zusammen mit Samichlaus und Schmutzli von Haus zu Haus ziehen. Kinder werden sie mit leuchtenden Augen empfangen, ihnen Knabbereien hinhalten und übers Fell streichen, bevor alle mit dem Samichlaus und dem einen Schmutzli im Haus verschwinden.

Der andere Schmutzli aber wird draussen bleiben und mit den Eseln zusammen warten, bis sie weiterziehen können.

Bimbo und Charly kennen den Ablauf nur zu gut. Beide sind über 20 Jahre alt und waren von klein auf als Chlausesel unterwegs. Sie seien inzwischen die beiden einzigen Esel in Weiningen, sagt Maria Meier, ihre Besitzerin: «Charly und Bimbo sind meine dritte Gruppe von Chlaus-Eseln.»

Moritz Lüthi, der Präsident der Weininger Samichläuse, drückt es anders aus: «Wir sind seit Urzeiten mit Frau Meiers Eseln unterwegs, wirklich seit Urzeiten.» Seit 62 Jahren wohnt Meier in Weiningen, etwas weniger lang hält sie Esel. Ursprünglich für den Nachwuchs anstelle von Ponys angeschafft, blieben die Esel auch, als alle sechs Kinder aus dem Haus waren.

Keine Strasse ist zu hart um sich darauf zu wälzen
7 Bilder
Noch kurz alles anschauen, dann gehts hinein in die Box im Winterquartier
Maria Meier und ihr Nachbar auf dem Weg vom Feldstall ins Dorf
Es geht auch ganz ruhig
Charly posiert für die Kamera, Bimbo hingegen wendet sich lieber anderem zu
Es braucht einige Anstrengung, zwei übermütige Esel fürs Foto richtig zu postieren
Esel sind richtiggehende Gwundernasen, die alles Neue beschnuppern wollen

Keine Strasse ist zu hart um sich darauf zu wälzen

Annika Bütschi

Grosser Zügeltermin

Nähert man sich dem Stall, der etwas ausserhalb von Weiningen steht, hört man als Erstes ein Wiehern. Ein Pony begrüsst einen am Zaun, denn Blacky hat seine Unterkunft und Weide gleich neben Bimbo und Charly. «Mit seinen 32 Jahren ist er auch schon ein alter Herr», sagt Meier.

Pünktlich auf die Chlauszeit zügelt sie mithilfe ihres Nachbarn Esel und Pony in die Boxen im Schopf bei ihrem Haus. «Im Winter können sie sowieso nicht auf die Weide und hier sind sie auch besser gegen Biswind geschützt», erklärt Meier. «Im Frühling ziehen sie dann wieder in den Feldstall.» Das Winterquartier hat aber noch einen weiteren Vorteil: Samichlaus und Schmutzli können die Esel bequem mitten im Dorf abholen.

Bevor es aber so weit ist, werden Charly und Bimbo gestriegelt, bis sie glänzen. Dann zieht ihnen Meier den Schmuckzaum an; ein mit farbigen Bändern verzierter Zaum, den die Esel nur für den Samichlaus tragen. Zusätzlich wird ihnen ein Riemen mit Glöckchen umgeschnallt. «Daran kann der Chlaus seinen Gabensack festbinden», sagt Meier. Der sei aber nicht schwer, denn den richtig gefüllten Sack würde einer der Männer selber tragen.

Sie freuen sich auf den Einsatz

Obwohl seit etwa drei Jahren niemand mehr regelmässig mit Bimbo und Charly spazieren geht, sind die beiden Esel jeweils ganz brav, wenn sie mit Chlaus und Schmutzli unterwegs sind. Esel seien sehr aufgeweckte Tiere, die alles Neue entdecken wollen, sagt Meier. «Und sie wissen längst, dass es bei den Kindern meist etwas zum Knabbern gibt.»

An drei Abenden sind die Samichläuse von Weiningen im ganzen Dorf unterwegs. Charly und Bimbo seien in diesen Tagen jeweils sehr zufrieden und würden sich auf jeden Einsatz freuen, so Meier: «Nach dem dritten Tag liegen die beiden aber einfach flach.» Immerhin können sie sich dann ein ganzes Jahr lang erholen, bis die drei interessantesten Tage wiederkehren.

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