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Land für die Limmattalbahn kostet die Kantone Millionen

Insgesamt kaufen die Kantone Aargau und Zürich für den Bau der Stadtbahn 103000 Quadratmeter Land. Das hat seinen Preis.

Florian Niedermann
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Im Spitalquartier Schlieren mussten diverse Abschnitte erworben werden.

Im Spitalquartier Schlieren mussten diverse Abschnitte erworben werden.

schlieren.ch

Die Kantone Zürich und Aargau müssten für den Bau der Limmattalbahn rund 103 000 Quadratmeter Land kaufen. Dies ist dem Kredit-Beschluss des Zürcher Regierungsrats vom Juli 2014 zu entnehmen. Für Land- und Rechtserwerb sind in der Gesamtsumme für die Bahn 61,6 Millionen Franken vorgesehen – auf den Streckenabschnitt auf Zürcher Boden entfallen davon 47,7 Millionen. Ein grosser Teil des Landes liegt laut Beschluss in unbesiedeltem Gebiet. An anderen Stellen wie etwa im Schlieremer Spitalquartier laufen derzeit Verhandlungen mit Gemeinden und privaten Eigentümern.

Die Limmattalbahn verläuft über weite Strecken innerhalb des Strassenraums. Rund ein Drittel des Landerwerbs betrifft daher den Streckenabschnitt Dietiker Niderfeld, wo keine Strassen vorhanden sind. Im Hoheitsgebiet des Kantons Zürich beanspruchen zudem das Depot an der Grenze zu Spreitenbach sowie die Verlegung der Ringstrasse in Schlieren grössere Flächen. Das restliche Land betrifft unmittelbar an die Strasse angrenzende Grundstücke.

Was diese betrifft, informierte die Limmattalbahn AG laut Gesamtprojektleiter Daniel Issler bereits 2012 alle Eigentümer persönlich über das Projekt und das Plangenehmigungsverfahren. Die benötigten Flächen wurden zudem bei der öffentlichen Auflage ausgewiesen. Der Boden wird zum Verkehrswert entschädigt. Die Eigentümer konnten gegen den Landerwerb Einsprache erheben oder Forderungen zur Höhe der Entschädigung stellen.

Anwalt wird bezahlt

Insgesamt gingen rund 200 Einsprachen ein. Diese betrafen aber verschiedenste Forderungen, nicht nur Landkäufe, wie Issler sagt. Teilweise, wie etwa im Schlieremer Spitalquartier, hat die benötigte Landfläche laut dem Projektleiter auch reduziert werden können. Den Eigentümern steht eine Vertretung durch einen Anwalt zu, den die Limmattalbahn AG entlöhnt. Ab Frühjahr 2014 starteten die Verhandlungen zwischen Eignern und den Bahnplanern, mit dem Ziel, einvernehmliche Lösungen zu finden. «Wir gehen davon aus, dass sie im Frühjahr 2016 abgeschlossen sind», so Issler.

Sollten sich Eigentümer und Limmattalbahn AG nicht einigen, können Erstere rechtlich auch zum Verkauf gezwungen werden. Einsprachen, die nicht die Höhe der Entschädigung betreffen, werden an das Bundesamt für Verkehr überwiesen. Die jeweiligen Entscheide können von beiden Parteien an das Bundesverwaltungsgericht und anschliessend an das Bundesgericht weitergezogen werden. Uneinigkeiten über finanzielle Forderungen werden an die eidgenössische Schätzungskommission überwiesen. Diese legt dann die Entschädigung fest.