Die Kantone Zürich und Aargau müssten für den Bau der Limmattalbahn rund 103 000 Quadratmeter Land kaufen. Dies ist dem Kredit-Beschluss des Zürcher Regierungsrats vom Juli 2014 zu entnehmen. Für Land- und Rechtserwerb sind in der Gesamtsumme für die Bahn 61,6 Millionen Franken vorgesehen – auf den Streckenabschnitt auf Zürcher Boden entfallen davon 47,7 Millionen. Ein grosser Teil des Landes liegt laut Beschluss in unbesiedeltem Gebiet. An anderen Stellen wie etwa im Schlieremer Spitalquartier laufen derzeit Verhandlungen mit Gemeinden und privaten Eigentümern.

Die Limmattalbahn verläuft über weite Strecken innerhalb des Strassenraums. Rund ein Drittel des Landerwerbs betrifft daher den Streckenabschnitt Dietiker Niderfeld, wo keine Strassen vorhanden sind. Im Hoheitsgebiet des Kantons Zürich beanspruchen zudem das Depot an der Grenze zu Spreitenbach sowie die Verlegung der Ringstrasse in Schlieren grössere Flächen. Das restliche Land betrifft unmittelbar an die Strasse angrenzende Grundstücke.

Was diese betrifft, informierte die Limmattalbahn AG laut Gesamtprojektleiter Daniel Issler bereits 2012 alle Eigentümer persönlich über das Projekt und das Plangenehmigungsverfahren. Die benötigten Flächen wurden zudem bei der öffentlichen Auflage ausgewiesen. Der Boden wird zum Verkehrswert entschädigt. Die Eigentümer konnten gegen den Landerwerb Einsprache erheben oder Forderungen zur Höhe der Entschädigung stellen.

Anwalt wird bezahlt

Insgesamt gingen rund 200 Einsprachen ein. Diese betrafen aber verschiedenste Forderungen, nicht nur Landkäufe, wie Issler sagt. Teilweise, wie etwa im Schlieremer Spitalquartier, hat die benötigte Landfläche laut dem Projektleiter auch reduziert werden können. Den Eigentümern steht eine Vertretung durch einen Anwalt zu, den die Limmattalbahn AG entlöhnt. Ab Frühjahr 2014 starteten die Verhandlungen zwischen Eignern und den Bahnplanern, mit dem Ziel, einvernehmliche Lösungen zu finden. «Wir gehen davon aus, dass sie im Frühjahr 2016 abgeschlossen sind», so Issler.

Sollten sich Eigentümer und Limmattalbahn AG nicht einigen, können Erstere rechtlich auch zum Verkauf gezwungen werden. Einsprachen, die nicht die Höhe der Entschädigung betreffen, werden an das Bundesamt für Verkehr überwiesen. Die jeweiligen Entscheide können von beiden Parteien an das Bundesverwaltungsgericht und anschliessend an das Bundesgericht weitergezogen werden. Uneinigkeiten über finanzielle Forderungen werden an die eidgenössische Schätzungskommission überwiesen. Diese legt dann die Entschädigung fest.

Kennen Sie sich mit der Limmattalbahn aus?

Emotional sind die Diskussionen über den Bau der Limmattalbahn bisweilen. Am 22.November 2015 entscheiden sich die Stimmberechtigten im Kanton Zürich für oder gegen den Bau der Bahn. Die Bahn gilt als Jahrhundertprojekt: Nicht nur wegen der Kosten, sondern auch, weil sie das Verkehrsproblem lösen soll. Im Paket enthalten sind Kapazitäts-Erweiterungen am Limmattaler Strassennetz. Kennen Sie sich aus bei der Vorlage? Testen Sie ihr Wissen.

Was ist die Limmattalbahn?

ein Schnellzug

ein Tram

eine S-Bahn

Worüber wird am 22. November 2015 genau abgestimmt?

Über den Bau des Bahn-Trassees, ein Bahndepot und Verbesserungen im Strassennetz

Über den Kauf von 10 Tram-Kompositionen

Über den Bau einer zusätzlichen Zugstrecke

Warum braucht es die Limmattalbahn?

Weil immer mehr Menschen im Limmattal wohnen und arbeiten und das Strassenverkehrsnetz für die Mobilität nicht ausreicht. Per Gesetz muss der grösste Teil des zusätzlich anfallenden Verkehrs mit der Bahn bewältigt werden können.

Weil Tramfahren schöner ist als Autofahren.

Es braucht sie nicht.

Wie stark wird die Zahl der Limmattaler Einwohner bis 2030 steigen? (Prognose)

+11%

+21%

+17%

Wie stark wird die Zahl der Limmattaler Beschäftigten bis 2030 steigen? (Prognose)

+29%

+19%

+9%

Wer ist das grosse Vorbild der Limmattalbahn?

der TGV

die Sihltalbahn

die Glattalbahn

Ist die Kapazitätserweiterung im Strassennetz ohne Limmattalbahn zu haben?

Ja

Unter bestimmten Bedingungen

Nein

Warum wird überhaupt abgestimmt?

Weil der Regierungsrat dies will.

Weil das Gesetz es vorsieht.

Weil ein Referendumskomitee gegen die Limmattalbahn genügend Unterschriften, nämlich 6600 Unterschriften gesammelt hatte.

Von wo nach wo soll die Limmattalbahn führen?

von Dietikon nach Schlieren

von Zürich-Altstetten nach Baden

von Zürich-Altstetten nach Killwangen-Spreitenbach

Über welchen Streckenabschnitt wird abgestimmt?

Zürich-Altstetten bis zur Kantonsgrenze im Dietiker Niderfeld

Dietikon bis zum Shopping-Center in Spreitenbach

Schlieren bis Dietikon

Wie lang ist die Strecke der Limmattalbahn im Endausbau?

5,2 Kilometer

25,7 Kilometer

13,4 Kilometer

Wie viele Haltestellen wird die Strecke zählen?

7

17

27

Warum erschliesst die Limmattalbahn nur die linke Talseite: Altstetten, Schlieren, Urdorf, Dietikon, Spreitenbach, Killwangen?

Aus Zufall.

Die Limmattalbahn soll städtische Zentrums- und Entwicklungsgebiete erschliessen.

Weil die Bahn die Limmat nicht überqueren kann.

Wie viel bezahlt der Kanton Zürich für Bahn und Strassenausbau?

maximal 646,6 Millionen Franken

maximal 755 Millionen Franken

maximal 500 Millionen Franken

Wer bezahlt die Gesamtkosten von 755 Millionen für die Limmattalbahn und 136 Millionen für die Strassenanpassungen?

der Kanton Zürich

die Kantone Zürich und Aargau sowie der Bund

die Gemeinden entlang der Strecke

Müssen die Gemeinden Schlieren, Dietikon und Spreitenbach-Killwangen auch einen Anteil an die Bahninfrastruktur bezahlen?

Standortgemeinden, Transportunternehmen und Werke beteiligen sich mit 28,6 Millionen an Anpassungen von Strassen, Werkleitungen, Platzgestaltungen, Haltestellenzugängen und Veloabstellplätzen.

Nein.

40 Millionen pauschal

Was wird mit den 136,3 Millionen bezahlt, die für Kapazitätserweiterungen der Strasse vorgesehen sind?

Anpassungen in Dietikon/Schlieren an der Bernstrasse und Überlandstrasse, an den Stadtplatz Schlieren und einzelne Anpassungen vom Bahnprojekt verursacht.

Eine neue Umfahrungsstrasse von Dietikon.

Eine weitere Autobahnspur.

Wie hoch wird der Kostendeckungsgrad der Limmattalbahn sein? Die Limmattalbahn AG rechnet mit:

60 bis 70%

10 bis 20%

80 bis 100%

Wann soll mit dem Bau der Limmattalbahn begonnen werden?

2017

2019

2021

Wann soll die erste Etappe der Limmattalbahn in Betrieb gehen?

Ende 2021

Ende 2019

Ende 2020

Wann soll die ganze Strecke in Betrieb gehen?

Ende 2022

Ende 2030

Ende 2026

Wie viel der Strecke fährt die Limmattalbahn auf Eigentrassee, also auf einer eigenen Spur?

30%

60%

90%

Wer ist für die Bahn?

Niemand

U.a. der Regierungsrat, der Kantonsrat, die Exekutiven der Limmattaler Gemeinden, die Limmattaler KantonsrätInnen, die Bezirksparteien, der HEV Dietikon-Urdorf, die Dietiker Ortsparteien (ausser DP), die Standortförderung Limmattal

Touristen

Wer ist gegen die Bahn?

U.a. einzelne PolitikerInnen und Politiker v.a. in Schlieren aber auch in Dietikon, der HEV Schlieren, Anwohner im Schlieremer Spitalquartier

Niemand

Der Bezirksrat

Bereits einmal hat ein Tram das Limmattal erschlossen. Doch wie hiess die legendäre Limmattal-Strassenbahn?

Margritli

Lisbethli

Anneli

Das Quiz zur Limmattalbahn