Limmattal
Lämpchen und Backöfen: Oh, du stromfressende Weihnachtszeit

Kaum dunkelt es ein, flimmert, flackert und glitzert es in den Limmattaler Vorgärten: Die Weihnachtsbeleuchtung geht an. Zudem werden Guetzli gebacken, Festessen zubereitet – das treibt den Stromverbrauch ganz schön in die Höhe.

Katja Landolt
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Weihnachtsbeleuchtung ist vielleicht gut fürs Auge, aber schlecht für den Geldbeutel. AZ-Archiv/Flavio Fuoli

Weihnachtsbeleuchtung ist vielleicht gut fürs Auge, aber schlecht für den Geldbeutel. AZ-Archiv/Flavio Fuoli

Limmattaler Zeitung

Tannen, Gartenzäune, Fahnenstangen und allerlei Getier sind mit Lichterketten umwickelt, in Fensterrahmen und an Regenrinnen hangeln sich Weihnachtsmänner an Leuchtschlangen in die Höhe.

Was gut sein mag fürs Herz und schön fürs Auge, hat auch seine Schattenseiten: Das alles frisst Strom, Stunde um Stunde, Nacht um Nacht. Im Advent macht die Weihnachtsbeleuchtung rund zwei Prozent des gesamten Stromverbrauchs aus. Gemäss der Agentur für Energieeffizienz (S.A.F.E.) entspricht dies 100 Millionen Kilowattstunden oder dem Verbrauch von 25000 Vierpersonenhaushalten in einem Jahr (siehe Kontext).

Nicht der einzige Stromfresser

Die Weihnachtsbeleuchtung ist aber nicht der einzige Faktor, der den Stromverbrauch im Dezember in die Höhe treibt. «Die Höhe des Stromverbrauchs hängt unter anderem von der Aussentemperatur, von der wirtschaftlichen Entwicklung und davon ab, wie die Feiertage fallen», sagt Priska Laïaïda, Leiterin Medienstelle der EKZ (Elektrizitätswerke des Kantons Zürich). In Privathaushalten ändere sich das Verbrauchsverhalten in vielerlei Hinsicht, so Laïaïda weiter: «Der Backofen kommt vermehrt zum Einsatz und es wird aufwändiger gekocht. Ausserdem ist man unter Umständen häufiger zu Hause und das Licht brennt häufiger.»

LED bringts

Wer trotz höherer Stromrechnung nicht auf seine Weihnachtsbeleuchtung verzichten will, dem raten die Energielieferanten, statt herkömmlichen Lichterketten mit Glühbirnchen auf LED-Lichterketten umzusatteln. Die EKZ hatte dazu letztes Jahr einen Test gestartet und den Stromverbrauch herkömmlicher Lichterketten dem Stromverbrauch von LED-Lichterketten gegenübergestellt. «Die LED-Lichterketten benötigen etwa achtmal weniger Strom», so Laïaïda. Zudem habe sich die Farbgebung der Lichterketten stark verbessert.

Auf LED steigt beispielsweise auch die Stadt Dietikon um; nach 40 Jahren hat die alte Beleuchtung ausgedient. Ein Prototyp der neuen Weihnachtsbeleuchtung «Sterngucker» hängt seit Ende November vor dem Eingangsbereich der Migros, eingeführt wird die LED-Beleuchtung im Dezember 2012.

Eine andere Option als LED sei bei der Auswahl der neuen Beleuchtung gar nie zur Diskussion gestanden, sagt Lorenz Fränzl, Leiter Werkhof: «Wir rechnen dank der LED-Lämpchen mit rund 40 Prozent tieferen Stromkosten.» Fränzl hält aber fest, dass die Stromkosten für die Weihnachtsbeleuchtung auf das gesamte Jahr gerechnet nur einen Bruchteil ausmachen würden. Trotzdem habe sich LED als Lösung aufgedrängt, so Fränzl: «Es ist die Summe solcher kleiner Optimierungen, die schliesslich einen grossen Effekt hat.»