Ein Plakat vor dem Dietiker Zentralschulhaus wies auf den traditionellen Anlass hin: «Sichlete – Samstag ab 12 Uhr und Sonntag ab 11 Uhr bim Zentralschuelhus – Trachtelüt Dietike». Und sie kamen auch dieses Jahr in Scharen. Bereits am Samstagnachmittag waren sämtliche Tische besetzt. Ein freiwilliges Helferteam sorgte für die reibungslose Bedienung. In der renovierten Küche bereitete die Küchenbrigade die Käse- und Bauernteller zu. Der Finanzchef der Trachtengruppe, Rolf Gysler, zeigte den Gästen Doris und Otto Müller die neue Küche. «Die ist aber sehr schön und modern geworden», fand die Gattin des Stadtpräsidenten.

Auf der kleinen Bühne im Raum sorgte die Ländlerkapelle Hoharätia aus Thusis für gute Stimmung. Auch die Kapelle Quöllfrisch aus dem Appenzell überbrachten heimatliche Klänge. Eine lautstarke Attraktion war dann der Auftritt der Dietiker Trychler am Abend. Und zu später Stunde betrieb die junge Dietiker Bauerngeneration die Bar.

Aufgrund von zwei Todesfällen kam es dieses Jahr bei der Sichlete zu wichtigen Neubesetzungen. Dazu gaben Astrid Dätwyler und Mike Grendelmeier Auskunft: «Für uns ist die Sichlete ein Fest, auf das die Leute jedes Jahr warten», erklärten sie einhellig. Für Mike Grendelmeier sind damit viele Erinnerungen verbunden: «Schon meine Grosseltern und Eltern haben sich für dieses Fest eingesetzt.» Dann kommen sie beiden auf die in diesem Jahr verstorbene Initiantin Hilde Bär zu sprechen: «Für uns ist es leider die erste Sichlete ohne sie.» Auch bedauern sie den Tod von Heidi Müller, die stets der «grosse Eckpfeiler» in der Küche gewesen sei. «Natürlich hoffen wir, dass die Sichlete weiter lebt», sagten die beiden Verantwortlichen unisono.

Viele freiwillige Helfer

Obschon es nur noch wenige Trachtenleute sind, sei es ihnen gelungen, erneut viele freiwillige Helferinnen und Helfer zu engagieren. So freut sich Präsidentin Astrid Dätwyler, dass sich bereits wieder zwei Jüngere für die Trachtengruppe interessierten. Und der in Bergdietikon wohnhafte Ur-Dietiker Mike Grendelmeier findet es grossartig, dass sich auch heuer ein fünfzigköpfiger Helferstab für die Sichlete engagierte. Denn ohne diese zahlreichen Freiwilligen vor und hinter den Kulissen könnte dieser Anlass gar nicht durchgeführt werden.

Ein der vielen unter den freiwilligen Helfern war Gemeinderatspräsident Stefan Wittwer (SVP): «Schon als Chnopf war ich bereits an der Sichlete, das heisst ich bin schon X-Male dabei.» Für ihn bedeute dieser volkstümliche Anlass sehr viel, denn es sei wirklich noch für jedermann ein richtiges Fest, so der höchste Dietiker.

Stadtrat Jean-Pierre Balbiani sagte zwischen Chilbi und Sichlete: «Ich finds sehr schön, dass ein solch ländliches Brauchtum auch in der heutigen Zeit gepflegt wird.» Für ihn sei das gesellschaftliche Jahr jeweils vorbei, wenn die Sichlete gewesen ist. Und: «Ich finds auch toll, dass Dietikon mit der diesjährigen attraktiven Chilbi wieder auflebt», so der SVP-Stadtrat.