Unterengstringen
«Läbkuchen Contest»: Vera Schuster baut aus Lebkuchen Ballons

Die Unterengstringerin Vera Schuster nahm erstmals am «Läbkuchen Contest» teil.

David Hunziker
Merken
Drucken
Teilen
Lebkuchencontest
10 Bilder
Werkzeug und Farben der Limmattaler Lebkuchen-Meisterin
Im schwarzen Pulli ihre Gotte Denise Haller aus Zollikon
Hier ist der Ballon fertig (mit Männchen)
Vera und ihr Gotti vor dem vollendeten Werk
Vera Schuster zeigt höchste Konzentration.
Eine ausgefallene Kreation.
Vera Schuster be der Feinarbeit.
Auch ein sehr cooles Projekt, das den Publikumspreis gewonnen hat
Diese Kreation wurde aus der Jury der Teilnehmenden und der Sponsoren zum Sieger erkoren

Lebkuchencontest

David Hunziker

Die Unterengstringerin Vera Schuster wird beim achten «Läbkuchen Contest» im Einkaufscenter Telli in Aarau schon von Beginn weg als Favoritin gehandelt. «Sie ist schliesslich der einzige Profi im Teilnehmerfeld», sagt Organisator Thomas Frischknecht vor dem Wettkampf. Wie er haben die meisten Teilnehmenden einen gestalterischen Hintergrund. «Wir werden sehen», sagt die 19-Jährige, die als Bäckerin-Konditorin für den Steiner Flughafenbeck arbeitet, und schiebt relativierend nach: «Im Gegensatz zu allen anderen bin ich ja zum ersten Mal dabei.»

Eigentlich begann der Wettkampf bereits eine Woche vor dem eigentlichen Lebkuchenwettbewerb. Dann nämlich erhielten die zehn Teams das Thema, an dem sich ihre Lebkuchen-Skulpturen orientieren sollten; «abenteuerlich», das war alles, was als Richtlinie vorgegeben wurde. Im Verlauf der Woche entschieden sich Vera Schuster und ihre Gotte Denise Haller, mit der sie das Team «Die Trullas» bildete, dafür, die abstrakte Vorgabe mit einem Ballon umzusetzen. Ein Motiv, das aufgrund seiner statischen Schwierigkeit auch in der Umsetzung durchaus abenteuerlich ist.

Skulpturen müssen essbar sein

Jedes Objekt muss mehrheitlich aus der zur Verfügung gestellten Lebkuchen-Platte bestehen und komplett essbar sein. Die Herstellung darf höchstens drei Stunden dauern, Werkzeuge und Schablonen dürfen mitgebracht werden. Soweit die wichtigsten Regeln. Auf dem Tisch vor Vera Schuster liegen Werkzeuge, einige Papierschablonen für die Ovale des Ballons und eine Packung Spaghetti – wofür diese gedacht sind, zeigt sich erst später.

«Ich weiss nicht, ob der Ballon halten wird», sagt Schuster. «Wir haben so etwas noch nie gemacht.» In ihrem Berufsalltag stelle sie schon manchmal verzierte Torten oder Pralinés her, aber selten so grosse Sachen. In der Lehre hatte die Konditorin noch eher die Möglichkeit, so komplexe Dinge herzustellen. Zur Veranschaulichung zeigt sie auf dem Smartphone ein Bild einer bis ins kleinste Detail modellierten Kuckucksuhr. «Die ist ganz aus Schokolade», sagt sie stolz.

Nachdem die Unterengstringerin zwei grosse Stücke der Lebkuchenplatte durchgetrennt hat, machen sie und ihre Mitstreiterin sich zuerst einmal an den Korb. Zum Zusammenkleben steht flüssige Schokolade zur Verfügung, als Kitt und für Verzierungen eine zähflüssige Zucker-Eiweiss-Masse. Die Zeit verstreicht wie im Flug, als der Korb zum Aufsetzen des Ballons bereitsteht, ist schon die Hälfte davon um.

Es begann mit Ananas

Der «Läbkuchen Contest» hat einen witzigen Ursprung. Organisator Frischknecht war auf einer Kreuzfahrt, wo er seine heutige Teampartnerin kennenlernte. Zusammen führten sie einen Ananas-Schnitz-Contest durch, seit dem sie sich Weltmeister im Ananas-Schnitzen nennen. Auf den Contest-Geschmack gekommen, wurde das Messer bald am Lebkuchen angesetzt. Beim «Läbkuchen Contest» stehen vor allem Gestaltung und Konzept im Vordergrund. «Oft ist eine gute Idee hier die halbe Miete», sagt Frischknecht.

Nun ist es soweit: Vera Schuster und Denise Haller fügen die zwei mit Schokolade gefestigten Ovale zusammen und setzten sie auf den Korb des Ballons auf. Jetzt kommen die Spaghetti zum Zug; als Dübel sozusagen, um die Stützen zu stabilisieren, auf denen der Ballon liegt. Die Idee, mit Spaghetti zu stabilisieren, war gut. Das hat auch ein Konkurrent der «Trullas» festgestellt und sich einige davon geborgt.

Am Ende ist die Freude bei der Unterengstringerin gross: Ihr Ballon erzielt beim Publikumspreis den dritten Rang. «Damit bin ich sehr zufrieden», sagt sie. Und schon geht es an die nächste Herausforderung – den Ballon sicher ins Limmattal zu transportieren.