Geroldswil
Kurz vor der Vereinsgründung gab es noch kritische Töne

Die Gründung des Vereins «Gemeindeaufbau Kirchgemeinde Weiningen», der Gelder zur Finanzierung verschiedener Aufgaben sammeln soll, war nicht unumstritten – vor der Statutenabnahme gab es kritische Voten.

matthias kessler
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Pfarrer Bernhard Botschen (am Stehpult) ist erster Präsident des neuen Vereins. mke

Pfarrer Bernhard Botschen (am Stehpult) ist erster Präsident des neuen Vereins. mke

Limmattaler Zeitung

Er sei «nicht überzeugt», meinte ein Votant zu Beginn der Diskussion über die Vereinsstatuten, dass es mit den Finanzen der reformierten Kirchgemeinde Weiningen so schlecht stehe. Deshalb sei auch nicht jene Dringlichkeit gegeben, die von den Initianten des neuen Vereins verschiedentlich betont worden sei. Denn immerhin, so der Votant, habe man für 2011 höhere Steuereinnahmen als 2010 budgetiert, und die Rechnung schliesse mit einem Überschuss ab. Warum, wollte er wissen, brauche es fürs Geldsammeln einen Verein? Man könne notfalls ja auch über eine Steuererhöhung nachdenken.

Geld von Mitgliedern und Gönnern

Im Anschluss an den gestrigen Sonntagsgottesdienst in Geroldswil hatte Pfarrer Bernhard Botschen im Namen weiterer Exponenten der Kirchgemeinde Interessierte zur Gründung des neuen Vereins eingeladen, rund 30Personen hatten der Einladung Folge geleistet. Nach angeregter Diskussion stimmten sie der Gründung schliesslich mit 25Ja-Stimmen zu. Allerdings gab es auch 3Nein-Stimmen und 5Enthaltungen.

Zweck des Vereins mit dem Namen «Gemeindeaufbau Kirchgemeinde Weiningen» ist es, zusätzliche Stellenprozente in den Bereichen moderne Gottesdienste, Seminare, Mitarbeiterbetreuung und Schulungen zu schaffen sowie Finanzierungen von Seminaren und Schulungen sowie von für die Durchführung von Gottesdiensten notwendigen technischen Gerätschaften zu ermöglichen. Geld soll über die Mitgliederbeiträge von 50Franken pro Jahr und vor allem via Spenden eingenommen werden. Die Initianten hatten vor zwei Wochen über das Projekt informiert (Ausgabe vom 17.Januar).

Gemäss Botschen kämpft die Kirchgemeinde Weiningen, in der Oetwil, Geroldswil, Weiningen und Unterengstringen zusammengefasst sind, mit ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten. Einerseits sinkt die Mitgliederzahl jährlich um gegen 90Personen, andererseits stehen grosse Investitionen in die sanierungsbedürftigen Kirchenliegenschaften an. Die Verschuldung und mangelnde Liquidität erschweren die Lage.

«Mehr Kraft schaffen»

Während die Kirchgemeinde für den alltäglichen Betrieb zuständig ist, soll der Verein dort helfen, wo es der Kirchgemeinde darüber hinaus nützlich erscheint. Oder wie es Pfarrer Botschen formuliert: «An den entscheidenden Punkten wollen wir etwas mehr Kraft schaffen.» Für das Budget des laufenden Jahres, gibt er zu bedenken, habe man bereits 25Stellenprozente bei der Jugendarbeit eingespart und keine Investitionen berücksichtigt.

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