Oberengstringen

Kurt Leuch will zurück in den Oberengstringer Gemeinderat

Der neue Kandidat: Kurt Leuch. zvg

Der neue Kandidat: Kurt Leuch. zvg

Überraschung in Oberengstringen: Nachdem im ersten Wahlgang erst sechs Gemeinderäte gewählt wurden und nach wie vor ein Exekutivmitglied fehlt, stellt sich nun Kurt Leuch für den zweiten Wahlgang vom 18. Mai zur Verfügung.

Der Präsident des Politischen Forums Engstringen ist ein alter Bekannter: Er war ab 2004 bereits einmal fünf Jahre lang Mitglied des Gemeinderats. Von 2007 bis 2011 sass Leuch zudem für die EVP im Zürcher Kantonsrat.

Den Rücktritt aus dem Gemeinderat gab Leuch 2009 bekannt, weil er überlastet war. Er habe festgestellt, dass er als Kantonsrat, Gemeinderat, Lehrer und Co-Schulleiter des Dietiker Schulhauses Zentral nicht allen Aufgaben gerecht werden könne. Zwei Jahre später reduzierte sich die Arbeitsbelastung weiter, als Leuch aus dem Kantonsrat abgewählt wurde. Ebenfalls seit 2011 ist er auch nicht mehr Schulleiter, sondern konzentriert sich beruflich ganz auf seine Tätigkeit als Sekundarlehrer.

Er habe es fast nicht glauben können, dass kein siebter Gemeinderat gefunden worden sei, schreibt Leuch in einer Mitteilung. Obwohl die Aufgabe finanziell wenig attraktiv sei, weil er sein Pensum an der Schule reduzieren werde, habe er «das Für und Wider abgewogen» und sich zu diesem Einsatz zum Wohl der Gemeinde entschlossen, sagte er gestern auf Anfrage. Den Ausschlag gegeben hätten nicht zuletzt das frei werdende Sozialressort, das ihn ausserordentlich interessiere, so Leuch. Vorabklärungen hätten ergeben, dass die anderen Exekutivmitglieder ihm dieses Ressort wohl auch sehr gerne überlassen würden.

Leuchs Kandidatur verändert die Ausgangslage vor dem zweiten Wahlgang wieder komplett. So war bisher einzig bekannt, dass Stefan Bolz (AL) eine Kandidatur in Betracht zieht. Er will jedoch nur kandidieren, wenn er von einer grösseren Partei unterstützt wird, und wollte sich dieser Tage deshalb mit der SP zu einem Gespräch treffen. Ob Bolz sich auch auf eine Kampfwahl gegen Leuch einlassen würde, ist noch nicht klar: Er wollte gestern keine Stellung nehmen. Er verweist aber darauf, dass seine Entscheidung vom Ausgang der Mitgliederversammlung der SP vom kommenden Donnerstag abhängt. Vorher könne er zu einer allfälligen Kandidatur keine Auskunft geben.

Kandidatensuche eingestellt

Klar ist aber, dass die anderen bürgerlichen Parteien nun nicht weiter nach Kandidaten für den zweiten Wahlgang suchen werden. SVP, FDP und CVP hatten diese Woche noch alle gesagt, man sei auf der Suche nach möglichen Kandidaten. SVP-Präsidentin Eveline Stählin hatte schon vorher betont, ein Gemeinderat aus der AL komme für sie nicht infrage.

Mit der Kandidatur Leuchs hat sich das Thema für die SVP aber erledigt, wie Stählin gestern auf Anfrage sagte: «Persönlich bin ich hoch erfreut über die Kandidatur und auch für die SVP ist das eine ausgezeichnete Lösung.» Somit werde man nicht weiter nach eigenen Alternativen suchen. Auch die CVP bricht die Suche ab, wie Ortspartei-Präsident und Gemeinderat René Beck sagt: «Ich bin froh, dass sich jemand gefunden hat. Jetzt macht es keinen Sinn für uns, noch eine Kampfwahl zu forcieren.»

Auch Georges Christen, Präsident der FDP, zeigt sich freudig überrascht von der Kandidatur Leuchs. «Ich weiss, dass Kurt Leuch ein äusserst fähiger und erfahrener Politiker ist.» Oberengstringen könne froh sein, wenn der Sitz in der Exekutive mit einer Persönlichkeit wie Leuch besetzt werden könne.

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