Oberengstringen

Kurt Leuch: Nach Kantons- wieder in die Gemeindepolitik?

«Einen sehr guten Wahlkampf geführt – mit bescheidenen Mitteln.»  zim

«Einen sehr guten Wahlkampf geführt – mit bescheidenen Mitteln.» zim

Der Oberengstringer lässt nach der Abwahl aus dem Kantonsrat noch offen, ob er für das frei werdende Gemeindepräsidium kandidiert. In der Bildungspolitik hätte er gerne weiter Einfluss genommen.

Nach dem Rücktritt von Reto Cavegn (FDP) braucht Oberengstringen einen neuen Gemeindepräsidenten. Die Parteien haben sich auf die Suche nach möglichen Kandidaten gemacht. Spätestens seit Sonntag ist in diesem Zusammenhang eine Person unfreiwillig ins Blickfeld gerückt: Der 52-jährige Kurt Leuch.

Der Oberengstringer hat aufgrund des Sitzverlustes der EVP im Bezirk die Wiederwahl in den Kantonsrat verpasst. «Abgewählt», heisst das im Politjargon erbarmungslos. Und so hart wie es tönt, hat es den engagierten Bildungspolitiker, der selbst seit Jahren als Oberstufenlehrer in Dietikon tätig ist, am Wochenende auch getroffen.

«Gerne noch vier Jahre drangehängt»

«Nach den ersten vier Jahren im Kantonsparlament hätte ich gerne noch einmal vier Jahre drangehängt», sagte er gestern im Foyer des Zürcher Rathauses. Inzwischen sei er mit der Materie und dem Ratsbetrieb bestens vertraut, so Leuch. Und er sei überzeugt, dass er sachpolitisch etwas hätte bewirken können.

Ob auf das unvermittelte Ende der Kantonspolitik der Wiedereinstieg auf kommunaler Ebene – konkret: die Kandidatur fürs Gemeindepräsidium – folgen könnte, lässt Leuch im Moment noch offen. Aber auch ihm sei zu Ohren gekommen, dass sich manche im Dorf wünschten, er würde antreten.

Den Gemeinderat kennt er bereits aus eigener Erfahrung: Von 2005 bis zum vorzeitigen Rücktritt 2009 sass er für das Politische Forum Engstringen (PFE) als Sicherheits- und Gesundheitsvorstand in der Oberengstringer Exekutive. Von 1998 bis 2004 war er Mitglied der Schulpflege und deren Vizepräsident. Den Rücktritt aus dem Gemeinderat begründete er damit, dass der zeitliche Aufwand für Beruf und Politik – mit der Doppelbelastung als Kantons- und Gemeinderat – zu gross geworden sei. Seit der Gründung im Jahr 2000 ist Leuch Präsident des PFE. Entstanden war das Politische Forum nach der Auflösung des Landesrings.

«Das Pendel schlägt zurück»

Bei der Bilanz seiner vier Jahre als Kantonsrat legt Leuch den Fokus auf den Bereich Bildung und Kultur. Seit September 2007 ist er auch Mitglied der kantonsrätlichen Kommission für Bildung und Kultur. Hier habe er Einfluss nehmen und seine Vorstellungen von Schule auf politischer Ebene einbringen können. Das Schulwesen im Kanton Zürich sei nach wie vor im Umbruch, so Leuch. Nachdem das neue Volksschulgesetz nun mehr oder weniger umgesetzt sei, schlage das Pendel wieder etwas zurück. Dies sei nicht zuletzt beim Thema «Integration» spürbar.

Die EVP habe im Bezirk einen «guten und engagierten» Wahlkampf geführt, hält Leuch weiter fest: «Und das mit vergleichsweise sehr bescheidenen Mitteln.» Die Enttäuschung über den Sitzverlust sitzt denn auch noch am Tag danach tief. Das Verdikt empfindet Leuch als «ungerecht». Es sei «betrüblich», wenn Wählerinnen und Wähler unbesehen die Liste der Grünliberalen einlegten, ohne zu wissen, was diese Partei konkret leiste. «Die Grünliberalen leben von ihrem Namen», ist Leuch überzeugt. Dahinter stecke zwar ein grüner Touch, vor allem aber eine «knallharte Sparpartei».

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