Urdorf
Kunstvolle Werbung: Pfadfinder hämmern für das Urdorffäscht

Während Monaten haben die Pfadfinder der Pfadi URO gearbeitet. Jetzt steht das Resultat: Seit diesem Wochenende weisen mannshohe Figuren auf die zwei schönsten Wochenende des Jahres hin.

Franziska Schädel
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Auf dem Feldeggkreisel werben die bunten Figuren für das Dorffest
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Urdorf: Die Pfadis hämmern für das grosse Fest
Die Pfadfinder helfen einander
Neben den bunten Figuren gehört auch ein Transparent zur Werbung
Für einmal sind die Urdorfer Pfadfinder nicht im Wald, sondern mitten im Dorf anzutreffen. Dort montieren sie die Werbung fürs Urdorffäscht.

Auf dem Feldeggkreisel werben die bunten Figuren für das Dorffest

Franziska Schädel

«Bring noch einen Pinkigen.» «He, kann ich mal die Motorsäge haben?» Auf der kleinen Schafweide neben dem Bahnhof Urdorf tut sich Ungewöhnliches. Es wird gesägt und genagelt, gehämmert und gebohrt. Bockleitern werden herangeschleppt und Pfosten in den Boden gerammt. Junge Leute in Pfadihemden tragen grüne, blaue, gelbe Figuren herbei, nageln sie an Latten und haben offensichtlich grossen Spass an der Aktion. Die Pfadfinder der Pfadi URO haben während Monaten diese mannsgrossen Figuren ausgesägt und bunt bemalt. An diesem Samstag werden sie an vier Standorten in Urdorf aufgestellt und sollen auf das Urdorfer Dorffest im Mai aufmerksam machen.

Stefan Schmid spornt die jungen Leute an: «Spannt das Banner! Grad wäre schön.» Er ist mit Begeisterung bei der Sache. «Als OK-Präsident komme ich das erste Mal in meinem Leben zu einem Pfadieinsatz», lacht er. Tiritulla und Alupa geben ihr Bestes. Gemeinsam mit Fjumina, Chayenne und Aranee knien die Pfadfinderinnen auf dem Boden und nageln die Werbebanner auf Latten. Aber die Nägel wollen partout nur krumm ins Holz. «Keine Rümpfe bitte, Frauen», ruft Schmid den Mädchen zu. Das Logo des Festes soll, so der OK-Präsident, die Freude am Dorffest symbolisieren. Was wäre da besser geeignet als bunte, tanzende Männer und Frauen.

Ein Nussgipfel als Stärkung zwischendurch, schnell noch ein Erinnerungsbild und dann rein in den Lieferwagen. Es geht weiter zur nächsten Station. Wie Stadtguerillas stürmen die Pfadis mit Leitern, Stangen und Bohrern den Feldeggkreisel. «Passt auf die Autos auf», mahnt Schmid. Sicherheitshalber rüstet er die Jugendlichen mit gelben Warnwesten aus. Noah – einen Pfadinamen hat er noch nicht – wird flugs zum Hilfspolizisten befördert. Ganz wohl ist ihm in der Rolle aber nicht und bald steht auch er mit den anderen auf dem Kreisel und hilft hämmern.

Schon prangt auch hier das Banner, das die Autofahrer und Passanten auf die beiden schönsten Urdorfer Wochenende des Jahres aufmerksam machen soll. Die Aufmerksamkeit ist den Pfadfindern gewiss: «Toll, wie die Jungen arbeiten, ich bin ganz überrascht», meint Franziska Stutz, die interessiert am Kreisel stehen bleibt. Sie lebe seit 55 Jahren in Urdorf und freue sich auf das Fest. «Gäll Rösli, isch no schön,» ruft sie ihrer Freundin zu.

Pascal Zehnder, alias Puma, ist Leiter der Kleinen: «Das Malen, das war jetzt nicht so mein Ding, aber das hier macht Spass», meint er. Dass er nicht das erste Mal einen Pflock einschlägt, wird bald klar. Puma ist angehender Maurer und weiss, wie man einen Hammer schwingt. Stefan Schmid hat volles Vertrauen in die Fähigkeiten seiner Truppe: «Da hat es Maurer, Schreiner und Zimmermänner – und Söhne von Baumeistern», lacht er. «Die wissen, wie so was geht.»

Grosser Rückhalt im Dorf

Die Mädchen sind wieder mit dem Aufziehen der Banner beschäftigt. Yasmin Cherkaoui alias Chayenne hatte nicht mit der Ausdauer der Pfadfinderinnen gerechnet. «Beim Malen waren sie sehr gut, aber jetzt beim Hämmern. Ich glaube, sie sind froh, wenn wir fertig sind und wieder mal in den Wald gehen», schmunzelt die Stufenleiterin. Puma wirft einen kritischen Blick auf das Werk der Mädchen: «Sieht ja schlimmer aus als bei uns», brummelt er und kontrolliert kurz mit der Wasserwaage, ob sein Pfosten auch grad im Boden steckt.

Die Mädchen kümmert es wenig. Lachend schwingen sie sich auf ihre Fahrräder. Schmid hat sie abbeordert, die letzten noch fehlenden Figuren zu bemalen. Die übrige Truppe zieht weiter. Am Heerweg und bei der Ortsausfahrt Richtung Birmensdorf werden weitere Figurengruppen für das Dorffest werben. 56 Firmen und 30 Vereine engagieren sich für das Fest. Für sie alle und sich selber wünscht Franziska Stutz: «Jetzt muss nur noch das Wetter schön sein».