Der Oberengstringer Gemeinderat hat das Projekt für den Bau eines Kunstrasenplatzes auf der Sportanlage Brunewiis noch nicht abgeschrieben. Ebenso wenig hat er die Hoffnung aufgegeben, dass die Gemeindeversammlung noch diesen Juni über die Sanierung der Anlage abstimmen kann. Allerdings wird die Zeit langsam knapp. Bis Anfang April müsste spätestens klar sein, ob bei der Sanierung ein Kunstrasenplatz gebaut werden soll oder nicht.

Voraussetzung dafür, dass die Stimmberechtigten diesen Sommer über eine Sportplatzsanierung abstimmen können, ist eine Antwort des Kantons, genauer des Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel). Dieses entscheidet letztlich darüber, ob ein Kunstrasenplatz geplant wird oder ein zusätzliches Naturrasenfeld. Grund dafür ist das Grundwasser.

Vom Gemeinderat ist vorgesehen, einen Kunstrasen sowie einen Trainingsplatz - aus Naturrasen - auf dem Gebiet der Schulwiese und des Sandplatzes zu erstellen. Im Vergleich zur heutigen Situation würden die beiden neuen Plätze um 90 Grad gedreht, sodass deren Breitseiten in Richtung der Autobahn zu liegen kommen. Der Sandplatz würde dadurch dem Kunstrasen weichen. Allerdings würde ein Teil des Kunstrasenplatzes in der Grundwasserschutzzone drei zu liegen kommen.

Aufschüttung ist kein Thema

Damit beginnen aber die Probleme. Das Awel erlaubt den Bau eines Kunstrasenplatzes in diesem Gebiet nur unter happigen Auflagen. So müsste das gesamte Gebiet um rund 1,8 Meter angehoben werden. Um dieses Vorhaben umzusetzen, sind rund 20000 Kubikmeter Erde notwendig. Alleine die Anhebung würde etwa 400000 Franken kosten. «Das ist ein Verhältnisblödsinn», sagt Bau- und Werkvorstand René Beck.

Die Gemeinderäte von Oberengstringen und Unterengstringen - der sich ebenfalls an der Sanierung finanziell beteiligt - werden eine solche Aufschüttung auf keinen Fall bezahlen. Das habe man bei einem Treffen besprochen, so Beck. Sollte das Awel stur bleiben, würde man anstelle eines Kunstrasens einen Naturrasenplatz bauen. «Am Projekt selber ändert der Entscheid des Awel nichts. Die Anordnung der Plätze bleibt in beiden Fällen gleich so.

Noch diesen Monat wollen wir uns mit dem Kanton austauschen», sagt Beck. Deshalb hoffe er noch immer, das Sanierungsprojekt noch diesen Sommer vor die Gemeindeversammlung bringen zu können. Im Voranschlag 2012 ist bereits eine knappe Million Franken für dieses Unterfangen budgetiert. Eine weitere Million Franken ist im Budget 2013 vorgesehen.

Dass sich an der Anordnung der geplanten Sportplätze nichts mehr ändern wird, egal wie der Entscheid des Awel ausfallen wird, hat unter anderem auch mit der Erweiterung des Schulhauses Allmend zu tun. Dort werden derzeit Gruppenräume geplant. Im Dossier mit sämtlichen Plänen, die als Grundlage für den Ausbau des Schulhauses dienen, ist die geplante neue Anordnung der Sportplätze bereits enthalten.