Weiningen
Künstlerin Radakovits nennt ihren Stil «Freestyle»

Wenn Nicole Radakovits Bilder malt, taucht sie in eine andere Welt ein. Als Kind hat sie auch schon ihre Zimmerwände bemalt und dies eine Collage genannt. Nun stellt sie ihre Werke erstmals im Restaurant Linde aus.

Yves Bollier
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Nicole Radakovits. ZVG

Nicole Radakovits. ZVG

Die gebürtige Weiningerin Nicole Radakovits hat sich das Malen selbst beigebracht. Die Mutter von vier Kindern hat nie einen Kurs besucht, sondern durch Ausprobieren die Fertigkeiten erlangt, die sie heute besitzt. Dabei seien auch schon einige Bilder draufgegangen, merkt sie mit einem Schmunzeln an.

Schon als Mädchen war Radakovits sehr kreativ: «Ich habe viel Zeit mit Basteln und Zeichnen verbracht.» Auch Vater Urs erinnert sich und grinst: «Einmal hat sie ihre Wände bemalt. Sie hat das ihre erste Collage genannt.» Dabei war ihre Kreativität nicht nur auf die Gestaltung beschränkt, so habe sie oft auch Gedichte geschrieben. Ihre Tante ist zudem Handarbeitslehrerin, von ihr habe sie alles Mögliche gelernt, wie zum Beispiel die Glasmalerei. «Ich war nie unbedingt der Freundinnen-Typ», meint Radakovits. Sie habe gerne Zeit nur mit sich selber verbracht und geniesse das nach wie vor noch. Eine Pause von der Malerei hat die Künstlerin unmittelbar nach dem Tod ihrer Mutter gebraucht.

Dabei ist die Limmattalerin von ihrer todkranken Mutter damals überhaupt erst wieder zum Malen inspiriert worden. Das Malen gab ihr Kraft und Zuversicht mit ihrer Krankheit umzugehen.

Für Radakovits ist die Malerei ein Eintauchen in eine andere Welt. Eine Zeit, in der sie ihren Emotionen freien Lauf lassen kann. «Ich mache das grundsätzlich nur für mich und für niemand anderen.» Die Künstlerin gestaltet momentan eher abstrakte Bilder. «Ich verwende dazu verschiedenste Materialien wie Karton, Seidenpapier und auch Strukturpaste. Es gibt so viele Möglichkeiten.» Nach dem Tod ihrer Mutter seien ihre Bilder merkbar dunkler geworden, wobei man jetzt langsam wieder merke, dass sie heller werden.

Einem bestimmten Stil lassen sich die Bilder aber nicht eindeutig zuordnen. Radakovits bezeichnet ihren treffenderweise als «Freestyle». Ihre Werke bringt die Weiningerin derzeit mit Acrylfarbe auf die Leinwand. Dabei schliesst sie aber nicht aus, später mal Landschaften mit Ölfarben zu malen.

Die heute 36-Jährige ist nach eigener Aussage alles andere als ein Mittelpunkt-Mensch. Dank einem guten Freund, der eine Vernissage ins Leben gerufen hatte, ist es aber trotzdem dazu gekommen, dass sich Radakovits und ihre Kunst für einen Abend im Mittelpunkt befanden. Das Restaurant Linde in Weiningen hat sich der Künstlerin dabei als Veranstalter der Vernissage vom letzten Samstag angeboten.

«Ich bin nervös»

Von sich aus wäre sie wahrscheinlich noch nicht bereit dazu gewesen, diesen Schritt zu wagen. Trotzdem ist sie froh, dass es so weit gekommen ist: «Ich bin ziemlich nervös, freue mich aber natürlich riesig», beschreibt Radakovits ihre Gefühle am Tag der Vernissage.

Ihr Mann hat sie dabei tatkräftig unterstützt, indem er all die Bilder ins Restaurant Linde verfrachtet hatte. An der Vernissage wird dann schnell klar, dass die Weininger Malerin die Zeit mit ihrer Familie und ihren Freunden mindestens so geniesst, wie die Zeit für sich selbst.

Ausstellung: Restaurant Linde, bis Ende Mai 2015.