Geroldswil
Künstler Ivo Soldini: «Die ganze Welt ist schief»

Der Tessiner Künstler Ivo Soldini stellt im Gemeindehaus seine Werke aus. Das zentrale Motiv der Skulpturen und Bilder ist der Mensch und seine Beziehungen.

Anina Gepp
Merken
Drucken
Teilen
Ausstellung von Ivo Soldini im Gemeindezentrum Geroldswil
7 Bilder
Die Figuren Soldinis sind teils mehr als einen Meter hoch
Neben Metall ist Gips ein viel verwendetes Material
Der Tessiner Künstler schuf auch ganze Menschenblöcke
Soldinis Gipfköpfe haben keine Gesichter
Der Mensch steht bei Soldinis Kunst im Vordergrund
Im Eingang des Gemeindezentrum hängt bereits das erste Bild von Ivo Soldini

Ausstellung von Ivo Soldini im Gemeindezentrum Geroldswil

Anina Gepp

Schwarz gehaltene Tuschzeichnungen in raschem Strich, farbige Temperabilder und Skulpturen aus Bronze, Aluminium oder Gips. Die zeichnerischen und bildhauerischen Werke des Tessiner Künstlers Ivo Soldini unterscheiden sich zwar in ihrer Technik, das zentrale Motiv bleibt hingegen der Mensch. Die gesamte Ausstellung zieht sich über die drei Stockwerke des Gemeindehauses Geroldswil.

Soldini befasst sich in seiner Kunst mit einzelnen Figuren, mit ganzen Gruppen von Menschen oder Blöcken von Skulpturen. Das besondere Merkmal seiner Figuren ist ihre schräge Anordnung im Raum. Durch ihre Schieflage drohen sie bald das Gleichgewicht zu verlieren. «Die ganze Welt ist schief. Nichts ist perfekt», erklärt Soldini.

Ein weiteres wiederkehrendes Motiv ist die Beziehung zwischen Mann und Frau. Während er die männlichen Skulpturen kantig gestaltet, präsentieren sich die weiblichen Skulpturen rund geformt. Zusammengefügt zu einem Werk stimmen die männlichen und weiblichen Figuren genau aufeinander.

Der Tessiner kann nicht genau sagen, wie er auf die Ideen für seine Werke kommt: «Künstler denken nicht viel. Sie spüren einfach, was passiert und setzen dies in einem Werk um.» Neben Ganzkörperfiguren sind auch Gipsköpfe ausgestellt, die keine klaren Gesichtszüge aufweisen, sondern wie unter einer Maske versteckt bleiben. «Für einen Künstler ist es wunderbar, wenn er sein Motiv gefunden hat. Meines ist eben der Mensch», sagt der Künstler.

Soldini, der 1951 in Lugano geboren wurde, lebt heute in Ligornetto im Tessin. Er studierte in Mailand an der staatlichen Universität, bevor er seine künstlerische Tätigkeit zum Beruf machte. Neben kleineren Skulpturen kamen in den letzten Jahren gigantisch grosse dazu, die zum Teil auch im öffentlichen Raum in der Schweiz und in Italien zu bestaunen sind.

Die Ausstellung bleibt bis zum 18. Januar 2013 im Gemeindehaus Geroldswil und ist von Montag bis Freitag täglich geöffnet. Der Eintritt ist frei.