«Kunst und Wein, das passt zusammen», dachte sich die Weininger Künstlerin Rosanna Spera und fragte die Vinothek Barili an, ob sie ihre Bilder in deren Räumlichkeiten ausstellen dürfe. Sonja Wirth, die Geschäftsführerin der kleinen Vinothek, war von der Idee sofort angetan.

Mit dem Ergebnis der Zusammenarbeit ist Wirth sehr zufrieden: «Rosanna Spera hat für ihre Ausstellung bei uns eine Palette mediterran angehauchter Bilder ausgesucht, die hervorragend zur Vinothek passen.» Am liebsten, so Wirth, würde sie selbst einige der Bilder mit nach Hause nehmen, um sie dort aufzuhängen.

Für Spera ist es bereits die fünfte Ausstellung seit September letzten Jahres. Das sei zwar anstrengend, bereite ihr aber unheimlich viel Freude, sagte die 56-Jährige. Seit sieben Jahren ist die zweifache Mutter erwachsener Kinder in Weiningen zu Hause und hat seitdem auch ein eigenes Atelier. Künstlerisch tätig ist Spera allerdings schon länger. «Früher als ich noch kein eigenes Atelier hatte, beschlagnahmte ich einfach den Küchentisch für meine Malarbeiten», erinnert sich Spera und schmunzelt.

In der Sammlung der Künstlerin finden sich viele Stillleben, aber auch immer mehr abstrakte Kunst. Durch ihre Krankheit ALS, die 2011 bei ihr diagnostiziert wurde, fällt es Spera immer schwerer, klare Linien zu ziehen. «Dabei bin ich solch eine Perfektionistin. Alles muss stimmen», sagt sie. Die abstrakte Kunst lasse ihr mehr gestalterische Freiheiten und sie geniesse es, die verschiedensten Farben miteinander verschmelzen zu lassen. Bevorzugt malt Spera mit Acryl und Öl, wobei das Öl den Vorteil habe, länger bearbeitbar zu sein.

Auch wenn Spera ihre Bilder mittlerweile mit beiden Händen malen muss: Von ihrer Krankheit lässt sie sich nicht unterkriegen. «Ich habe zurzeit so viel Elan und geniesse jede Ausstellung», sagt sie. Die Gelegenheit Speras Kunst zu betrachten und ein Gläschen Wein zu trinken, liessen sich auch die ehemaligen Besitzer der Vinothek nicht nehmen. Remo und Susanne Barili führten das Geschäft bis vor einem Jahr gemeinsam, bevor es Sonja Wirth und Michael Kollmann übernahmen.

«Mir hat die Verbindung von Kunst und Wein schon immer gefallen», so Remo Barili. Zu seiner Zeit habe auch er oft Künstler eingeladen, in der Vinothek auszustellen. Mit dem Besitzerwechsel der Vinothek wurde auch das Lokal umgebaut und neu gestaltet. Susanne Barili sieht das als Pluspunkt für die Vinothek: «Es sieht zwar anders aus und vieles wird anders gemacht als vorher, aber das ist gut so. Das bringt neuen Schwung und ist auch für die Kunden eine Erfrischung.»

Rosanna Speras Bilder sind noch bis zum 31. Januar 2014 in der Vinothek Barili ausgestellt.