Weiningen

«Kunst und schaffen» bietet Künstlern dieses Jahr wieder eine Plattform

Die Kunstausstellung in Weiningen hat nach einem Jahr Pause die Tore im Schlössli wieder geöffnet. Dabei sind auch vier Limmattaler Künstler, die ihre Werke der Öffentlichkeit zeigen.

Nach einem Jahr Pause eröffnet die Kunstausstellung «Kunst und Schaffen» zum sechsten Mal ihre Tore im Schlössli in Weiningen. Die Organisatorin Claire Birrer sagt: «Im renovierten Gebäude macht es noch mehr Freude.» Die Wände des traditionellen Schlössli sind geschliffen und die Lampen tauchen die verschiedenen Kunstwerke in helles Licht. Zudem hilft der Lift, die schweren Gegenstände in den zweiten Stock zu hieven.

Damit die Ausstellung wieder stattfinden kann, verbrachte die ehemalige Marketingfachfrau viele Stunden am Computer. Birrer liess 12 000 Flyer drucken und organisierte 25 Künstlerinnen und Künstler, die ihre Objekte ausstellen. «Ich schaue mich immer wieder ein wenig bei den anderen Ausstellungen und Ateliers um. Wenn mir etwas gefällt, schreibe ich den Künstler an», sagt sie.

Birrer selbst hat kein künstlerisches Hobby: «Doch ich unterstütze meinen Partner, der Steinkugeln herstellt», sagt sie. Er hat ebenfalls einen Stand an der Ausstellung. «Mein Ziel ist es, mit dieser Ausstellung den Künstlern eine Plattform zu geben», sagt Birrer. Sie sei einfach eine Ästhetin und liebe es, schöne Sachen anzusehen. Unter den Ausstellenden befinden sich auch vier Limmattaler:

Ruedi Haug schleift schon seit 40 Jahren Steine. Er poliert sie, bis sie zu tragbaren Schmuckstücken werden. Heute hat der Weininger sein Sortiment um Holz- und Lavaschmuck erweitert. «Seit zehn Jahren bin ich pensioniert und habe noch mehr Zeit, mich um den Schmuck zu kümmern», sagt er. Sein Lieblingsring ist ein blaues Exemplar mit einem grossen Mückenstein.

Bruno Domenico Grüniger kam erstmals mit der Seidenmalerei in Berührung, als seine Frau einen Kurs besuchte. «Ich male, seit ich in der dritten Klasse bin», sagt der Urdorfer. Seine Bilder zeigen Landschaften und farbige Alltagssituationen. «Da meine Mutter aus Venedig kommt, zeichne ich nebst Zürich auch Bilder der dortigen Gegend», so Grüniger.

Angela Hunters Silberschmuck entsteht in einem langwierigen und eindrücklichen Prozess. «Ich schmiede das Silber so lange, bis es die gewünschte Form hat. Dabei lasse ich mich von der Natur inspirieren», sagt sie. Auf einer Segeltour in Deutschland sei sie beispielsweise von den Wellen fasziniert gewesen. Deshalb haben viele der Schmuckstücke, die sie nun auf dem schwarzen Samt präsentiert, eine wellenartige Form. Das Schmiedhandwerk lernte sie von ihrem Onkel, dieser war Kunstschmied und zeigte ihr bereits im Alter von zwölf Jahren, wie man mit Spannung und Harmonie arbeitet.

Vreni Ganzoni stellt in ihrem Atelier Stein- und Perlenschmuck her. Die Bijouterieverkäuferin hat ein geschultes Auge für das Material. Heute sagt sie: «Modeschmuck ist nicht wirklich mein Ding, ich denke eher, man sollte eine Kette das Leben lang tragen können.» Deshalb kombiniert sie seit Jahren Steine und Perlen zu neuen Kreationen.

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