Limmattal
Kunden kaufen vermehrt Billig-Reifen aus dem Internet

Autohalter schlagen den Garagisten und Pneuhändlern ein Schnippchen und bestellen billige Reifen im Internet. «Das Internet verschärft den Preiskampf enorm», so ein Limmattaler Garagist. Dieses Vorgehen kann mitunter gefährlich sein.

Katja Landolt
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Es wird kälter und kälter – höchste Zeit, die Winterpneus zu montieren. Die Garagisten und Pneuhändler haben derzeit alle Hände voll zu tun. Dabei stossen sie auch immer wieder auf billige Pneukopien aus Asien – ein Sicherheitsrisiko. Wer sich für einen Billigreifen entscheidet, riskiert im Ernstfall auf nasser Strasse einen um 70 Prozent längeren Bremsweg, so ein TCS-Testergebnis.

Einen Pneu herstellen kann jeder; der Unterschied liegt in der Qualität, beispielsweise der Gummimischung. «Ein Reifen für 50 Franken kann qualitativ unmöglich mit einem Reifen für 250 Franken mithalten», sagt Marco Gehringer, Kundendienstleiter der Garage Fischer AG in Dietikon. Bei ihnen würden Billigreifen deshalb gar nicht erst angeboten.

Marken-Schriftzug = Qualität?

Billige Reifen ebenfalls nicht im Sortiment hat die Garage Egger AG in Dietikon. «Wir verkaufen ausschliesslich Marken-Reifen», sagt Walter Wiederkehr, Verantwortlicher für Kundendienst und Annahme. Ab und zu käme es aber vor, dass Kunden mit im Internet bestellten Reifen in die Garage kommen und diese montieren lassen wollen – Tendenz steigend. «Diese Reifen tragen zwar oft einen Marken-Schriftzug; ob sie aber tatsächlich erste Qualität sind, ist weder für uns noch den Kunden wirklich nachvollziehbar.»

Zugenommen habe auch die Anzahl der Kunden, die die Preise vergleichen; zwischen Internet-Plattformen und dem ortsansässigen Händler oder Garagisten. Die Preisunterschiede seien auf den ersten Blick teilweise enorm, sagt Wiederkehr, relativiert diese Unterschiede aber. Rabatte von 50 bis 60 Prozent seien bei den Garagisten keine Seltenheit. «Ausserdem darf man bei Internetbestellungen die zusätzlich anfallenden Kosten, wie beispielsweise jene für die Lieferung, nicht vergessen.»

Räder einlagern

Dass die Zahl der Autofahrer, die ihre Reifen übers Internet bestellen, zunimmt, bestätigt auch Rolf Stucki, Inhaber der gleichnamigen Garage in Unterengstringen: «Das Internet verschärft den Preiskampf enorm. Die Preise unterschreiten da teilweise selbst unsere Einstandspreisen.» Sein grosser Pluspunkt sei, dass er die Räder einlagern kann. «So können wir den Kunden auch unsere Reifen verkaufen.»

Eher selten hingegen sei es, dass Kunden mit bestellen Reifen zum Montieren zu ihm in die Garage kommen. Wenn er jedoch einen Kunden habe, der mit Billigreifen herumfahre, spreche er ihn darauf an und mache ihn auf die Sicherheitsrisiken aufmerksam. Stucki: «Die Reifen sind so wichtig, daran sollte man nicht sparen.»