2012 zogen erstmals mehr Ausländer nach Oberengstringen als Schweizer. Damit sich die steigende Anzahl Migrantinnen und Migranten optimal integrieren kann, will sich die Gemeinde dem kantonalen Integrationsprogramm (KIP) anschliessen. Zu diesem Zweck treffen Gemeinde und Kanton eine Leistungsvereinbarung. Die Details der Vereinbarung hat die Gemeinde nun ausgearbeitet, in den nächsten Tagen soll der Kanton unterschreiben.

Neuzuzüger sollen sich wohlfühlen

Zusätzlich zu den bisherigen Integrationsangeboten soll der Bereich der Information und der Willkommenskultur gestärkt werden, wie der Gemeinderat in einer Mitteilung schreibt. Schon 2010 hat sich eine vom Gemeinderat eingesetzte Begleitgruppe für Integration zum Ziel genommen, dass sich «alle Personen, insbesondere Neuzuzügerinnen und Neuzuzüger aus dem Ausland», in Oberengstringen willkommen fühlen und «über die wichtigsten hiesigen Lebensbedingungen und Integrationsangebote» informiert sein sollen. Es sei wichtig, dass Neuzuziehende über Leben, Arbeit, Rechte und Pflichten in der Schweiz und in der Gemeinde Bescheid wüssten.

Direkte Kosten von 50 000 Franken

Das Herzstück der Leistungsvereinbarung mit dem Kanton wird «ein System mit Schlüsselpersonen aus dem jeweiligen Kulturkreis», wie der Gemeinderat schreibt. Diese sollen die Neuzuzüger informieren und ihnen als kulturelle Vermittler dienen. Als Nebeneffekt sollen die Vermittler auch selbst «enger an die Gemeinde gebunden» werden.

Zudem wird das Stellenpensum des Jugend- und Integrationsbeauftragten Lukas Vogt für die Umsetzung des Programms von 5 auf 15 Prozent erhöht. Für die Gemeinde, die für 45 Prozent der Gesamtkosten aufkommt, entstehen jährliche direkte Kosten in der Höhe von 50 000 Franken. Die restlichen 55 Prozent übernimmt der Kanton.

In Oberengstringen besteht bereits ein breites Angebot an Integrationsprojekten. Dazu gehören etwa das QUIMS-Programm (Qualität in multikulturellen Schulen) oder die Spielgruppe Plus, bei der unter anderem der Spracherwerb gefördert wird. Weiter bietet die Gemeinde einen Erzählkreis und niederschwellige Deutschkurse an. Diese Programme werden alle weitergeführt, durch die Leistungsvereinbarung nun aber direkt über die Gemeinde vom Kanton finanziert.

Schlieren schloss im Oktober ab

2011 lehnte der Zürcher Kantonsrat ein für die Gemeinden verpflichtendes Integrationsgesetz ab. 2012 stellte der Kanton sein Integrationsprogramm vor, das auf Freiwilligkeit beruht. Die Stadt Schlieren, ihres Zeichens die Gemeinde mit dem höchsten Ausländeranteil des Kantons, hat ihre Teilnahme Anfang Oktober beschlossen. Ab 2014 wird dort ein Integrationsbeauftragter im 25-Prozent-Pensum für alle Massnahmen der Integration verantwortlich sein.

Oberengstringen und Schlieren sind die ersten Gemeinden im Limmattal, die das Angebot des Kantons nutzen und mithilfe der kantonalen Fachstelle für Integrationsfragen und anderen Organisationen wie Kirche, Schule und Polizei ein Integrationsprogramm ausgearbeitet haben.

60 Gemeinden machen mit

Auch Urdorf und Geroldswil stehen kurz vor der Unterzeichnung einer Leistungsvereinbarung (Artikel vom 8. Oktober). Im ganzen Kanton haben laut kantonaler Fachstelle für Integrationsfragen bereits 13 Gemeinden eine solche abgeschlossen, bis Ende Jahr sollen es 60 sein.