Sonja Grubenmanns Fotoausstellung «Landschaften» im Spital Limmattal wurde am Mittwochabend eröffnet. Zahlreiche Besucher fanden sich an der Vernissage ein, um sich bei einem Glas Wein und Häppchen die eindrücklichen Landschaftsbilder anzusehen und mit der anwesenden Künstlerin ein paar Worte zu wechseln.

Betörende Schönheit

Die Bilder ziehen den Betrachter vom ersten Augenblick ab in ihren Bann. Die Landschaften scheinen nicht von dieser Welt zu sein. Betörend ist die Schönheit der Aufnahmen, die eine unwirklich anmutende Natur wiedergeben. Sonja Grubenmann zeigt in ihren Fotografien, wie ein eindrückliches Wechselspiel zwischen leuchtenden und dezenten Farbtönen, fliessenden und schroffen Formen mit einem einzigen Bild eingefangen werden kann.

Sie selbst sagt: «Fotografien sind immer Illusionen. Sie zeigen nie die volle Wirklichkeit einer Landschaft.» Doch dieser Illusion geben sich die Besucher der Vernissage gerne hin. «Ich bin begeistert von den Farben auf den Fotos», sagt eine ältere Dame. «Jedes Bild hat seine ganz eigene Schönheit», meint ihre Kollegin. Ihr gefallen die Aufnahmen des Matterhorns am besten.

Heimisches und Fernes

Der Berg spiegelt sich im zart lila gefärbten Riffelsee – der Vollmond perfektioniert die Mystik des Schweizer Naturschauspiels.

Doch die meisten Fotografien sind im hohen Norden, in Schottland und Island, entstanden. «Ich bin schon immer viel durch nordische Länder gereist», erzählt Grubenmann. Der Süden habe sie als Reisedestination nie sehr angesprochen und ein ausgesprochener «Sonnenmensch» sei sie auch nicht. Ihre ausgedehnten Streifzüge durch die Landschaften Schottlands seien es gewesen, die sie zur Fotografie bewogen haben. Sie wollte die vielen schönen Orte auf Bild bannen. In Schottland habe sie auch einen Fotografen getroffen, der später ihr Mentor wurde.

Angefangen hat Grubenmann mit Digitalfotografie, mittlerweile benutzt sie jedoch ausschliesslich die analoge Technik.

Die beste Zeit zum Fotografieren sei die Dämmerung, so Grubenmann. Kurz vor Sonnenuntergang oder kurz nach Sonnenuntergang habe man das beste Licht, das so genannte «low-light». Auf die Orte, an denen ihre Aufnahmen entstehen, stosse sie durch Workshops, Tipps anderer Landschaftsfotografen oder durch eigene Entdeckungsreisen.

«Landschaften sind voller Kraft und geben mir Ruhe», sagt Grubenmann. Das Erleben der Natur sei ein guter Ausgleich zum Alltag. Dieses Empfinden teilt auch ein Besucher der Ausstellung: «Die Intensität der Farben ist gewaltig. Die Bilder strahlen eine unglaubliche Kraft und gleichzeitig eine eindrückliche Ruhe aus.»

Das Hobby soll auch Hobby bleiben

Grubenmann lebt ihre Begeisterung für Landschaften und Fotografie so oft wie möglich aus. Sämtliche Urlaubstage setzte sie ein, um ihrer zeitaufwendigen Freizeitbeschäftigung nachzugehen.

Grubenmann ist gelernte kaufmännische Angestellte. Von ihrer früheren Arbeit im Spital Limmattal habe sie gewusst, dass lokale Künstler dort ihre Werke ausstellen können. So habe auch sie sich darum beworben, ihre Fotografien zu präsentieren. «Ambitionen habe ich keine», sagt Grubenmann aber. Die Fotografie soll ein Hobby bleiben und vorerst nicht zum Beruf werden.