Die Veranstaltung «Tag der Maler» im Bruno-Weber-Park war schon lange geplant. Sie sollte Künstlern eine Plattform bieten und Besucher in den Park locken. Beides gelang ihr. Gesprächsthema war aber trotzdem die bevorstehende Schliessung des Parkes. Diese hatte die von der zuständigen Aargauer Stiftungsaufsicht eingesetzte kommissarische Stiftungsrätin Brigitte Bitterli vor zehn Tagen verkündet. Grund sind die erheblichen wirtschaftlichen und strukturellen Schwierigkeiten des Parks. Unter dem Strich braucht es in den kommenden fünf Jahren 1,5 bis 2,3 Millionen Franken, um den Betrieb aufrechterhalten zu können.

Seit dieser Verkündung ist das Interesse am Park hoch über Dietikon stark gestiegen. So auch gestern. «Ich denke, dass etwa 500 bis 600 Menschen kommen werden», schätzte Maria Anna Weber, Witwe des Park Gründers Bruno Weber. Das seien doppelt so viele Besucher, wie an einem durchschnittlichen Tag. «Letzten Sonntag waren es sogar 800», so Weber.

Viele der Maler, die gestern ausstellten und auch live malten, wurden von Maria Anna Weber persönlich eingeladen. Alle kamen gerne. Viele verbindet eine persönliche Geschichte mit Bruno Weber und dem Park. François Kaufmann, Architekt und Maler, erzählte: «Ich kannte Bruno Weber persönlich, ich habe mit ihm vor etwa 30 Jahren den Katzenkopf da oben betoniert.» Auch ihm sei der Konflikt zwischen der Bruno-Weber-Stiftung und Maria Anna Weber bekannt. Er ist sich jedoch sicher, dass der Park auf die Länge eine öffentlich-rechtliche Institution werden wird. «Eine solche Institution könnte den Park sicher auch tragen, Maria Anna kann das ja alleine nicht», meinte Kaufmann. 

Die Airbrush-Künstlerin Caroline Helfer, die schon lange im Park mitarbeitet, sieht die Zukunft des Parkes auch in fremden Händen: «Wenn der Park wirklich geschlossen wird, wird es nicht lange gehen und dann kommt irgendein Japaner oder Amerikaner und kauft ihn auf. Dann können wir dann sagen ‹hätten wir doch›». Grundsätzlich ist man sich unter den Kreativen einig, dass ein solches Lebenswerk nicht einfach geschlossen werden dürfe. «So etwas, wie dieser Park, müsste in der Schweiz überleben können. Man muss das Geld auch in kulturellen Bereichen investieren», sagte Malerin und Werklehrerin Martina Graf.

Die Idee zum «Tag der Maler», hatte die Künstlerin Gabriele Spoegler, die schon seit zirka sieben Jahren im Park mitarbeitet und auch selbst ausstellte. Das Ziel ist es, neue Leute in den Park zu bringen. Jeder Künstler wurde eingeladen, sein Umfeld miteinzubeziehen und die Werbetrommel zu rühren.

Die Besucher waren jedenfalls erfreut, dass sie direkt mit den Malern über ihre Werke und Mal-Techniken sprechen konnten. Beim Verlassen des Parkes traf man dann noch auf eine Mitarbeiterin des Parkes. Sie sammelte Unterschriften für eine Petition um die Schliessung des Parkes am 20. Oktober doch noch zu verhindern.