Bezirksgericht
Küchenchef mit Doppelleben

Limmattaler Gastronom wegen schwunghaften Ecstasy-Handels verurteilt

Attila Szenogrady
Drucken
Teilen
Der Küchenchef führte ein Doppelleben in der Partyszene (Symbolbild)

Der Küchenchef führte ein Doppelleben in der Partyszene (Symbolbild)

Keystone

In einem Drogenfall mit über 21 000 Ecstasy-Tabletten hat das Bezirksgericht Zürich einen Limmattaler Gastronomen zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt. Zusammen mit einer Vorstrafe muss der erwischte Küchenchef für insgesamt
20 Monate hinter Gitter.

Es war am 11. Dezember 2013, als der Zürcher Polizei in Zürich-Höngg ein grosser Drogenfang gelang. Die Fahnder hielten kurz vor Oberengstringen an der Frankentalstrasse einen verdächtigen Personenwagen an und unterzogen das Fahrzeug einer Kontrolle. Dabei fanden sie hinter dem Beifahrersitz eine Tasche mit der beachtlichen Menge von 21 100 Tabletten Ecstasy. Die Polizeibeamten nahmen den belgischen Kurier und den Schweizer Auftraggeber fest. Bei Letzterem handelte es sich um einen Gastronomen aus dem Limmattal. Dieser wurde danach für 37 Tage in Untersuchungshaft gesteckt. Er gab zu, dass er die Pillen im Grossraum Zürich verkaufen wollte. Ebenso zusätzliche 243 Tabletten, welche die Polizei in seiner Wohnung sicherstellen konnte.

Doppelleben in der Partyszene

«Ich führte ein unheimliches Doppelleben», erklärte der Küchenchef vor dem Bezirksgericht Zürich aus. Tagsüber und unter der Woche habe er normal in einem Gastro-Betrieb gearbeitet. An den Wochenenden habe er sich dagegen in der Party-Szene aufgehalten und jeweils Drogen wie Ecstasy, Amphetamine, GHB oder Kokain konsumiert. Teilweise auch in seiner Wohnung. Zudem betätigte er sich als Drogendealer, indem er im Limmattal und in Zürich Amphetamine an verschiedene Personen verkaufte.

Vor Gericht zeigte er sich umfassend geständig und führte aus, dass er sich heute von den Drogen und seinem alten Kollegenkreis verabschiedet habe. Beim Konsum sei es nur ein einziges Mal während eines Ferienaufenthaltes zu einem Rückfall gekommen. Seither habe er ein neues Leben begonnen und er setze sich wieder im Gastronomie-Bereich voll ein, erklärte der Vorbestrafte.

Der zuständige Staatsanwalt verlangte angesichts der hohen Drogenmenge eine unbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren. Ebenso den Widerruf einer ehemals bedingten Vorstrafe von acht Monaten.

20 Monate absitzen

Der Verteidiger setzte sich dagegen für eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten ein. Davon nur die Hälfte unbedingt. So könnte sein Klient die zwölf Monate in Halbgefangenschaft zur Nachtzeit verbüssen und damit tagsüber weiter in seinem Beruf tätig sein, plädierte er. Der Rechtsanwalt führte aus, dass der Beschuldigte nicht der grosse Drogenhändler sei und die Untersuchungshaft eine grosse Signalwirkung gezeigt habe.

Mittelweg des Gerichts

Das Gericht schlug zum Schluss den Mittelweg ein und setzte bei der Hauptstrafe eine teilbedingte Sanktion von 30 Monaten fest. Davon ein Jahr unbedingt. Da die Richter die Vorstrafe widerriefen, muss der Beschuldigte für rund 20 Monate ins Gefängnis. Womit für den Limmattaler eine Halbgefangenschaft nicht mehr infrage kommt.

Angesichts der sehr hohen Drogenmenge von rund siebeneinhalb Kilogramm Ecstasy sei eine milde Strafe nicht mehr in Betracht gekommen, führte der Gerichtsvorsitzende Roger Weber zum Schluss aus.