Die Planung für die Sanierung der Zehntenscheune im Dietiker Kronenareal kann in Angriff genommen werden. Der Sieger des Architekturwettbewerbs ist bekannt. Das Basler Architekturbüro Buol & Zünd Architekten BSA stach mit seinem Projekt «Kronjuwel» 94 andere Mitbewerber aus, wie die Stadt gestern an einer Medienkonferenz mitteilte. Im vergangenen Sommer schrieb sie den Wettbewerb aus. Acht Büros kamen in die Vorauswahl und reichten ihre Projekte im Dezember ein.

«Wir freuen uns sehr, dass Dietikon uns den Vorrang gibt», sagt Lukas Buol, der das Siegerprojekt mit seinem Team ausgearbeitet hatte. «Es ist beruhigend, dass sich unser sorgfältiger und feiner Ansatz gegen plakativere Projekte durchsetzen konnte.» Der Umbau der über 400 Jahre alten Zehntenscheune ist für das Architekturbüro nicht der erste Auftrag mit einem historisch wertvollen Bauwerk. Es entwarf unter anderem den 2016 eröffneten Jazzcampus für die Musik-Akademie Basel-Stadt auf dem Fussabdruck einer ehemaligen Maschinenfabrik in der Basler Altstadt.

Alte Garage als Anlieferungseingang: So soll die Zehntenscheune nach dem Umbau aussehen.

Alte Garage als Anlieferungseingang: So soll die Zehntenscheune nach dem Umbau aussehen.

Inszenierung von Zeitzeugen

Was die Stadt Dietikon mit der Zehntenscheune vorhat, steht spätestens seit dem Erstellen des Kulturraumkonzepts 2016 fest: Das Denkmalschutzobjekt soll so saniert werden, dass daraus ein multifunktionaler Ort für kulturelle Veranstaltungen entsteht. Das Projekt der Basler Architekten vermochte die Stadt zu überzeugen. «Es besticht durch seine Einfachheit und seine sorgfältige, pragmatische Lösung. Dazu gehört auch die Inszenierung von Zeitzeugen», sagt Daniela Saxer, Projektleiterin der städtischen Hochbauabteilung. Wichtig sei der Stadt gewesen, dass die Scheune nach dem Umbau noch so aussieht wie eine Scheune. «Das ist den Architekten gelungen. Das Holzscheunentor, der historisch wertvolle Dachstuhl und die alte Holzbohlenwand kommen im Projekt optimal zur Geltung.» Letztere bildet das Highlight im Eingangsbereich und der dazugehörigen Bar mit Ticketkasse.

Im oberen Geschoss findet sich das Kernelement des Projekts, der grosse Saal. Er bietet Platz für rund 120 Gäste. Im Dachgeschoss ist eine 38 Quadratmeter grosse Galerie vorgesehen. Angetan ist die Stadt auch davon, dass das Projekt ohne Anbau auskommt. «Zudem nutzt es die freie Fläche des nordseitigen Gartens, um einen Festplatz mit Spielgeräten, Bauerngarten und Feuerstelle anzulegen», so Saxer. Gefallen fand der Stadtrat auch an der Idee, das in den 1970er-Jahren eingefügte Garagentor zu einem Anlieferungseingang für Veranstaltungsutensilien und Lebensmittel umzufunktionieren. Dahinter kommen der Lagerraum und die Cateringküche sowie Kühlzellen zu liegen.

Scheune unterkellert

Die grösste Veränderung widerfährt dem Gebäude unterirdisch. Die Zehntenscheune soll teilweise unterkellert werden. «Wenn sich die WCs oben im Eingangsbereich bei Kasse und Bar befinden würden, wäre das viel zu eng», sagt Saxer. Das Schaffen eines Untergeschosses, zu dem man per Treppe oder Lift gelange, sei die beste Lösung.

Was das «Kronjuwel» mit insgesamt knapp 500 Quadratmetern Fläche kosten wird, könne man noch nicht sagen, so Saxer. Es gehe nun darum, das Vorprojekt auszuarbeiten. «Gewisse Anpassungen müssen gemacht werden. Es braucht zum Beispiel einen Schallschutz zwischen Eingangsbereich und der Treppe zum grossen Saal.»

Zudem müsse auch die Künstlergarderobe im Obergeschoss optimiert werden. Man rechne damit, dass das Vorprojekt bis Ende 2018 abgeschlossen sei. «Erst dann können wir genaue Angaben zu den Kosten machen», sagt Saxer. Die Stadt will das Projekt in der zweiten Jahreshälfte dem Volk zur Abstimmung vorlegen, sodass die Zehntenscheune im Jahr 2023 als Kulturraum eröffnet werden kann.