Sie kritisiert allerdings den «ausgesprochenen Gefängnischarakter» des Zentrums und die routinemässig durchgeführten Körper-Durchsuchungen.

Das Konzept des Massnahmenvollzugs sei fundiert und durchdacht und habe die Kommission «sehr überzeugt», heisst es in der Mitteilung vom Dienstag. Die Persönlichkeitsentwicklung eines Insassen werde während des gesamten Aufenthalts im Hinblick auf die Resozialisierung in der Gesellschaft gefördert.

Die Förderung der sozialen Kompetenzen, die schulische und berufliche Ausbildung sowie die Deliktbearbeitung stünden im Mittelpunkt des Massnahmenvollzugs. Auf die individuelle Begleitung und Förderung der jungen Straftäter werde grössten Wert gelegt.

Gefährdet sei das Konzept durch externe Faktoren, wie Verfügungen der einweisenden Kantone oder das Fehlen von geeigneten Nachfolgeinstitutionen. Überaus lange Wartezeiten oder die Ungewissheit, ob Massnahmen weitergeführt werden könnten, wirkten sich «äusserst negativ» aus und machten bereits erzielte Ziele wieder zunichte.

Gefängnischarakter wurde «bewusst verstärkt»

Besorgt zeigte sich die Kommission über den Gefängnischarakter der kürzlich umgebauten geschlossenen Abteilung des Massnahmenzentrums. Dessen Leitung habe der Kommission erklärt, der Gefängnischarakter sei auf öffentlichen Drucks sowie wegen der Aufnahme von schweren Straftätern bewusst verstärkt worden sei. Sicherheitstechnisch sei das Areal dem Standard der Zürcher Gefängnisse angepasst worden.

Als übertrieben beurteilt die Kommission die Praxis, wonach Insassen vor und nach jedem externen Besuch einer systematischen Leibesvisitation unterzogen werden. Sie empfiehlt die Einführung einer körperlichen Kontrolle in zwei Phasen.