Schlieren ist eine sichere Stadt. Dies geht aus dem Stadtratsbericht an das Gemeindeparlament hervor. Darin beantwortet die Exekutive ein Postulat von Gemeinderätin Gaby Niederer (QV), in welchem sie Einsätze der SIP Zürich (Sicherheit, Intervention, Prävention) fordert. Der Stadtrat konstatiert, dass Schlieren in den vergangenen Jahren um einiges sicherer wurde. Niederer sieht dies wohl anders. So hätten in jüngster Vergangenheit viele parlamentarische Vorstösse darauf hingewiesen, dass das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung vorwiegend bei Dunkelheit und an neuralgischen Punkten ungenügend sei. Damit spricht sie die Gebiete um den Bahnhof wie auch um den Stadtpark und den Platz vor der reformierten Kirche an. Ein möglicher Ansatz seien Einsätze der SIP Zürich, wie sie auch Dietikon und Oberengstringen in Anspruch nehmen. «Von der Bevölkerung wie auch von den Behörden wird die Präsenz der SIP gleichermassen geschätzt», schreibt Niederer.

In seiner Antwort verweist der Schlieremer Stadtrat darauf, dass das Sicherheitsempfinden etwas nur schwer Messbares sei, das von jedem Individuum anders bewertet werde. «Je nach Medienberichten und aktuellen Vorkommnissen wird dieses geschwächt oder gestärkt», so der Stadtrat. Dass es um die Sicherheit in Schlieren aber sehr gut steht, zeigt ein Blick in die Kriminalstatistik des Kantons Zürich. Darin sind etwa Delikte wie Körperverletzung, Diebstahl und Tätlichkeiten statistisch erfasst. Das Vorkommen dieser Delikte nahm in den vergangenen Jahren stark ab. Wurden 2009 noch 1795 Vorfälle erfasst, so waren es im vergangenen Jahr noch lediglich 1115. Dies entspricht einer Abnahme um 680 Fälle oder um 38 Prozent. Auf Grundlage dieser Statistik sei also kein Handlungsbedarf abzulesen, schreibt der Stadtrat.

180 Stunden für 25 000 Franken

Die Kosten, die für die SIP anfallen würden, beziffert der Stadtrat auf jährlich rund 25 000 Franken. Dies beinhaltet 180 Stunden Patrouille, während derer die SIP-Mitarbeiter sogenannte «aufsuchende Sozialarbeit» leisten und ordnungsdienstliche Aufgaben übernehmen. Dazu gehört etwa das Schlichten von Konflikten und das Intervenieren bei Störungen in öffentlichen Anlagen.

Der Stadtrat zeigt auf, dass verschiedene städtische Bereiche einen Beitrag zur Steigerung des subjektiven Sicherheitsbefindens leisten. So werde die Situation in und um städtische Liegenschaften als unproblematisch empfunden. Dies gehe aus Rückmeldungen einer privaten Sicherheitsfirma, aber auch aus Gesprächen mit Anwohnern hervor. Zwar seien der Sicherheitsfirma die Personenansammlungen im Stadtpark und bei der Personenunterführung an der Badenerstrasse 1 bekannt. Gewaltpotenzial sei jedoch nicht festgestellt worden und bisher seien auch keine Vorfälle bekannt. «Die Bemühungen der Stadt, das Zentrum mit Sommerbeiz und Fondue-Chalet zu beleben, steigert das Sicherheitsempfinden zusätzlich», so der Stadtrat.

Keine Fälle in besagten Gebieten

Auch mit der raschen Entfernung von Graffiti und Aufklebern im öffentlichen Raum soll das Sicherheitsgefühl gestärkt werden. Ein spezielles Augenmerk würde die Abteilung Werke, Versorgung und Anlagen auf die Unterführung beim Alten Zürichweg 21 zum Brunnackertsteig, der Goldschlägiunterführung und bei der Bahnunterführung an der Uitikonerstrasse legen.

Zudem war die Schlieremer Stadtpolizei im Jahr 2015 während 4662 Stunden im öffentlichen Raum präsent und kontrollierte gut 3200 Personen. Bemerkenswertes zeigt ein Blick in die Rapporte der Polizisten. So sei in den von der Postulantin erwähnten Stadtgebieten keine überdurchschnittliche Anzahl von Vorfällen aktenkundig oder bekannt, schreibt der Stadtrat. «Die Auswertung der Rapporte zeigt, dass Verstösse gegen das Strafgesetzbuch hauptsächlich in privaten Räumen vorkommen, auf öffentlichen Plätzen hingegen nur sehr selten.»

Der Stadtrat schreibt das Postulat von Gaby Niederer ab und sieht aufgrund seiner Ausführungen den Einsatz der SIP als derzeit nicht notwendig. Für die Parlamentssitzung vom kommenden Montag ist die Abschreibung traktandiert.