Drei Geschwister und ein Butler stehen im Mittelpunkt des Krimi-Dinners mit Titel «Ein Leichenschmaus». In einer kulinarisch-lecker eingerahmten Schurkenkomödie streitet sich die Familie um das Erbe eines Mafia-Bosses.

Der Schuss ging mitten ins Herz und beendete das Leben des berüchtigten Mafiabosses Don Luigi. Doch wer hat ihn getötet? Diese Frage wird den Gästen im Restaurant Linde in Weiningen während des spannenden Krimi-Dinners erst im vierten Akt verraten. Die Handlung ist im Chicago der 30er-Jahre angesiedelt und bleibt bis zum Schluss spannend, denn alle drei Kinder hätten genügend Gründe ihre eigenen Straftaten mit einem Mord am Vater zu kaschieren. Mit dem berühmten Geräusch von zwei Pistolenschüssen aus Edgar Wallace Krimigeschichten beginnt das Drama aus Neid, Gier und Missgunst.

Die Familie von Don Luigi ist zusammengekommen, um sein Erbe aufzuteilen. Und selbstverständlich will jeder der Hinterbliebenen das grössere Stück vom Kuchen für sich einheimsen. Allerdings haben die zwei Töchter Maria und Julia sowie Sohn Matteo die Rechnung ohne den langjährigen Butler Silvestre gemacht.

Dieser wird von Philippe Roussel gespielt, der in der Fahrweid aufgewachsen ist, und für reichlich Verwirrung bei den Kindern von Don Luigi sorgt. Mit von der Partie sind auch Sonja Diaz, Verena Leimbacher, Hans Heinrich Rüegg und Jens-Ole Schmieder sowie die Küchen- & Servicebande des Restaurants Linde.

Kulinarischer Höhenflug

Eine giftgrüne Bärlauchsuppe zum kulinarischen Auftakt lässt erahnen, dass es ein gefährlicher Abend wird. Denn Butler Silvestre erklärte, dass irgendwo im Restaurant drei Beweise für die Verbrecher der Mafia-Geschwister versteckt sind. Um einer drohenden sofortigen Verhaftung zu entgehen, wollen die drei Ganoven den Fund unter allen Umständen verhindern.

Während des zweiten Ganges, es werden frische Gambas auf Blattsalat serviert, suchen Don Luigis Kinder verzweifelt nach den Schatullen mit den Beweisen. «Dem der nichts isst, schlägts auf das Gemüt. Dem, der zu viel isst, schlägts auf dem Magen», meinte Butler Silvestre lächelnd.

Während des Hauptgangs, es gab ein «Linde-Cordon-Bleu» mit Pommes Allumettes und Nachtschattengemüse, spekulierten alle Gäste, wer wohl nun der schlimmere aller anwesenden Bösewichte sei.

Stilechte Garderobe

So, wie man sich früher als Syndikatsmitglied kleidete, zeigte sich auch die ganze Service-Crew des Restaurants Linde: in Schwarz-Weiss. Die einen mit Hut oder extravaganter Frisur, ganz im Stil des früheren Chicago. Aber auch einzelne Gäste erschienen in raffiniertem Gangster-Tenue. Zwei davon wurden mit einem Gutschein und einer Flasche Champagner für ihr gelungenes Outfit belohnt.

Kaum war gegen Ende der Veranstaltung das Blutorangen-Sorbet zum Dessert serviert, peitschte ein Schuss durch den Raum. Tödlich getroffen sank ein Bösewicht zu Boden. So viel seit verraten: Es war nicht Butler Silvestre, der sein Leben lassen musste.

Das Dinner vom kommenden Samstag ist ausverkauft. Im Oktober findet ein nächstes Dinner statt, das Datum ist noch nicht bekannt.